Die Busse brauchen die Abbiegespur zum Ausholen

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Damit Platz ist für abbiegende Busse: die gesperrte Abbiegespur an der Karl-Olga-Brücke.
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Einige versuchen sich trotzdem durchzuquetschen - wie sich die Umleitungen rund um die Baustelle an der Waldstetter Brücke eingespielt haben.

Schwäbisch Gmünd 

Die Engstelle am Beginn der Josefstraße ist gerade breit genug für Autos und Busse, links und rechts stehen Absperrgitter und zwei Fußgänger-verboten-Schilder; trotzdem versucht sich diese Familie mit Kinderwagen hier durchzudrücken. Beim ersten Versuch betreten die vier die Fahrbahn – und müssen dann schnell zurückweichen, weil ihnen ein Auto entgegenkommt. 

Es ist eine Szene, die diese Woche nahe der Waldstetter Brücke so passiert ist – die Sperrung liegt an der Baustelle, die dort seit zweieinhalb Wochen eingerichtet ist. Der Durchquetsch-Versuch an der zur Einbahnstraße umgebauten Josefstraße  illustriert das, was Thomas Hägele vom Gmünder Ordnungsamt aus Erfahrung sagt, wenn er nach den Umleitungen gefragt wird: „Man kann noch so viele Schilder aufstellen, es gibt immer wieder Fußgänger, die überall durch- und drüberlaufen.“

Im Großen und Ganzen sind Hägele und seine Kollegen aber sehr zufrieden, wie sich die Umleitungen nach der Startphase eingespielt haben. Für den überörtlichen Verkehr sind zwei Umleitungsstrecken ausgeschildert: Die östliche Umfahrung führt Verkehrsteilnehmer aufs Hardt und nach Bettringen, im Westen müssen Autofahrer über die Remsstraße und die Rektor-Klaus-Straße fahren. Auch für Fußgänger ist eine Umleitung ausgeschildert, die über den Schillersteg in Richtung Innenstadt führt. „Es klappt überraschend gut, wir haben mit mehr Problemen gerechnet“, sagt Hägele. Einige Dinge müsse man immer „nachsteuern“, aber da sei nur wenig nötig gewesen. Um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen, die die Josefstraße an deren westlichen Ende überqueren, ist dort nun die Geschwindigkeit auf 20 km/h beschränkt worden. 

Eine Absperrung, die ein paar hundert Meter von der Waldstetter Brücke entfernt ist, hat auch mit der Baustelle zu tun: Wer stadtauswärts über die Karl-Olga-Brücke fährt, darf nicht mehr wie sonst links abbiegen. Thomas Hägele erklärt wieso: „Der ÖPNV, der von der Josefstraße herkommt, braucht dort den Schwenkbereich, um wieder in Richtung Parlerstraße zu kommen.“ Ohne die mit Baken frei gesperrte Linksabbiegerspur reicht der Platz für Busse nicht zum Abbiegen. „Das haben wir schon häufiger praktiziert bei Baumaßnahmen in der Innenstadt, und es hat sich absolut bewährt.“ Ohne den Freiraum, so erklärt Hägele, gäbe es dort zu viele Wartezeiten für Busse, so dass diese Probleme hätten, den Fahrplan einzuhalten. 

Und warum hat am Mittwoch dieser Woche niemand gearbeitet an der Brückenbaustelle? Es liegt daran, dass dort unterschiedliche Firmen mit dem Rückbau beschäftigt waren in den letzten Wochen, so heißt die Auskunft vom Gmünder Tiefbauamt. Zwischen den einzelnen Fachfirmen könne es gelegentlich zu kurzen Ruhephasen an der Baustelle kommen. 

Nicht nur das oberflächlich Sichtbare – das Abräumen des bisherigen Straßenbelags, ist an der Brücke bisher passiert. Auch unterirdisch waren vorbereitende Arbeiten nötig: der Umbau von Telekom-, Gas- und Stromleitungen, außerdem musste die Ampelanlage demontiert worden. All dies ist, so heißt es im Tiefbauamt, nun weitgehend erledigt, als nächstes beginnt die Phase des „Ingenieurbaus“, bei dem die eigentliche Brücke in ihrer Substanz saniert wird. Im Tiefbauamt versichert man: „Wir liegen genau im Zeitplan.“

Man kann noch so viele Schilder aufstellen...“

Thomas Hägele, Ordnungsamt
An der Oberfläche ist alles abgeräumt an der Baustelle Waldstetter Brücke - als nächstes geht es in die Tiefe.

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