Die Freiheit in den Bäumen

  • Weitere
    schließen
+
Hoch hinaus: Seit Samstag ist der Kletterwald im Himmelsgarten Wetzgau wieder geöffnet. Unter Hygiene- und Abstandsregeln und auch nur für 100 Menschen am Tag.
  • schließen

Seit Samstag ist der Kletterwald Skypark im Himmelsgarten geöffnet. Viele nutzten das Angebot, vor allem Familien, die sich über die Abwechslung freuten.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau

Auf einem Podest steht ein Junge unschlüssig an der Kante. „Komm, Sebastian, trau dich“, ruft ihm sein Vater zu. Noch ein kurzes Zögern, dann lässt sich Sebastian fallen und saust am Seil über den nahen Boden. Dasselbe darf er nach der Einweisung gleich mehrere Meter in der Höhe machen, nämlich im Kletterwald Skypark in Wetzgau.

Seit Samstag ist die Anlage im Himmelsgarten wieder geöffnet. Unter Hygiene- und Abstandsregeln und auch nur für 100 Menschen am Tag. „Bis heute Abend haben wir die voll“, sagt Skypark-Leiter Norbert Friedel am frühen Nachmittag. Sein Fazit zum ersten Tag? „Mega entspannt“, sagt er und strahlt hinter der Maske. „Man merkt den Menschen richtig an, wie glücklich sie sind, hier sein zu dürfen.“ Auffällig viele Väter mit ihren Kindern seien da, aber auch Großeltern, die vom Boden aus ihre Enkel in den Bäumen beobachten.

Endlich wieder raus

Carolin und ihre Freundin Johanna haben das Klettern schon hinter sich und essen jetzt fröhlich Pommes. „Super!“, hat es den Achtjährigen gefallen, ihre Augen glänzen. Carolins Vater Rolf ist mit den Mädchen aus Ellwangen gekommen. „Ich habe gehört, dass der Himmelsgarten geöffnet hat“, erzählt er. Dass auch Klettern möglich ist, sei eine Überraschung gewesen, „und zwar eine ganz tolle“. Der Vater nickt nachdrücklich: „Endlich wieder raus und was erleben.“ Üblicherweise sollen sich die Kletterwilligen vorher anmelden – wie ging das spontan? „Wir konnten gleich bei der nächsten Gruppe mitmachen“, sagt Carolins Vater. Norbert Friedel ergänzt, dass eine weitere Familie eine halbe Stunde warten musste. „Dann gab es auch für sie eine Lücke.“ Prinzipiell solle man aber vorher anrufen. Für die Pfingstferien sei der Park bereits „entspannt voll“, es gebe noch wenige Termine. Außerdem nötig: ein Nachweis für einen negativen Corona-Test, für Impfung oder Genesung. Nur einige wenige hatten nichts dabei und konnten dann zum Selbstkostenpreis einen Selbsttest unter Beobachtung vor Ort machen.

Testangebot vor Ort?

So wie Elvan und Ayse aus Durlangen mit ihren Kindern. Das Testen vor Ort sei kein Problem gewesen. „Berat kennt das ja schon aus der Schule“, sagt Mutter Ayse und meint ihren achtjährigen Sohn. Seine vierjährige Schwester Asya brauchte keinen Test. „Für mich war es das erste Mal“, erzählt ihre Mutter. Sie seien gezielt zum Klettern gekommen, um den Kindern endlich wieder etwas Schönes bieten zu können. „Dafür verzichte ich heute auch aufs Shoppen, was ich auch gerne gemacht hätte.“

Für Annik und Lukas soll das Klettern im Skypark ein Ausgleich sein. „Normalerweise klettern wir regelmäßig in der Halle in Waiblingen“, erzählt das junge Paar aus Lorch. Weil das aber noch nicht erlaubt ist, hätten sie im Internet nach Möglichkeiten gesucht. Jetzt warten sie auf die Einweisung durch Lukas Waldenmaier. Der Student findet die Atmosphäre am ersten Tag toll. „Jeder hält sich super an die Vorschriften.“

Einzig die Gastronomie sei ein Wermutstropfen, sagt Yannick Friedel. Er ist für diesen Bereich zuständig und erzählt von enttäuschten Ankömmlingen, die keinen Testnachweis gehabt hätten. „Die mussten wir leider wegschicken.“ Da man ja auch fürs Minigolf im Himmelsgarten einen Nachweis brauche, schlägt Friedel vor: „Wie wäre es mit einem Testangebot hier vor Ort?“ Zwar würden die Klettergäste meist noch etwas trinken oder essen – „der Gastro-Bereich lohnt sich trotzdem nur in Kombination mit dem Kletterwald“.

Der Kletterwald Skypark im Wetzgauer Himmelsgarten ist täglich ab 9.30 Uhr geöffnet. Klettern ist nur nach Voranmeldung möglich, via Telefon 07171/8053552 oder E-Mail skypark@skypark.de.

Mehr Infos online unter www.skypark.de.

Man merkt den Menschen richtig an, wie glücklich sie sind, hier sein zu dürfen.“

Norbert Friedel,, Leiter

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL