Geistlicher Impuls

Die Hände in den Schoß legen

  • Weitere
    schließen

Verordneter Stillstand. Zuhause bleiben. Mir fällt das schwer. Ich bin, wie sicher die meisten, lieber aktiv und in Bewegung. Wenn es äußerlich still wird, dann wird es innen drin oft erst richtig laut.

Verordneter Stillstand. Zuhause bleiben. Mir fällt das schwer. Ich bin, wie sicher die meisten, lieber aktiv und in Bewegung. Wenn es äußerlich still wird, dann wird es innen drin oft erst richtig laut. Zukunftsängste, Fragen, kleine und große Sorgen machen sich erst recht bemerkbar, wenn die vertrauten Ablenkungen weg sind. In manchen Kindergärten gibt es in der Adventszeit ein schönes Ritual. Die Kinder gehen auf einem spiralförmig angelegten, mit Kerzen markierten Weg zur Mitte. Wer "innen" ankommt, der hört und sieht mit einer größeren Aufmerksamkeit oft Neues. Der Prophet Jesaja zum Beispiel hat ein adventliches Programm, das aus diesem Innen kommt: "Denkt nicht mehr an das, was früher war. Siehe, ich mache etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?" Die Dichterin Marie-Luise Kaschnitz fragt, etwas vorsichtiger und offener: "Wer sagt, dass in dem unsichtbaren Sack Zukunft nicht auch ein Entzücken steckt?" Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, diesem mühsamen Lockdown etwas Adventliches abzuringen. Und das fängt vielleicht schon damit an, zeitweise ganz bewusst "die Hände in den Schoß zu legen", um aufmerksam zu werden und erwartend nach Innen zu gehen. Diakon Benno Engel

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL