Die Kirchen sind Trosträume in ungewisser Zeit

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Schuldekan Dr. Harry Jungbauer und Dekanin Ursula Richter verabschieden Pfarrerin Eleonore Härter (Mitte) in den Ruhestand.
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Nach 39 Jahren als evangelische Seelsorgerin geht Eleonore Härter in den Ruhestand.

Mutlangen/ Lindach.  Der Gottesdienst am Sonntag in der Lindacher Nikolauskirche war von einer starken, persönlichen Note getragen. Kein Wunder, handelte es sich doch um den Abschiedsgottesdienst von Pfarrerin Eleonore Härter, die nun nach siebenjähriger Seelsorgetätigkeit in der Kirchengemeinde Lindach-Mutlangen in den Ruhestand geht. Unter den Besucherinnen und Besuchern fanden sich neben Dekanin Ursula Richter und Schuldekan Dr. Harry Jungbauer auch beispielsweise Landrat Dr. Joachim Bläse als Gemeindemitglied und Ortsvorsteher Klaus-Peter Funk.

In ihrer letzten Predigt ging Pfarrerin Härter auf die Funktion der Gotteshäuser ein. Sie bezeichnete sie als „Trosträume“. Und stellte fest, dass der Mensch schon immer trostbedürftig war. Und eben in Gott und Jesus Christus Tröster findet. „Trost ist der Stab, auf den ich mich stützen kann.“ Der Trost bleibe, wenn alle Sicherheit wegbreche. Im Blick hatte sie hier etwa das Corona-Virus, dem man „hilflos ausgeliefert ist“, oder die Kriegsbilder aus der Ukraine, die die Menschen aller Orten fassungslos machen und im Mark erschüttern. Sie erinnerte an den zweiten Korintherbrief von Paulus, auch als „Tränenbrief“ bekannt. Und machte deutlich: „Christus macht die Menschen frei, er steht zu den Schwachen und Hilflosen, er tröstet.“ Am Ende ihrer Predigt stellte sie fest: „Die christliche Botschaft ist es wert, weitergetragen zu werden.“

Auf die Vita Eleonore Härters ging Dekanin Ursula Richter ein. Verwies darauf, dass die Pfarrerin bereits seit 39 Jahren das Evangelium weitergibt. Und sich ihrer beider Wege immer wieder kreuzten. Etwa als man vor 39 Jahren im Vikarteam war und gemeinsam die Zeit der Pershings erlebte. Es folgten Lebens- und Arbeitsstationen Härters in Lorch, Geislingen, in der Justizvollzugsanstalt Gotteszell und Herlikofen sowie in Plochingen, bis die Pfarrerin schließlich vor sieben Jahren in die Kirchengemeinde nach Lindach kam: „So schließt sich der Kreis.“ „Wir danken Gott für deine Treue und Gewissenhaftigkeit“, beschrieb die Dekanin etwa, wie stark Eleonore Härter ihre Aufmerksamkeit auf die Ökumene und ihre Tätigkeit als Dekan-Stellvertreterin neben der Seelsorge gelenkt hat. Auch ihr Engagement in der Synode und für die Umsetzung des neuen Pfarrplans. „Strukturen verändern sich – der Auftrag nicht.“ An Härter gewandt, stellte Dekanin Ursula Richter fest: „Die Früchte deines Wirkens werden wahrgenommen, du hast vielfältig Gottes Treue bezeugt.“ Mit Bedauern stellte die Dekanin fest, dass es bislang keine Bewerbung auf die Pfarrstelle gibt. Ein Vakaturplan sei erstellt, sicherte sie der Kirchengemeinde zu.

Dankesworte beim Stehempfang

Nach dem Gottesdienst, der von Härters Patenkindern mit Gitarre, Gesang, Piano und Violine sowie Heiner Kugler an der Orgel umrahmt wurde, gab es beim Stehempfang zahlreiche Grußworte, etwa von Dr. Joachim Bläse und von Lindachs Ortsvorsteher Klaus-Peter Funk. Die scheidende Pfarrerin Eleonore Härter richtete Abschiedsworte an die Kirchengemeinde, die von tiefem Dank für das gemeinsame Einbringen in der Gemeinde getragen waren. ⋌Anja Jantschik

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