Die Weihnachtsmarktabsage und die Pop-up-läden

Die Kurve gerade nochmal gekriegt

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Michael Länge
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Redaktionsleiter Michael Länge über die Weihnachtsmarktabsage und die Pop-up-Läden.

Dies vorab: Der etwas andere Weihnachtsmarkt in Schwäbisch Gmünd ist eine feine Sache.
Rückblick: Der November war in Gmünd ein Wettstreit zwischen steigenden Inzidenzen und Warnungen auf der einen Seite und einem fortwährenden Festhalten der Stadtverwaltung an einem Weihnachtsmarkt auf der anderen. Klinikchef Prof. Dr. Ulrich Solzbach warnte klar und deutlich, Landrat Dr. Joachim Bläse dezent. Die Infektionszahlen stiegen. Die Stadt berief sich auf das Land. Und wartete zu. Zwei Tage vor der Eröffnung zog sie die Reißleine. Der Inzidenzzahlen wegen. Dies war richtig, zumal das Land an diesem Freitag alle Weihnachtsmärkte geschlossen hat.
Die Kehrseite: Die Standbetreiber, die sich über Wochen auf den Weihnachtsmarkt vorbereitet haben, sind die Leidtragenden. Sie haben nicht nur vergeblich Buden aufgebaut und geschmückt. Sie sitzen auch auf Produkten, in die sie Geld und Zeit gesteckt haben und die sie nun nicht verkaufen konnten. Für diejenigen Standbetreiber, die dies wollten, bietet die Stadt nun Hilfe. 15 Verkäufer auf dem Weihnachtsmarkt ziehen bis Heiligabend in vier Leerstände beim Marktplatz. Zum Nulltarif. Denn die Hausbesitzer sind solidarisch, wollen keine Miete.
Kritik gibt's in sozialen Medien. Bürger verstehen nicht, dass Pop-up-Läden sicherer sein sollen als der Weihnachtsmarkt. Sie übersehen: In Pop-up-Läden gibt es, anders als auf Weihnachtsmärkten, keine Glühwein-Partymeilen. Und: Für Pop-up-Läden gilt, wie für den gesamten Handel, die 2G-Regel. Diese bietet ein Maß an Sicherheit. So hat die Stadt aus einer misslichen Lage doch noch etwas Gutes gemacht.

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