Die Ruhe auf der Baustelle ist relativ

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Eine Betonwand wird die Herlikofer Straße Richtung Hang abstützen. Den Aushub dafür haben die Bauarbeiter schon gemacht.
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Die Baustelle am Herliköfer Berg kommt gut voran. Anwohner ärgern sich, dass zu viel Verkehr zu schnell auf der Schwarzwaldstraße unterwegs sei. Doch Radarkontrollen zeigen kaum Beanstandungen.

Schwäbisch Gmünd. So in Ruhe wie auf dieser Baustelle habe er noch selten arbeiten können, sagt Bauleiter Markus Eichele vom Bauunternehmen Eichele über die laufende Sanierung der Herlikofer Straße. Anwohner der parallel verlaufenden Schwarzwaldstraße sehen das mit der Ruhe anders. Manche haben sich beim Ordnungsamt über den vermehrten Verkehr beschwert, seitdem die Baustelle vor eineinhalb Wochen gestartet ist, wie Thomas Hägele vom Ordnungsamt berichtet. Weil auch der Hinweis kam, dass die Fahrer deutlich schneller als mit den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs seien, veranlasste das Ordnungsamt Radarkontrollen.

Seit Montag vergangene Woche standen Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung täglich zwei bis drei Stunden in der Schwarzwaldstraße, erzählt Rabea Haug, Leiterin der Bußgeldstelle. Dabei seien pro Tag zwischen fünf und 15 Fahrer gemessen worden, die zu schnell unterwegs waren. Das sei vergleichsweise wenig, sagt sie und fügt hinzu: „Es waren keine extremen Geschwindigkeiten dabei.“ Wer dort mit 61 km/h unterwegs wäre, würde ein Fahrverbot kassieren. Das sei während der Zeit der Kontrollen seit eineinhalb Wochen aber bei niemandem der Fall gewesen. Doch Thomas Hägele weiß: Anwohner empfinden die Geschwindigkeit der Autos oft höher, als sie tatsächlich ist.

Dass mehr Verkehr auf der Schwarzwaldstraße unterwegs sei, bleibe nicht aus. Zumal auch Baustellenfahrzeuge die Strecke nutzen. Anders können die Arbeiter nicht zur Baustelle fahren, erklärt Markus Eichele.

Derzeit seien dort acht Leute in drei Trupps zugange. Entsprechend meint der Bauleiter: „Wir sind gut im Zeitplan.“ So haben die Arbeiter bereits das Erdreich im oberen Bereich an der Hangkante ausgehoben, damit sie dort nächste Woche die Anker für die neue Betonstützwand bohren können. An einigen Stellen der Landesstraße 1075 haben die Arbeiter den Asphalt aufgebrochen, um den Unterbau mit Zement zu stabilisieren.

Ein weiterer Bautrupp ist an den Bushaltestellen zugange: Fünf sind abgebrochen. Zwei davon haben schon die neuen hohen Bordsteine, über die Fahrgäste künftig ebenerdig in die Busse gelangen. Insgesamt sind es acht Bushaltestellen, die es so umzubauen gilt: fünf innerorts, für welche die Stadt aufkommen muss, und drei außerorts an der Landesstraße, die auf das Konto des Landes gehen. 

Vollsperrung bis Herbst 

Die Gesamtkosten der 2,6 Kilometer langen Baumaßnahme über rund zwei Millionen Euro finanzieren Stadt und Land jeweils grob zur Hälfte. Das Teuerste an den Arbeiten ist die Sicherung des Untergrundes der Straße: Mikrobohrpfähle sollen verhindern, dass sich die Fahrbahn in Zukunft wieder setzt und so erneut Risse entstehen.

Bis Ende Oktober wollen die Bauarbeiter mit der Sanierung der Landesstraße fertig sein, die bis dahin komplett für den Verkehr gesperrt bleiben wird. Derzeit können Anlieger noch über die untere und die obere Einmündung in die Schwarzwaldstraße fahren. Ab Mitte Mai werden sie nur noch über Herlikofen an ihre Häuser gelangen, kündigt Thomas Hägele an.

Wie läuft es an den Umleitungsstrecken?

Die Umleitung führt über die B29 und Iggingen nach Herlikofen. Er gehe davon aus, dass der überregionale Verkehr diese von den Navis angezeigte Strecke nutzt, meint Thomas Hägele. Weil ortskundige Fahrer mitunter die Ausweichrouten über Hussenhofen oder Lindach wählen, stand der Radarwagen auch in der Panoramastraße und in der Hans-Diemar-Straße. Die Daten seien noch nicht ausgewertet, sagt Rabea Haug. Doch Auffälligkeiten habe es auch hier nicht gegeben. jul

Eine Betonwand wird die Herlikofer Straße Richtung Hang abstützen. Den Aushub dafür haben die Bauarbeiter schon gemacht.
Eine Betonwand wird die Herlikofer Straße Richtung Hang abstützen. Den Aushub dafür haben die Bauarbeiter schon gemacht.

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