Der „Neustart“ in Gmünd am nächsten Wochenende

Dieser Reigen ist eine Gratwanderung

  • Weitere
    schließen
+
Wolfgang Fischer
  • schließen

Mit einem „Neustart“ will Gmünd die weitere Lockerung der Corona-Einschränkungen feiern, Oberbürgermeister Richard Arnold sieht den Veranstaltungsreigen am nächsten Wochenende schon als Start in einen „Sommer der Leichtigkeit“. Sicher haben viele Menschen auf solch ein Signal nach den Monaten des Lockdowns und der Einschränkungen gewartet. Doch könnten viele das Signal auch falsch auffassen:

nämlich so, dass die Zeit der Entbehrungen nun vorbei ist, dass nun tatsächlich die Leichtigkeit kommen kann.
Der Reigen wird deshalb zur Gratwanderung. Zwar hält die Stadtverwaltung einige Vorsichtsmaßnahmen aufrecht: die Besucherzahlen vor der Bühne werden begrenzt, die Kontaktdaten erhoben. Und auch in den Remspark sollen insgesamt nur 750 Menschen gleichzeitig dürfen. Bleibt die Frage, wie strikt die Stadt diese Grenzen kontrolliert, wie Feierfreudige reagieren, wenn sie hören, dass für sie eben kein Platz im Park mehr ist.
Dass man weitere Freiheiten erprobt, ist richtig, zumal die Impfzahlen steigen. Aber zur Erprobung gehört eben auch Vorsicht. So wäre es besser gewesen, die Darbietungen weiter im Stadtgebiet zu streuen. Auch eine größere zeitliche Streuung wäre möglich gewesen. Im Übrigen gibt die Verwaltung einen Teil der Verantwortung an die Besucher ab. Die sind gut beraten, eben von sich aus Abstandsregeln beizubehalten. Denn die neue Delta-Variante des Coronavirus, die sich auch im Osten Württembergs verbreitet, zeichnet sich durch neue Gefahren aus.
Und wir erinnern uns: Die Grundlage für die dritte große Corona-Welle wurde im Sommer der Leichtigkeit 2020 gelegt. Wolfgang Fischer

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL