Drei wundervolle Zeichen gegen Krieg

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Michael Länge
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Eine Kundgebung, ein Gebet und keine Fasnet in Gmünd.

Bemerkenswert: Gmünds Narren und die Stadtspitze haben richtig entschieden: Sie verzichteten am Donnerstagabend auf eine lautstark-närrische Schlüsselübergabe im Gmünder Rathaus. Und sie verzichten an diesem Samstag auf das geplante närrische Treiben um die Eisbahn und den Prediger, das wegen Corona ein kleiner Ersatz sein sollte - für das einmal mehr entfallene Guggentreffen und den einmal mehr entfallenen Gaudiwurm. Das ist gut. Denn wem ist nach Wladimir Putins Angriff auf die Ukraine und den freien Westen noch nach Gaudi zumute. Die Gmender Narren ziehen stattdessen, in kleinen Gruppen und im Häs, mit vier Bollerwagen und leise durch die Stadt und verteilen Blumen und Bonbons. Sie zeigen, dass es sie noch gibt.


Bemerkenswert: Etwa 60 junge Menschen haben am Donnerstagabend auf Gmünds Marktplatz ihre „Solidarität mit der Ukraine“ bekundet. Es waren nicht die 60-Jährigen, die 70-Jährigen, die 80-Jährigen, die zu dieser kreisweiten Kundgebung aufgerufen haben. Nicht diejenigen also, die den Kalten Krieg aus eigenem Erleben kennen. Sondern es waren junge Menschen von den Jusos, der Grünen Jugend, der Jungen Union und den Jungen Liberalen, die den Kalten Krieg aus dem Geschichtsunterricht kennen und nicht selbst erlebt haben. Diejenigen also, von denen solches Engagement nicht zuallererst erwartet worden wäre.


Bemerkenswert: Die Dekane Ursula Richter und Robert Kloker haben am Freitagabend in die Franziskuskirche geladen. Viele ältere Menschen folgten ihrer Einladung. Wenn nicht jetzt Kirche, wann dann. Das Friedensgebet als Zeichen für die Kraft der Worte. Statt Waffen. 

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