Ein Friedensgebet für die Ukraine

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Münster Patrozinium
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Viele Gläubige nahmen am Festgottesdienst im Heilig-Kreuz-Münster teil. 

Schwäbisch Gmünd. „Das Kreuz ist ein Zeichen für den Sieg, dass die Liebe Gottes erhöht. Und ein Zeichen des Friedens, den Gott endgültig für uns gemacht hat“, ging Dekan und Münsterpfarrer Robert Kloker beim Patrozinium im Gmünder Heilig-Kreuz-Münster auf die Symbolik des Kreuzes ein. Im Blick hatte er ebenso wie die zahlreichen Gläubigen im Gotteshaus das kostbare Heilig-Kreuz-Reliquiar, das vor dem Altar platziert war. Umrandet von rotem Samt. Auch auf den Stufen vor dem Altarraum präsentierte sich roter Samt, der durch seine geschickte Drapierung wirkte, als würde er die Stufen hinabfließen.

„Das Kreuz heilt die Welt, gibt ihr Hoffnung und Leben“, führte Robert Kloker aus. Es erinnere auf den Gräbern an den Tod und die Auferstehung. Angesichts der aktuellen Kriegsgeschehnisse in der Ukraine betonte der Dekan, „dass wir nicht im luftleeren Raum leben“. Er fragte: „Wie können wir als Christen reagieren, wenn die Sprache der Gewalt regiert?“ Darauf gebe es aus seiner Sicht drei Antworten. Bei der Betrachtung Jesu am Kreuz werde zugleich das neue Leben vor Augen geführt durch seine Auferstehung. Denn Jesu kenne das Leben. „Er hat gelitten, wurde gekreuzigt und umgebracht.“ Eben dieses Kreuz feiere man daher besonders als Zeichen der Hoffnung. Als Christ gelte es zudem, Menschen, die den Krieg, die Unterdrückung und Ohnmacht erleben, Gottes Liebe sichtbar zu machen. „Wir sind Zeugen der Liebe Gottes“, appellierte Kloker, etwa aktuell ukrainischen Flüchtlingen Hilfe zukommen zu lassen. Wie es bereits durch die Caritas und andere Hilfswerke geschehe. Es gehe um Mitgefühl und Solidarität, untermauerte der Dekan. „Beten wir heute im Zeichen des Kreuzes für die Ukraine“, forderte er die Gläubigen im Heilig-Kreuz-Münster auf. „Beten wir um die Sieghaftigkeit der wehrlosen Liebe Gottes über alle Gewalt“. Denn, so betonte Kloker, letztlich werde das Kreuz siegen über alle Gewalt. „Die Gewalt wird nie über den Frieden siegen.“ Zumal das Leid und der Tod Jesu nicht das letzte Wort Gottes gewesen seien. Auch ein Vertreter der italienischen Gemeinde trug Fürbitten in seiner Muttersprache vor.

Holz von Jesu Kreuz

 Die Festmesse zum Fest „Kreuzerhöhung“ wurde mit der „Messe brève“ von Léo Delibes (1836-1891) für gemischten Chor, Bläser und Orgel feierlich gestaltet. Es musizierten der Münsterchor, das Bläserensemble des Münsters sowie Susanne Rott an der Klais-Orgel unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Stephan Beck. Der europäischen Bischofskonferenz folgend, wurde an diesem Fest, das in den Kirchen des Ostens auch besonders geschätzt wird, auch im Heilig-Kreuz-Münster beim Patrozinium für den Frieden in der Ukraine gebetet. An diesem Tag kehrte auch das kostbare Heilig-Kreuz-Reliquiar, ein Holzstück aus dem Kreuz, an dem Jesus gestorben ist,  aus dem Münsterschatz ins Heilig-Kreuz-Münster zurück.  Anja Jantschik

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