Ein hoffnungsvoller Neuanfang für alle Menschen

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Viele hundert Gläubige feierten am Sonntag vor der Wallfahrtskirche Hohenrechberg mit Pfarrer Dr. Horst Walter den Gottesdienst.
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Gottesdienst mit Weihe der Kräuterbüschel auf dem Hohenrechberg mit hunderten Besuchern.

Schwäbisch-Gmünd/Rechberg Wohl dem Parkplatzsuchenden, der sich am Sonntag früh aufgemacht hatte zum Besuch des Gottesdienstes auf dem Hohenrechberg. Denn lange vor dessen Beginn waren alle Parkplätze im Ort belegt. Zwei Shuttlebusse brachten die Gläubigen, die nicht so gut zu Fuß waren, hoch zur Wallfahrtskirche. Geduldig wurde da in der Schlange gestanden, bis man einen Platz im Bus ergattern konnte. Viele andere, darunter auch einige Familien, nahmen den Weg hinauf zu St. Maria auf Schusters Rappen auf sich.

Oben angekommen, wurden die Gläubigen vom Duft der rund 230 Weihbüschel empfangen, die auf dem Vorplatz gegen eine Spende abgegeben wurden. Etwa 200 Besucherinnen und Besucher hatten sich zum Gottesdienst angemeldet, doch die gut belegten Schrannen zeigten deutlich, dass weit mehr gekommen waren. Einige hatten zudem Decken mitgebracht und es sich auf dem Gras unter den schattenspendenden Bäumen gemütlich gemacht. Mitsamt der Kräuterbüschel, die Pfarrer Dr. Horst Walter im Anschluss an den Gottesdienst segnete.

Mit dem Hohenrechberger Wallfahrtslied eröffneten die Mitglieder des Musikvereins aus Wißgoldingen und weitere Musikanten aus dem Filstal den traditionellen Gottesdienst bei strahlend blauem Himmel. Unter anderem wurde auch das „Gloria“ aus der Schubertmesse dargeboten. Auf dem Platz vor der Wallfahrtskirche war ein Altar aufgebaut worden. Weshalb sehr viel mehr Gläubige dem Gottesdienst folgen konnten als in der Kirche, die bedingt durch die Coronaauflage nur begrenzt Platz geboten hätte. Neben Dr. Horst Walter konnte auch Pfarrer Michael Schumacher begrüßt werden.

In seiner Predigt ging Pfarrer Walter auf die Legende ein, in der die Jünger bei Öffnung des Sarges nicht den Leichnam Mariens fanden, sondern einen duftenden Kräuter/Blumenbüschel. Und so sei Maria „der Prototyp“ der Auferstehung geworden. Was bedeute, dass nicht nur an Ostern, sondern eben auch am 15. August, zu Maria Himmelfahrt, die Auferstehung verheißen sei, sagte der Pfarrer. Quasi ein Osterfest im Sommer, ein „Auferstehungsfest“. So gebe Maria große Hoffnung über den Tod hinaus. Maria Himmelfahrt sei quasi das „Kraut der Hoffnung“.

Am 22. August folge Maria Königin als „Kraut der Fürsprache“, Maria Geburt am 8. September werde zum „Kraut des Neuanfangs“ und Maria Namen am 12. September zum „Kraut der Wertschätzung“. Abschließend noch, am 15. September, die sieben Schmerzen Mariens das „Kraut des Beistands im Leiden“. Pfarrer Dr. Walter forderte dazu auf, die Kräuterbüschel mit nach Hause zu nehmen, ihnen einen Ehrenplatz zu geben, sie anzuschauen und „von ihnen zu zehren“ - als Zeichen der Hoffnung und der Auferstehung.

Der Marienmonat im Sommer, der am 15. August startet und bis zum 15. September geht, stehe für die Ernte, die Heilkräuter seien reif und böten in diesen Tagen eine besondere Fülle an Wirkstoffen, beschrieb der Geistliche. Walter ermunterte dazu, einen neuen Gedanken zu fassen. Nämlich, dass jeder dieser Marienfeiertage mit einem Kraut zu verbinden sei. „So entsteht ein ganz eigenes Kräuterbüschel.“

Auch die Fürbitten bezogen sich auf die unterschiedlichen Kräuter. Etwa das des Beistands im Leiden für die vielen Menschen, die ein schweres Kreuz zu tragen haben und erschöpft sind. Oder das Kraut der Wertschätzung für alle Menschen, die sich minderwertig und nicht liebenswürdig vorkommen. Auch das Kraut des Neuanfangs für alle Menschen, die die Liebe des Herrn noch nicht kennengelernt oder den Zugang zu ihm verloren haben. Und das Kraut der Fürsprache für alle, die in ihren Sorgen nicht ein und aus wissen. Und schließlich das Kraut der Hoffnung für alle, die gestorben sind. Anja Jantschik

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