Ein Netzwerk für die Natur

+
Die Biotopverbundplanung soll aufzeigen, wo man zwischen zwei weit auseinanderliegenden Biotopen einen „Trittstein“ anlegen könnte. Damit sich die Tiere leichter tun, neuen Lebensraum zu besiedeln.

Artenschutz für Flora und Fauna sind das Ziel einer aktuell laufenden Biotopverbundplanung für Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd. Wir wollen effektiv etwas für den Artenschutz machen“, beschreibt Sibylle Klaus das Ziel, das sich hinter der Biotopverbundplanung verbirgt. Die stellvertretende Leiterin des garten- und Friedhofamts erläuterte weiter, dass die Geschützten Flächen besser verbunden werden sollen. Gerhard Hackner machte als Leiter des Amts für Stadtentwicklung klar, dass der Landschaftsplan ein großes Beiwerk für den aktuell laufenden Flächennutzungsplan für die Stadt ist. Und so auch der Biotopverbundplan „ideal im Gleichklang“ mit der Biotopverbundplanung des Landes und des städtischen Flächennutzungsplans entwickelt wird.

Das Ellwanger Büro Blaser ist mit der Planung vertraut, das Land übernimmt 90 Prozent der Planungskosten. Es geht um die Schaffung neuer Lebensräume für Tier und Pflanzen, um die „Bewahrung und Stärkung der Kulturlandschaft“. So wird die Biotopverbundplanung, die bis Ende 2023 fertiggestellt ist, quasi „ein Handbuch für künftige Ausgleichsmaßnahmen“ der Stadt.
Bei der kürzlichen Informationsveranstaltung in der Lindacher Eichenrainhalle beschrieb Julia Zwick als

Biotopverbundsbotschafterin beim Landschaftserhaltungsverband (LEV) des Ostalbkreises, dass der Biotopverbund „ein Netzwerk der Natur“ darstellt. „Es geht um die Sicherung der Population wild lebender Tiere und Pflanzen.“ Warum es Handlungsbedarf gibt, liegt auf der Hand. So wird etwa der natürliche Lebensraum immer mehr beschnitten durch Straßenbau. Auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft trägt zur Verkleinerung und „Verinselung“ der Biotope bei. Allgemeiner Artenrückgang und Insektensterben sind die Folge.

Die Biotopverbundplanung soll aufzeigen, wo man zwischen zwei weit auseinanderliegenden Biotopen einen „Trittstein“ anlegen könnte. Damit sich die Tiere leichter tun, neuen Lebensraum zu besiedeln. Oder aber, es wird in der Planung aufgezeigt, wo beispielsweise ein vorhandenes Biotop, etwa ein Steinriegel oder ein Auenwald und ein Streifen entlang von Ackerfläche so aufgewertet werden kann, dass es einen Mehrwert für die Lebewesen gibt.

Freiwillig, keine Verpflichtung

Julia Zwick betonte, dass die Biotopverbundplanung „keine neue Schutzgebietskulisse, sondern eine neue Förderkulisse“ ist. Sprich, Bewirtschafter und Eigentümer erhalten Fördersätze, wenn sie im Rahmen dieser Planung aktiv für die Natur werden. Etwa Blühstreifen anlegen. Hackner erklärte, dass Flächen im Biotopverbund von der Stadt auch - wenn möglich - aufgekauft und aufgewertet werden. Diese Aufwertung kommt dann Ökokonto der Stadt zugute. Schließlich muss man bei jedem neuen Baugebiet oder Gewerbegebiet eine Ausgleichsfläche anlegen. Tümpel können angelegt, Obstbaumwiesen aufgewertet oder Gewässerrandstreifen naturnah unterstützt werden. Aber eben alles auf freiwilliger Basis, die gefördert wird.

Bereits zweimal erkundeten Mitarbeiter des Büro Blaser aus Ellwangen die Gmünder Gemarkung, um die Biotope aufzunehmen. Mindestens „zwei weitere Gänge folgen noch“, erklärte Marco Saver vom Büro. Ende 2023 werden dann sogenannte „Maßnahmenbriefe“ an die Stadt überreicht, die „mit dem Flächennutzungsplan korrespondieren“, sagt Gerhard Hackner. Trockene und mittlere sowie feuchte Standorte werden sich darin finden.

Und die können dann aufgewertet werden. Von der Wachholderheide über Obstbaumwiesen und Feuchtwiesen oder Auenwäler.

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Kommentare