Ein Neubaugebiet beim Lindenfeld ist vom Tisch

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Mit den Flächen, die der Flächennutzungsplan für Bettringen vorsieht, kann das Gremium gut leben.

Gmünd-Bettringen. Wohnungen und Bauplätze werden dringend benötigt, doch ein knapp 20 Hektar großes Neubaugebiet aus dem Boden zu stampfen, ist eine große Nummer. Für Bettringen ist das Areal zwischen Lindenfeld und Stiftung Haus Lindenhof, das als Optionsfläche gilt, fürs erste vom Tisch: In der Flächenkulisse zum Flächennutzungsplan, Zieljahr 2035, die Gerhard Hackner im Bettringer Ortschaftsrat vorstellte, ist das erweiterte Lindenfeld nicht vorgesehen, was für Erleichterung bei den Fraktionen sorgte.

Insgesamt habe man 32,7 Hektar für Bettringen untersucht; nachdem das Lindenfeld mit 19,9 Hektar herausgefallen ist, verbleiben 12,8 Hektar, erläuterte der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung. Dazu zählen Mischgebiete auf dem Gügling, die „bereits gesetzt sind“, außerdem sei die Ampel auf grün im Bereich Hirschfeldweg/Amselweg mit 2,4 Hektar sowie bei Buhläcker 1 und 2 mit 2,3 und 2 Hektar und an der Scheffoldstraße mit 1,1 Hektar. Wohnen an der Güglingstraße nannte er ein bereits laufendes Verfahren.

Ein aufwendiges Prozedere

Mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans sei die Stadt seit 2015 beschäftigt, holte Hackner etwas weiter aus und stellte das aufwendige Prozedere vor: Ein langer Kriterienkatalog sei angewendet worden, um zu sehen, welche der insgesamt 75 möglichen Flächen geeignet sind. Er sprach von „klimagerechtem Flächenmanagement“, doch auch umweltökonomische und ökonomische Aspekte seien bewertet worden sowie die Verkehrsanbindung, Siedlungsstrukturen, Innenentwicklung und Arrondierung. Allein bei den Umweltkriterien habe man 22 Kategorien berücksichtigt.

Unter dem Begriff „Sondereffekte“ summierte er alles, was mit Erneuerbaren Energien zu tun hat, und nannte Aspen und weitere Flächen, die für Solarenergie und Windkraft gerade generiert werden, zum Beispiel die geplante Photovoltaikanlage am Georgishof.

„Wir können mit dem Flächennutzungsplan sehr gut leben“, fasste Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert das Meinungsbild im Gremium zusammen. Alle zeigten sich froh, dass das Lindenfeld nicht aufgenommen wurde. Es sei zu wichtig als landwirtschaftliche Fläche, meinte Gerhard Bucher für die SPD-Fraktion. Man solle Bettringen innerörtlich weiterentwickeln. Er forderte mehr Leerstandsmanagement, um leerstehende Wohnungen für den Wohnungsmarkt zu gewinnen.

Tickert sprach das Dilemma an, dass gefühlt jede neu versiegelte Fläche eine zu viel ist, der Bedarf aber da sei. Für die CDU gab Hannes Barth grünes Licht und forderte, mit der kostbaren Landschaft sorgsam umzugehen. Hackner sicherte den Bettringern zu, die Nachverdichtung weiter voranzutreiben.  

Eine Vision für Nordwest

Weiterer Tagesordnungspunkt war der Bürgerverein Bettringen, genauer gesagt eine neue Gruppierung in seinen Reihen: Nordwest attraktiv. Die Sprecher Wolfgang Schiek und Ludmilla Abele stellten ihre Pläne für das, wie sie sagten, „in die Jahre gekommene Quartier“ vor, das aus ihrer Sicht mehr als eine Wohn- und Schlafstadt sein könnte.

Die Grundvision sei, den Berliner Weg, der quer durch Nordwest geht, als vitale Lebensader herauszuarbeiten. Ihnen schwebt ein Ort der Begegnung vor, mit gepflegten Grünanlagen und Skulpturen. Mit Veranstaltungen wollen sie die Meile als zentralen Treffpunkt etablieren. Schon im Herbst soll ein Flohmarkt dort stattfinden.

Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert nannte es wichtig, dass sich die Bewohner für ihr Wohnumfeld interessieren und sicherte die Unterstützung durch den Ortschaftsrat zu. Fabian Wolf (CDU) sprach von einer „wunderbaren Entwicklung“ in Nordwest, die sich vielversprechend anhöre. Birgit Markert

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