Ein „Pony“ im feinen Anzug

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Jochen König mit seinem Ford Mustang 1968 in Eschach.
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Jochen König fährt das Kraftpaket der 1960er-Jahre. Makellose Optik und zuverlässiger V8 sorgen für Oldtimerspaß pur.

Jochen Königs Ford Mustang 1968

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Ein Augenschmaus für Oldtimer-Liebhaber: Der Ford Mustang 1968 von Jochen König.  © Tom
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Ein Augenschmaus für Oldtimer-Liebhaber: Der Ford Mustang 1968 von Jochen König.  © Tom
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Ein Augenschmaus für Oldtimer-Liebhaber: Der Ford Mustang 1968 von Jochen König.  © Tom
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Ein Augenschmaus für Oldtimer-Liebhaber: Der Ford Mustang 1968 von Jochen König.  © Tom

Schwäbisch Gmünd/Eschach. Das Jahr 1964 läutet eine musikalische Wende ein. Die Beatles erobern von Großbritannien aus die Welt, sorgen bei Auftritten für eine kreischende Menge und versilbern den Erfolg: Fachleute schätzen das Vermögen jedes Einzelnen schon auf elf Millionen Mark.

Keine Wende, aber einen Trend setzt Ford mit der Präsentation des Mustang. Pony-Cars nennt man ab jetzt Autos dieser Machart: Dazu gehören ein großvolumiger V8-Motor, zwei Türen, lange Motorhaube und kurze Heckpartie. Das Rezept findet in den Folgejahren Nachahmer, andere Hersteller springen auf den Zug auf. Ford schafft gleich mehrere Varianten, Coupé, Cabrio und Fastback und das gibt’s schon für einen Einstiegspreis von 2368 Dollar. Günstig wird‘s, weil der Autobauer in vorhandene Teileregale greift.

Viele Jahre späterbegeistert so ein Auto Jochen König, der in Aalen aufwächst. Ein Nachbar schätzt offensichtlich US-Cars und hat nicht nur einen Chevrolet vor der Haustüre, sondern auch einen Ford Mustang, in hübschem hellblau und mit sonorem V-8-Grollen, sobald der Wagen startet. „Ich habe schon damals gerne nach Autos geschaut“, sagt Jochen König, heute Bürgermeister der Gemeinde Eschach. Seine Vorliebe für großvolumige Modelle aus den USA führt ihn immer wieder auf Treffen, bei denen es US-Cars zu sehen gibt. Aber in der jungen Familie mit zwei Kindern ist kein Platz für so ein Auto. Weitere Jahre sind vergangen, der Wunsch ist geblieben. In den vergangenen fünf, sechs Jahren habe ich mich intensiver damit beschäftigt, mich nach einem Ford Mustang umgesehen“, so Jochen König.

Ganz in der Nähe

Im Blick hat er aber kein himmelblaues Auto, sondern legt andere Kriterien fest: Schwarz sollte der Wagen sein, unverbastelt und in gutem Zustand. „Außerdem sollte er nicht in Bielefeld oder Passau stehen, sondern in überschaubarer Nähe“, erinnert er sich an die Fahrzeugsuche. Dann spielt der Zufall mit: Ein Freund weiß von einem Mustang-Besitzer im Kreis, Jochen König lässt sich das nicht zwei Mal sagen. Er ist gleich vor Ort. Und überzeugt: „Der Besitzer hat den Schlüssel rumgedreht, der 68er-Mustang ist sofort angesprungen.“ Das Auto ist innen wie außen makellos, trägt den eleganten schwarzen Lack und lässt im Innern keine Wünsche offen,die Ledersitze sind wie aus dem Schaufenster. Selbst die H-Nummer kann er übernehmen, in der die Zahl 68 vorkommt. Am Zündschlüssel hängt ein kleines Metallplättchen mit der Prägung „Mexico“,Hinweis auf die Herkunft des Wagens. Eine genaue Historie wird nichtmitgeliefert, aber einige verbaute Teile lassen auf die Verwendung als Wettbewerbsauto für die Viertelmeile schließen. Ein Rennkühlerist drin, ein besonderer Krümmer und eine kurze Getriebeübersetzung. „Den Kühler habe ich selbst gewechselt, Krümmer und Getriebe in einer Fachwerkstatt austauschen lassen“, sagt Jochen König, der ansonsten mit dem Auto keinen Kummer hat. Nur einen kleinen Zwischenfall. Durch den Umbau der Bordspannung auf 12 Volt ist die Tankanzeige nicht mehr korrekt. Der Wagen bleibt ohne Sprit im Tank liegen. „Aber ich hatte einen Kanister Benzin im Kofferraum,deshalb war es kein Problem.“

Freude bei Passanten

Und wenn doch mal eine Mustang-Frage auftaucht, kann Jochen König auf vielfältigen Rat setzen: Er ist Mitglied im Club Mustang-Freunde-Stuttgart und der American-Cars-Community Ostalb. Da hilft man sich untereinander. Oder erhält auch mal Tipps für einen Oldtimer-Ausflug: Vor wenigen Tagenwaren die American-Cars-Freunde entlang der Albkante unterwegs, streiften Essingen, Göppingen und Lorch. Solche Ausflüge schätzt Jochen König, nutzt das Auto – bei trockenem Wetter – auch mal im Alltag, fährt ins Rathaus oder zu Terminen in Nachbarorte. Dabei trifft er immer wieder auf Menschen, denen beim Anblick eines Oldtimers ein Lächeln im Gesicht steht, die ihn nach Baujahr und Motor fragen oder einfach über die Straße rufen: „Geile Karre“.

Ich habe schon damals gerne nach Autos geschaut.“

Jochen König,, Bürgermeister

Kein Verkehrshindernis

Das ist der Mustang spätestens, wenn der Motor startet. Das Grollen des Achtzylinders gehört zum Mustang, seit dem Einbau eines serienmäßigen Krümmers ist der Ton auch dezenter und angenehmer beim Fahren, wie der Oldtimer-Liebhaber weiß. Mit den 200 PS kann er im Verkehr auch mehr als mitschwimmen. Und mit den (möglicherweise früher nachgerüsteten) Scheibenbremsen auch präzise verzögern.

Das war beim Ford Mustang nicht immer so. Die Wirkung der Trommelbremsen, so die eigene Erfahrung mit einem 67er-Mustang, erinnern eher an die Verzögerung eines Ozeandampfers. Das Fahrwerk der Ur-Version nimmt bei der ersten Serie allzu forsche Kurvengeschwindigkeiten übel. Dafür lässt es sich kaum entspannter cruisen als in diesem Pony-Car. Daran hat sich in über 50 Jahren nichts geändert.

  • Erfolgreich auch auf Bildschirm und Leinwand
  • Bei der Zahl der Filmauftritte nimmt es der Ford Mustang mit legendären Schaupielern auf. Insgesamt ist er in über 500 Kinofilmen oder Fernsehserien zu erleben. Unmittelbar nach der Markteinführung sehen ihn Kinobesucher in „Der Gendarm von Saint Tropez“ im Jahr 1964. Zwei Mal hat der Mustang Auftritte in Bond-Filmen: In „Goldfinger“ und„Diamantenfieber“schlüpfen wird er bei Verfolgungsjagden gesehen. Steve Mc Queen, Rock Hudson oder Tom Cruise hatten es im Film mit dem Mustang zu tun. Chuck Berry und Wilson Picket notierten Erfolge mit Songs um den Mustang.
  • Den Namen Mustang trägt der Ford in Deutschland zunächst nicht. Kreidler und Krupp hatten die Bezeichnung geschützt, Ford bot den Wagen hierzulande als „T5“ an. Dem Verkaufserfolg schadete es nicht. Mehr als zehn Millionen Mustang der unterschiedlichen Baureihen wurden verkauft. kust

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