Eine Ladenchefin, die sich was dazuverdient

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Reduzierte Öffnungszeiten: Die Beschäftigten im unverpackt GD haben künftig am Montag und Dienstag immer frei.
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Reduzierte Öffnungszeiten im Unverpackt-Laden, ein Hochzeitsboom beim Herrenausstatter Dieterich. Die Gmünder und das Geld ausgeben – ein Stimmungsbild aus einigen Branchen. 

Schwäbisch Gmünd. Am Montag und Dienstag ist künftig geschlossen: Beim unverpackt GD am Kalten Markt ändern sich ab 29. August die Öffnungszeiten, statt einer Sechs-Tage-Woche ist dann nur noch für vier Tage geöffnet. „Die Kaufkraft lässt nach“, sagt Inhaberin Stephanie Adler zur Begründung.“ Es ist Inflation, die Energiepreise sind stark gestiegen. „Das merkt man gerade, dass die Leute sparen. Ich kann das nachvollziehen.“

Seit Juni 2015 betreibt Stephanie Adler den unverpackt-Laden in Gmünd. „Die ersten Jahre waren gute Jahre“, sagt sie. Dennoch will sie jetzt, wo das Geschäft nachgelassen hat, nicht die Segel streichen: „Ich gebe nicht auf.“ An den zwei Tagen pro Woche, wenn der Laden zu bleibt, arbeite sie dann woanders: „Da gehe ich als Chefin Geld verdienen.“

Anders ist die Lage beim Modehaus Dieterich. „Ich bin zufrieden“, sagt Geschäftsführer Stephan Wahl übers Geschäft derzeit. Das letzte halbe Jahr sei „im festlichen Bereich“ sehr gut gelaufen. „Hochzeit ist im Moment Thema Nummer eins.“ Zudem habe das lang andauernde sonnige Wetter den Absatz der Sommerware befördert. Dass sein Geschäft zu über 80 Prozent von Stammkunden besucht werde, auch das hält Wahl für einen stabilisierenden Faktor.

Auf Stammkunden kann auch T.K. Birli zählen, die seit fast 30 Jahren Inhaberin von Tee Gschwendner ist. Dennoch spürt sie Kaufzurückhaltung: „Man merkt es am Umsatz“, sagt sie, und es passiere auch häufiger als früher, dass Kunden zur günstigen Sorte greifen, wenn sie mehrere Teesorten zur Auswahl haben.

Sparen wegen der Inflation ist nicht so schlimm wie Corona – so könnte man zusammenfassen, was die Buchhändlerin Gabriele Fiehn in diesem Jahr erlebt hat. „Im ersten Halbjahr, ab Weihnachten, lag Gmünd wie in einem Dornröschenschlaf“, erinnert sie sich. „Bis Ostern war es sehr ruhig“, das hätten alle Geschäftsleute um sie herum auch so erlebt. Viele Leute hätten sich offensichtlich nicht in die Stadt und die Geschäfte getraut. Im Vergleich dazu sei die Situation jetzt ordentlich: „Im Moment spüre ich keinen Rückgang.“

Zufrieden ist auch Sergio Rota, der Inhaber des Café Margrit am Johannisplatz. „Es ist eine stabile Saison“, sagt er. „Wir sind aber auch schon eine Weile am Markt, und wir haben ein Alleinstellungsmerkmal.“ Knausern die Gäste dann womöglich beim Trinkgeld für seine Beschäftigten? Nicht dass er wüsste, meint Rota: „Bisher gibt’s keine Klagen.“ Bernd Müller

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