Eine multikulturelle WG in Bettringen

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Gemeinsames Spielen steht bei den Bewohnern auf der Tagesordnung. Aber noch vieles mehr.

In einer inklusiven Wohngemeinschaft kommen Menschen mit und ohne eine Behinderung zusammen.

Schwäbisch Gmünd

Hier kommen Menschen mit und ohne eine Behinderung zusammen. Die Rede ist von der inklusiven Wohngemeinschaft der Stiftung Haus Lindenhof in Oberbettringen. Das Konzept steht bereits seit September fest und nun sind fünf der insgesamt sechs Zimmer belegt. Die Begeisterung bei den Bewohnern sowie bei den Betreuern, Inola Schröder, Hannah Mack und Frank Eißmann, ist groß.

Bereits im Februar ist Heang Ly aus Kambodscha mit seinem schwarzen Labradormischling Rocco in die WG eingezogen. Er arbeitet im Lindenhof in der Küche und kam im Lindenhof auch auf die WG. Er hat keine Behinderung.

Einen Monat später folgten ihm die beiden Freunde Christopher Güttner und Moritz Neukirch in die WG, beide haben das Down-Syndrom. Sie haben bei einem Männerabend beschlossen, in die WG zu ziehen, nachdem die Mutter von Moritz sie auf die Wohngemeinschaft aufmerksam gemacht hatte. Auch Wafa Sherzad zog im März in die WG. Als letzte zog Noreen Tahir im April in die WG ein. Sie hat wie Ly auch keine Behinderung und ist durch die Webseite WG-gesucht auf dieses Wohnkonzept gestoßen. „Ich finde dieses Konzept sehr gut und da ich auch in einem sozialen Beruf meine Ausbildung mache, finde ich das einfach auch passend“, sagt sie.

Innerhalb kürzester Zeit haben sich alle Bewohner bereits gut angefreundet und kommen gut miteinander klar. „Es herrscht so ein familiäres Gefühl und ist gleichzeitig so multikulti, das ist richtig toll“, sagt Tahir.

Auch Christopher Güttner ist von der WG begeistert. „Es gefällt mir sehr gut hier und vor allem Haeng Ly ist der Beste“, sagt er. Vor allem, da er auch am besten kochen könne. „Er macht für uns immer gebratene Nudeln“, sagt Christopher. Aber das Besondere sei, dass sie sich immer gegenseitig helfen. „Wenn ich koche, helfen meist alle mit“, sagt Ly. Da die Bewohner größtenteils auf sich selbst gestellt sind, heißt das auch, dass sie sich um den Haushalt gemeinsam kümmern müssen. „Ich sage immer, erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, sagt Ly. Dann heißt es dann mal saugen und wischen. Christopher weiß, was er am liebsten macht. „Ich wische immer, weil ich das sehr gut kann.“ Wenn alles erledigt ist, dann sitzen sie meist zusammen und reden, spielen oder schauen auch einfach mal einen Film. Ly hat dafür einen eigenen Kinoraum gestaltet. „Ich habe da eine Kinoleinwand angebracht“, sagt er. Mit Snacks macht dann der Filmabend besonders viel Spaß.

Aber auch Privatsphäre sei wichtig. „Wenn sie dann in ihre Zimmer gehen, wissen die anderen immer Bescheid, dass sie nun nicht gestört werden wollen“, erklärt Schröder.

Die Betreuer sowie die Ansprechpartner, die in der Woche für die Bewohner verantwortlich sind, seien immer da, um mal nach dem Großen und Ganzen zu schauen, sie lassen den Bewohnern aber auch ihren Freiraum. So ist das Fazit bei allen, dass es Spaß macht, dass sie sich alle gut verstehen und vor allem lernen, selbstständig zu leben.

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