Einfach Lust auf ein sauberes Wohnumfeld

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Los gehts zur Stadteilputzete. Ortsvorsteher Johannes Weiß begrüßte die Aktiven und gibt das Startkommando.
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Rekordbeteiligung bei der Landschaftsputzete in Rehnenhof und Wetzgau.

Schwäbisch Gmünd. Mit dieser Resonanz haben die Initiatoren, Pauline Glania, Robin Kucher und Alexander Trautmann, nicht gerechnet: Die jungen Stadtteilbewohner aus Rehnenhof/Wetzgau hatten im April dem Ortschaftsrat die Kampagne „Sauberes Rehnenhof/Wetzgau“ präsentiert, die sie gemeinsam mit Mitgliedern des „Eine-Welt- und Nachhaltigkeitsausschuss“ der katholischen Kirchengemeinde in Leben gerufen haben. Das Ziel ist simpel: „Gemeinsam gegen die Vermüllung im Heimatort“.

Am Samstag war es so weit und die Initiatoren hatten zur ersten Stadtteilputzete aufgerufen. Über zehn Vereine, Familien und Einzelpersonen haben sich zur Putzete angemeldet überraschenderweise seien noch kurz vor Schluss spontan rund 40 Personen „aufgesprungen“, so dass am Ende rund 120 Personen an der Müllsammelaktion teilnahmen. Für Robin Kucher ein eindeutiges Indiz dafür, dass „die Bürgerschaft Lust hat auf ein sauberes Wohnumfeld“.

Den Teilnehmern stand es frei einen Corona-Schnelltest vorab im Schönblick zu machen. Punkt neun Uhr war Treffpunkt am Kirchplatz, hier wurden die Gruppen in pandemiekonforme Einheiten und in die Sammelgebiete eingeteilt. Ortsvorsteher Johannes Weiß zeigte sich „geflasht“ von der Teilnehmermenge und wünschte einen guten Verlauf der Müllsammelaktion. Mit einem, vom katholischen Pfarrer Matthias Frank gesprochenen Segen ging es dann im Stadtteil und seinen Randregionen dem Müll an den Kragen.

Flurputzete
Flurputzete

Das Resultat lässt Sammler und Initiatoren stolz, aber auch kopfschüttelnd zurück: 55 gefüllten Müllsäcke. Besonders an den „Müll Hotspots“ - am Parkplatz des Waldstadions, an der Umgebung von Waldau und am Gelände um den Wasserturm herum - zeigte sich die Dringlichkeit der Müllsammelaktion. Feiernde Menschen haben wohl am Waldstadion ihre Erziehung vergessen, mutmaßt Kucher: Schnapsflaschen, Plastikbecher und jede Menge Zigarettenstummel galt es aus der Landschaft zu fischen. Lobenswerterweise sei der Skaterplatz selbst nicht vermüllt gewesen. „Die Skater achten auf ihr Gelände“ stellt Kucher anerkennend fest.

Anders die Partymacher am Waldstück hinter dem Wasserturm in Wetzgau. Leergut und Verpackungsmüll füllten die mitgebrachten Müllsäcke schnell. Und warum der Besitzer einer Softairpistole die komplette Umverpackung ins Gebüsch geworfen hat, wird wohl ebenso wenig nie geklärt werden wie die Frage, wie eine Baustellenabsperrung ins Gestrüpp bei Waldau gekommen. Es wurden Autoreifen, Gartenmöbel und Zeltgestänge aus dem Grün gefischt. Anderes muss vorerst dort bleiben, um die Natur nicht zu stören: „Normalerweise werden Landschaftsputzeten im zeitigen Frühjahr gemacht“, meint Kucher, jetzt aber ist Brutzeit. „Wir vergessen die Stellen nicht“, versprechen die ehrenamtlichen Organisatoren aber. Die Standorte von größeren Fundstücken werden der GOA mitgeteilt, das Unternehmen wird sich um die Abholung und Entsorgung kümmern.

Um die Reinigung des Himmelsgartens kümmerte sich Freundeskreis Himmelsstürmer. Dank der Aufsicht der Parkranger hielt sich hier der Abfall in Grenzen. Auch das Laichle, der Wald beim Schönblick, die Flächen rund um die Aussiedlerhöfe und die Strecke an der Kugelbahn werden von den Hinterlassenschaften von Mitbürgern mit wenig Umweltverständnis gereinigt.

Mit einem Vesper wurden die Mitstreiter für ihre Unterstützung belohnt. Auch hier blieben die Organisatoren ihrer Einstellung zur Müllvermeidung treu, es gab ein Handvesper und Getränke aus Pfandflaschen. Die Initiatoren zeigen sich „hochzufrieden“, der ganze Ort stehe hinter der Aktion „Sauberes Rehnenhof/Wetzgau Andrea Rohrbach

Flurputzete
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