Erneuertes „Hirner“-Feldkreuz in Hussenhofen geweiht

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Pfarrer Johannes Waldenmaier weihte vor Kurzem das „Hirner“-Feldkreuz in Hussenhofen.

Das auch „Bastes Kreuz“ genannte Denkmal wurde auf Anregung von Günther Dangelmaier hergerichtet.

Gmünd-Hussenhofen. Vor fast genau 75 Jahren, am 15. Mai 1947, es war der Himmelfahrtstag, wurde das zur Erinnerung des im Zweiten Weltkrieg vermissten Soldaten Sebastian Hirner aus Hussenhofen aufgestellte Feldkreuz eingeweiht. Das Kreuz steht am verlängerten Steinwiesenweg hinter der Bahnunterführung nach Herlikofen und wurde  durch  Veranlassung von Sebastian Hirners Witwe, Rosa Hirner, und Angehörigen der Familien Hirner dort aufgestellt .

Wie Günther Dangelmaier recherchierte, kam das Kreuz n den 1980er- oder 1990er-Jahren in den Besitz der Stadt Schwäbisch Gmünd, die Pflege übernahm die Familie Hohler aus Hussenhofen. In den 1990er Jahren wurde das Feldkreuz von dem damaligen Ortsvorsteher Johannes Schmid und dem Malergeschäft Alois Sachsenmaier erstmalig renoviert.

Lebensweg von Sebastian Hirner

Sebastian Hirner wurde am 17. April 1904 als Sohn der Eheleute Sebastian Hirner sen. und seiner Ehefrau Maria Hirner, geb. Lutz in Hussenhofen geboren. Er heiratete Mitte der 1930er -Jahre Rosa Haas aus Aalen und wohnte in dem 1926 von Sebastians Vater erbauten Doppelhaus gegenüber dem „Alten Friedhof“ in Hussenhofen. Sie hatten zusammen zwei Töchter: Gertrud, geboren 1937, verheiratete Hansel. Gertrud wohnt seit vielen Jahrzehnten in Kornwestheim. Die zweite Tochter Luzia wurde 1939 geboren und war verheiratet mit Franz Funk (Christenbauerhof). Luzia verstarb völlig überraschend 1967 im Alter von 28 Jahren.

Die Wehrmachtsauskunftstelle (WASt) in Berlin schreibt nach Auskunft von Günther Dangelmaier über Sebastian Hirner jun.: „Sebastian Hirner, geb. am 17.04.1904 in Hussenhofen, letzter Dienstgrad: <Tab/>nicht verzeichnet, letzter Truppenteil: <Tab/>3. Landesschützenbataillon 503, letzte Meldung: <Tab/>04.10.1943. Eine Vermisst- oder Todesmeldung liegt nicht vor. Der Genannte ist durch Beschluss des Amtsgerichtes Schwäbisch Gmünd vom 20.09.1951, AZ 410/51 für tot erklärt worden. Todeszeitpunkt 31.12.1945.“

„Maroder Zustand“

Als Günther Dangelmaier im Frühjahr 2021 einen Spaziergang nach Herlikofen machte, stand er auch vor „Bastes-Kreuz“ und stellte fest, dass das Kreuz ziemlich „marode“ war. Daraufhin nahm er Kontakt mit Hussenhofens Ortsvorsteher Josef Heissenberger auf und schilderte ihm den Zustand des Kreuzes.

Josef Heissenberger machte den Vorschlag, das Kreuz abzubauen und durch ein neu angefertigtes Kreuz zu ersetzen. Das Kruzifix blieb erhalten, wurde jedoch generalüberholt. Die entstandenen Kosten sollten aus dem Ortsverschönerungsetat bereitgestellt werden.

Zusammen mit den Freunden und Förderer der DPSG Hussenhofen unter der Regie von Gerd Drössler und Paul Geiger, der sein „schweres“ Gerät zur Verfügung stellte, wurde das Kreuz abmontiert. Konrad Grimm aus Zimmern erklärte sich bereit, ein neues Kreuz kostenlos anzufertigen.

Thomas Röhrle von Burgholz fertigte ebenfalls kostenlos die Kupferdachabdeckung. Die Familie Sachsenmaier aus Hussenhofen stellte den Lack zur Oberflächenbehandlung kostenlos zur Verfügung. Das Kruzifix des Kreuzes renovierte die Schreinerabteilung der Frauenvollzugsstrafanstalt Gotteszell unter der Leitung von Manfred Blaess.

Am Dienstag, 13. April, ist das fast neue Kreuz mit derselben Mannschaft, die den Abbau durchführte, wiederaufgerichtet worden. Die Außenanlage ist von Noah Dangelmaier, Landschaftsgärtner-Azubi hergerichtet worden.

Neu eingeweiht

Das Feldkreuz ist am symbolhaften Karfreitag durch Pfarrer Johannes Waldenmaier eingeweiht worden. Musikalisch begleitete das Gesangsduo Marion Peukert und Steffen Dangelmaier (auch Gitarre). Zum Auftakt erklang das Lied „Als du fortgingst“, das in den 1970e -Jahren in der damaligen DDR sehr populär war und zum Abschluss sangen Marion und Steffen den Antikriegssong von Ed McCurdy „Last Night I had the Strangest Dream“, das aktuell mehr denn je die Sinnlosigkeit des Krieges widerspiegelt.

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