Erster Bürgermeister: Karin Schüttler und Christian Baron sind noch im Rennen

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Noch ist er verwaist, der Stuhl am Schreibtisch des bisherigen Ersten Bürgermeisters Dr. Joachim Bläse. Am Mittwoch entscheiden die Stadträte über Bläses Nachfolge.
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Die beiden Kandidaten beantworten vor der Wahl am Mittwoch Fragen der Gmünder Tagespost.

Schwäbisch Gmünd

Gmünds Stadträte wählen am kommenden Mittwoch einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den bisherigen Ersten Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Nachdem der dritte Bewerber, Ralf Schepers aus Nordrhein-Westfalen, am Freitagabend seine Kandidatur zurückgezogen hat, bewerben sich nun noch Karin Schüttler (55) und Christian Baron (40) um die Position im Gmünder Rathaus.

Christian Baron arbeitet zurzeit als Dezernent für Gesundheit, Recht und Straßenverkehr bei der Kreisverwaltung im Landkreis Esslingen. Der Straßdorfer CDU-Stadtrat hat gleich im Juli direkt nach der Ausschreibung als Erster seine Bewerbung abgegeben. Karin Schüttler reichte ihre Bewerbung Anfang September ein. Schüttler leitet seit neun Jahren das Amt für Kultur, Bildung und Sport der Stadt Heilbronn. Zuvor war sie elf Jahre lang Leiterin des Amtes für Bildung und Sport in Gmünd. Karin Schüttler kommt aus Rot am See.

Christian Baron (40) Dezernent in Esslingen

1. Warum sind Sie die geeignete Person für Gmünds Stelle als Erster Bürgermeister?  Nach meinem Jura-Studium habe ich nun mittlerweile elf Jahre Verwaltungserfahrung als Justiziar, als Amtsleiter, im Innenministerium und aktuell als Leiter eines großen und bunten Dezernates in der Kommunalverwaltung. Hier bringe ich auch einen frischen Blick von außen mit. Den Gmünder Gemeinderat und die Stadt kenne ich als Stadtrat bestens und weiß um die anstehenden Aufgaben. Mir geht es um eine ehrliche und offene Kommunikation zum Gemeinderat, in der Verwaltung und zur Bürgerschaft. Und mir ist klar, dass es als Erster Bürgermeister um die Findung von Kompromissen, um Zuhören und das Aufzeigen von Schnittmengen geht. Das will ich aus Überzeugung tun. Vor allem aber bin ich hier aufgewachsen, zu Hause und schon immer von meiner Heimatstadt begeistert. Mit viel Herzblut und mit hoher Motivation will ich mich für Gmünd und die Menschen hier einsetzen.

2. Was reizt Sie an Gmünd?  Zunächst sind es die Menschen, die hier leben und Gmünd ausmachen. Es ist spitze, mit wie viel Leidenschaft viele mitanpacken und sich aktiv einbringen. Das ist der große Schatz unserer Stadt. Deshalb engagiere ich mich auch selbst, vor allem in der Kultur, in der Kirche und in der Politik. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Vielfalt, die wir in Gmünd haben, sei es in unseren aktiven Teilorten und Stadtquartieren, in unterschiedlichen Lebensentwürfen oder bei den einzelnen Talenten, die jeder mitbringt. Ein großer Ansporn sind auch die vielen Aufgaben und Chancen, die vor uns liegen und die es auszugestalten gilt. Die Umbrüche in der Wirtschaft, im Klimaschutz, in der Bildung oder der Mobilität gehören hierzu. Wenn wir kreativ und tatkräftig eine gemeinsame Strategie entwickeln, können wir auch große Aufgaben meistern. Daran will ich mitarbeiten.

3. Die Stelle des Ersten Bürgermeisters beinhaltet ein riesiges Aufgabenpensum, zuvorderst den Abbau der Verschuldung. Wie schaffen Sie das? Was sind Ihre Schwerpunkte?  Wir haben in den vergangenen fünf Jahren über 20 Mio. Euro Schulden abgebaut und waren auf einem guten Weg. Durch die Corona-Krise haben wir jetzt unverschuldete Einbrüche zu verkraften. Aber auch ohne die Krise haben sich die finanziellen Aussichten deutlich eingetrübt. Ich bin überzeugt, dass wir neben sparsamem Wirtschaften vor allem auf eine Stabilisierung der Einnahmenseite setzen sollten. Da geht es konkret um Schlüsselzuweisungen und die Gewerbesteuer. Den Haushalt hier auf Kurs zu halten, ist eine Herkulesaufgabe. Ein Schwerpunkt wird aber auch die Weiterentwicklung unserer Bildungseinrichtungen sein, um jedem eine Perspektive zu geben. Nicht zuletzt der Digitalisierungsschub der vergangenen Monate hat hier viele Schlaglichter geworfen. Und schließlich ist mir der gesellschaftliche Zusammenhalt ein großes Herzensanliegen. Mein Ziel ist, dass sich alle Menschen hier wohlfühlen und dazugehören. Diese Identifikation ist Nährboden für Engagement und macht unsere Stadt in besonderem Maße lebens- und liebenswert.

Karin Schüttler (55) Amtsleiterin in Heilbronn

1. Warum sind Sie die geeignete Person für Gmünds Stelle als Erste Bürgermeisterin?  Ich bringe umfangreiche Erfahrungen aus allen Aufgabenbereichen des/der Ersten Beigeordneten der Stadt Schwäbisch Gmünd mit. Ein konsequenter Weg durch alle Facetten der Kommunalverwaltung – von der 5.000-Einwohner-Gemeinde bis zur Großstadt – befähigt mich, nun auch einen noch größeren Verantwortungsbereich, verbunden mit mehr Handlungsspielraum, zu übernehmen. Ich hatte in Schwäbisch Gmünd bereits den Blick von innen und konnte mich nun 9 Jahre in einer größeren Kommune weiterentwickeln. Seit 30 Jahren bin ich in leitender Funktion und habe sowohl umfangreiche Personal-, als auch Finanzverantwortung. Meine persönlichen Stärken liegen darin, zielgerichtet, ergebnisorientiert, ausgleichend, kommunikativ, integrierend, motivierend und aufgeschlossen zu handeln. Ich bin bereit, all meine Fähigkeiten und viel Elan in die herausfordernde Aufgabe einzubringen.

2. Was reizt Sie an Gmünd?  Schwäbisch Gmünd ist während meiner 11-jährigen Zeit als Leiterin des Amts für Bildung und Sport zur zweiten Heimat geworden. Ich habe die dynamische Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren mit großer Freude beobachtet und bei regelmäßigen Besuchen konnte ich mich von den positiven Veränderungen persönlich überzeugen. Sehr gerne werde ich zurückkommen und meine Ideen und Kenntnisse einbringen, um Schwäbisch Gmünd mit seinen starken Stadtteilen weiter in eine gute Zukunft zu begleiten. Die Menschen in Schwäbisch Gmünd sind weltoffen, herzlich und zeigen eine hohe Identifikation mit ihrer Stadt. Das zeigt sich am ausgeprägten bürgerschaftlichen Engagement. Nicht nur während der Landesgartenschau, sondern auch in Zeiten der hohen Zuwanderung und aktuell bei Hilfsaktionen in der Pandemiezeit beweisen die Schwäbisch Gmünder Bürgerinnen und Bürger großen Zusammenhalt.

3. Die Stelle der Ersten Bürgermeisterin beinhaltet ein riesiges Aufgabenpensum, zuvorderst den Abbau der Verschuldung. Wie schaffen Sie das? Was sind Ihre Schwerpunkte?  Die Vielfalt der Aufgaben ist Anreiz und Motivation meiner Bewerbung. Ich fühle mich dafür gut gerüstet. Der Finanzbereich stellt, vor allem auch in besonderen Zeiten, wie wir sie aktuell erfahren, eine Herausforderung dar. Hier gilt es, sorgfältig abzuwägen und Notwendiges von Wünschenswertem zu trennen. Das bedeutet, Pflichtaufgaben haben grundsätzlich Vorrang vor freiwilligen Leistungen. Derzeit ist jedoch in erster Linie die Sicherung des Wirtschaftsstandorts und seiner Arbeitsplätze zu verfolgen. Die aktive Begleitung des Transformationsprozesses durch Ansiedlung von neuen Wirtschaftsbereichen und die konsequente Nutzung von Fördermöglichkeiten stehen im Vordergrund. Die Kommunen sind gefordert, mit Investitionen die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Investitionen in Bildung, Digitalisierung, Zusammenhalt der Stadtgesellschaft, sowie Mobilität und Klimaschutz haben erste Priorität.

So läuft die Entscheidung ab

Für die Wahl der oder des Ersten Beigeordneten der Stadt Schwäbisch Gmünd am Mittwoch, 30. September im Peter-Parler-Saal im Stadtgarten wird innerhalb der öffentlichen Gemeinderatssitzung um 18 Uhr ein getrennter Tagesordnungspunkt – abgesetzt durch eine Sitzungspause von den vorherigen Sitzungsthemen – anberaumt. Sitzungsbeginn ist bereits um 16 Uhr; bis 17.30 Uhr werden verschiedene Tagesordnungspunkte diskutiert und beschlossen. Um 17.30 Uhr folgt eine kurze nichtöffentliche Sitzung und eine Pause bis zur Beigeordneten-Wahl. An der Wahl interessierte Besucherinnen und Besucher werden also erst zum entsprechenden Tagesordnungspunkt um 18 Uhr in den Saal gelassen. Zur Wahl in der Nachfolge des bisherigen Amtsinhabers Dr. Joachim Bläse stehen dabei Christian Baron und Karin Schüttler.

Auf der Tagesordnung im ersten Abschnitt der Gemeinderatssitzung ab 16 Uhr stehen noch folgende Punkte: die Feststellung des Jahresabschlusses 2019 des Eigenbetriebs Fernwärmeversorgung II, Bettringen Nordwest, und die Entlastung der Werkleitung 2019; das Kompetenzzentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung; ein Investitionskostenzuschuss zum ersten Bauabschnitt der Sanierungsmaßnahme im katholischen Kindergarten "St. Maria" in Herlikofen; die Erweiterungsmaßnahme Anbau Süd, Mensa an der Mozartschule in Hussenhofen; die Änderung des Bebauungsplans "Gügling Nord IV" für die Gemarkung Bettringen und Flur Zimmern; die Bebauungsplanänderung zur Erweiterung des Gewerbegebiets "Neugärten" in Herlikofen; die dritte Erweiterung des Bebauungsplans "Strutfeld Gewerbe" in Bargau; außerdem unter anderem die Bekanntgabe nichtöffentlich gefasster Beschlüsse des Gemeinderats.

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