Familienzeit statt Bühnenlicht

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Der Musiker Patrick Schwefel aus Bargau macht das Beste aus der aktuellen Situation: Seinen Musikunterricht gibt er übers Internet und zuhause kümmert er sich um seine Kinder.

Warum der Musiker und Musiklehrer Patrick Schwefel trotz Pandemie optimistisch in die Zukunft blickt und welchen Gewinn Corona für ihn mit sich bringt.

Schwäbisch Gmünd-Bargau

Die Folgen der Corona-Pandemie trifft Künstler und Kreative besonders hart. So auch den Musiker Patrick Schwefel, der normalerweise solo, mit seiner Band „Acoustic Groove" oder dem Ensemble von „SWR 1 Pop und Poesie“ bis zu 200 Auftritte im Jahr absolviert.

Dem Musiker, Musiklehrer und Chorleiter Patrick Schwefel erging es zu Beginn der Pandemie wie vermutlichen vielen anderen. Leise, aber unaufhaltsam habe sich die Pandemie in das öffentliche Leben geschlichen. Dass das Pandemiejahr 2020 Schwefels Leben komplett und in jeglicher Hinsicht „überarbeitete“, hat für den begabten Musiker allerdings zwei Seiten. Mit gleich zwei Babys wurde die bis dato dreiköpfige Familie Schwefel im Jahr 2020 beschenkt.

Neben der gestiegenen Freude und Verantwortung im privaten Bereich musste sich Patrick Schwefel aber weiteren Herausforderungen im beruflichen Leben stellen. Der Auftakt zu den einschneidenden Veränderungen stellte die Absage des für März 2020 geplanten Gospelkonzerts mit dem Mögglinger Chor „Good Voices“ dar, erzählt Schwefel. Damals habe noch kein direktes Auftrittsverbot geherrscht – die Verantwortlichen einigten sich aber dennoch aus gesundheitsrelevanten Gründen auf eine Absage.

Für den Musiker, der mit mehreren Ensembles vom Duo „Vocal Affair“, über das Trio „Acoustic Groove“, „Romantic in Concert“ bis hin zu „SWR 1 Pop und Poesie“ auf vielen Bühnen zuhause war, brachen in der folgenden Zeit sämtliche Events und Auftritte weg. Der Ernst der Situation wurde Schwefel in dem Moment klar, als in den Fußballstadien keine Besucher mehr zugelassen wurden: „Wenn König Fußball stillgelegt wird, dann ist die Situation für die Veranstaltungsbranche als besonders kritisch zu betrachten.“

Wie viele Musiker und Unterhaltungskünstler lebt auch Patrick Schwefel von den Gagen und vom Applaus des Publikums, „das bestehende Auftrittsverbot tut von daher in doppelter Hinsicht weh“.

Einige kleinere Auftritte konnten unter strengen Hygienemaßnahmen im Sommer dann doch noch absolviert werden, aber mittlerweile gilt für öffentliche Auftritte wieder „Schicht im Schacht“. Trotzdem hat sich Patrick Schwefel seine positive Grundeinstellung bewahrt. Zwar sei es auf lange Sicht „bedrückend zu sehen, wie alle Veranstalter immer tiefer in den Pessimismus rutschen, da alle Planungen ins Leere laufen“, doch hält der junge Familienvater einen Großteil der Verordnungen für „nötig und richtig“ – und das obwohl er als freischaffender Künstler und Musiklehrer doppelt von den Einschränkungen betroffen sei.

Schwefel hat seine Komfortzone verlassen und den Musikunterricht auf „digital“ umgestellt. Zum Dank seien ihm seine Schüler treu geblieben. Schlimmer hat es ihn als Chorleiter des Durlanger „Chorado“ und der Mögglinger „Good Voices“ getroffen. „Die Gesangsproben wurden als erstes eingestellt.“ Anfänglich seien zwar noch aufwändige „Open-Air-Proben“ veranstaltet worden, doch auch das habe schon bald der Vergangenheit angehört.

Positive „Nebeneffekte“

Was bleibt, ist die Sorge um den Verlust des Gemeinschaftssinns der Chöre. Patrick Schwefel ist sich jedoch sicher, dass die Menschen nach Corona wieder zusammenkommen und singen möchten. Vielleicht sogar umso mehr. Positive „Nebeneffekte“ hätten sich für ihn derweil im Privatleben ergeben. „Die Pandemie hat mir die einmalige Chance gegeben, unsere Kinder beim Aufwachsen zu begleiten“, meint Schwefel. Für ihn „eine wertvolle und erfüllende Aufgabe“.

Und dennoch: Das Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit von Patrick Schwefel fehlt der jungen Familie, denn Kurzarbeitergeld gibt es bei Musikern nicht. Aber „das wird durch die unersetzliche Familienzeit kompensiert“, meint der Musiker, Musiklehrer und Chorleiter, der trotz allem positiv in die Zukunft blickt: „Es werden wieder andere Zeiten kommen.“

Das bestehende Auftrittsverbot tut in doppelter Hinsicht weh.“

Patrick Schwefel,, Musiker

Die große Leidenschaft ist die Musik

Als staatlich geprüfter Ensembleleiter in der Popularmusik, Pianist, Gitarrist, Sänger, Vocal-Coach und Trainer im Bereich Chorleitung ist Patrick Schwefel in viele unterschiedliche Projekte involviert. Neben der Leitung mehrerer Jugend- und Erwachsenenchöre ist er festes Ensemblemitglied bei „SWR 1 Pop & Poesie in Concert“ und Bigband-Leiter an der Hochschule Aalen. Live-Auftritte mit „Acoustic Groove“„ und Vocal Affair“ sorgen für gefühlvolle und gute Stimmung. Schwefel ist auch als Solokünstler unterwegs und wohnt mit Ehefrau Charlotte und drei Kindern in Schwäbisch Gmünd. aro

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