Wo Frauen-Power wirken kann und es immer etwas Neues gibt

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Warum die LandFrauen im Kreisverband Schwäbisch Gmünd in dieser Woche gleich zwei gute Gründe zum Feiern haben und was geboten ist.

Ob bei der Bildungsreise oder beim Walken, beim Bogenschießen oder bei Fortbildungsprogrammen, in der Politik, bei Kulturveranstaltungen oder lustiger Unterhaltung - das Programmangebot bei den LandFrauen ist vielseitig und richtet sich an alle Alters- und Berufsgruppen.


Schwäbisch Gmünd. Das Leben in Deutschland vor 75 Jahren ist eigentlich unvorstellbar: Eine dünne Scheibe Brot gab es damals täglich für jeden, wenn er eine Lebensmittelkarte hatte Und 210 Gramm Fett - im Monat!! Die Winter waren klirrend kalt und es gab kaum Heizmaterial, der Sommer 1947 war extrem trocken. In dieser schlimmen Nachkriegszeit entstand trotzdem Nachhaltiges. Mutige Frauen - in der Region allen voran die Baronin Margarethe Freifrau von Holtz aus Alfdorf - gründeten das bis heute landes- und bundesweit bedeutsame Netzwerk der LandFrauen. In Baden-Württemberg erinnert daran derzeit eine Wanderausstellung, die am Donnerstag, 16. Juni, nach Gmünd kommt und um 11.30 Uhr im Prediger eröffnet wird. Verbunden mit einer sehr regionalen Note. Denn 1947 gründete sich auch der Kreisverband Schwäbisch Gmünd.

Was klein begann und Fäden wieder knüpfte, die die Nationalsozialisten zerschnitten hatten, ist längst zur festen Größe gewachsen: 20 Ortsvereine gehören dem Kreisverband Schwäbisch Gmünd derzeit an, 1908 Frauen, dazu Förder- und Juniorenmitglieder, haben sich hier zusammengeschlossen. Mit weiterhin großem Engagement sind sie in den Gemeinden eine feste Größe.

„Die LandFrauen sind nicht nur Bäuerinnen. Es sind alle Frauen willkommen, die im ländlichen Raum leben. Ganz gleich wie alt sie sind“, sagt die aktuelle Vorsitzende Doris Kurz, die im Team mit ihrer Stellvertreterin Ursula Schabel und der Geschäftsführerin Gabi Müller seit Jahren die Geschicke des Kreisverbandes lenkt. Alle drei freuen sich über jede engagierte Frau, die in einem der Ortsvereine oder im Kreisverband aktiv mitwirkt. Jede weitere Stimme stärke die Gemeinschaft und verleihe den Frauen auch mehr politisches Gewicht, sagen sie.

Vielseitiges Engagement

Denn das sind die LandFrauen einerseits: eine rührige Organisation, die sich mit ihrem Engagement für Gesundheit, Bildung, Kultur oder Begegnungsmöglichkeiten auch in kleineren Gemeinden einsetzt. und andererseits eine politische Kraft, die jene Themen voranbringt, die ihren Mitgliedern nützen. In der Vergangenheit waren das zum Beispiel der Kampf für die Mütterrente oder Vorsorgeprogramme wie das Mammografie-Screening. Die Situation der Hebammen ist ein Thema, bei dem die LandFrauen nicht locker lassen wollen, ebenso die medizinische Versorgung im ländlichen Raum oder der unzulängliche Busverkehr. Ganz oben auf der Liste der Zukunftsthemen steht schließlich die Digitalisierung. „Je mehr Frauen bei uns mitmachen, umso mehr politisches Gewicht haben unsere Argumente“, macht Ursula Schabel deutlich. Ihr ist die politische Arbeit der LandFrauen ein großes Anliegen. Hier gibt es Strukturen, die vor langer Zeit erfolgreich erkämpft wurden, wie zum Beispiel garantierte Sitze in Gremien wie dem Rundfunkrat. Hier gebe es Möglichkeiten vielfältige Frauenpower der grassierenden Politikverdrossenheit entgegen zu setzen. 

Genau so wichtig und wirksam ist die gesellschaftliche Kraft der LandFrauen, betonen Doris Kurz und Gabi Müller. Weil in den Ortsvereinen alle Alters- und Berufsgruppen vertreten seien, hätten die Veranstaltungen eine große Themenvielfalt - ob beim Frauenfrühstück oder beim Yoga - „wir lernen jedes Mal viel voneinander und frau kann immer etwas Neues mitnehmen.“

Muss nicht extra erwähnt werden, dass die LandFrauen weiterhin offen sind für Interessierte und sich über jedes Mitglied freuen. Dass es nie langweilig werden dürfte, zeigen auch die Projekte und Produkte, die im Gmünder Kreisverband in den vergangenen 75 Jahren umgesetzt und bei der landesweiten Ausstellung im Prediger als Ergänzung präsentiert werden: Vom Kräutersalz über Chutney, Marmelade oder Honig über die Kochbücher bis hin zu den Schirmen reicht die Palette. Und Beratung gibt es an den Ausstellungstagen auch, denn immer seien Ansprechpartnerinnen aus den Ortsgruppen da.


Die Vernissage zur Ausstellung ist am Donnerstag, 16. Juni, um 11.30 Uhr. Der Festakt zum Jubiläum ist am Freitag, 17. Juni, um 19 Uhr, im Festsaal des Prediger. Unter anderem gestaltet Dein Theater aus Stuttgart das Programm.

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