Der Ukraine-Krieg und was er uns lehrt

Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif

+
Bernd Müller

Montagabend in Aalen: Rund 600 Menschen demonstrieren für Solidarität mit der Ukraine und Frieden in Europa.
Montag in Russland: Mehr als 400 Menschen werden festgenommen, weil sie für Frieden demonstrieren.
Montagabend in Gmünd: Rund 400 Menschen gehen einmal mehr spazieren ohne sich öffentlich zu erklären. Dass manche davon sich hierzulande in einer „Corona-Diktatur“ wähnen – es ist zu befürchten.


Freiheit, darum geht es an allen diesen Orten. Putins Angriffskrieg zwingt die Ukrainer, ihre Freiheit zu verteidigen. Uns fordert er heraus, über Freiheit neu nachzudenken. Ist sie selbstverständlich? Ist Freiheit mehr als ein Konzept maximaler Selbstverwirklichung? Erstens: Nein. Zweitens: Ja, lehrt uns der Krieg. „In diesen Tagen wird Selbstverständliches zum Privileg“, so hat Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle es ausgedrückt.
Solidarität und Freiheit sind Geschwister: Die Solidarität mit den Ukrainern, die in vielen Gemeinden im Kreis zu sehen ist, beeindruckt; Hilfsgüter werden gesammelt, Wohnraum gesucht. Helfend zusammenstehen, nicht nur zuschauen, ist offenbar ein tiefes Bedürfnis von uns Menschen: Anderen Gutes tun, tut auch uns gut. Ein Gefühl, das auch in den ersten Tagen von Corona zu spüren war. Aber leider nicht sehr lange.
Diktatoren haben oft einen langen Atem. Einen solchen werden nun vor allem die Ukrainer brauchen im Freiheitskampf, aber auch wir und unsere Solidarität. Und unsere Bereitschaft, auch Opfer zu bringen, denn Freiheit gibt’s nicht automatisch und auch nicht zum Nulltarif. Die Preisschilder an den Tankstellen zeigen es heute schon.         Bernd Müller

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Kommentare