Guten Morgen

Freude ganz meinerseits

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Jürgen Steck freut sich über eine Entscheidung, die einfach richtig war.

An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser. Das hat Charlie Chaplin einmal gesagt. Und er hat recht. Manche Entscheidungen werden einem ja derzeit abgenommen. Etwa die, in die Berge zu fahren. Und das ganze andere Zeugs, das halt nicht geht, weil es ist, wie es ist. Aber es gibt durchaus Entscheidungen, die getroffen werden müssen – auch und gerade jetzt. Was kochen wir heute Abend? Sofa oder Hometrainer? Krimi oder Herzschmerz? Und, ganz aktuell, wann waschen wir unser Auto? Vor genau dieser Entscheidung stand ich am vergangenen Samstag. Und habe mich dann aber entschlossen, ganz entschieden, das Autowaschen zu vertagen und stattdessen den Meisen und Spatzen im Garten zuzusehen und ein gepflegtes Kaltgetränk zu mir zu nehmen – im Gegensatz zum Nachbarn, der stolz davon berichtet, dass er in der Waschanlage das ganze Programm abgerufen hat – man gönnt ihm ja sonst nichts, dem Wagen. Er war zufrieden mit sich, der Nachbar und freute sich. Ich fühlte mich schlecht. Bis dann, flugs, der Saharasand kam am Samstagnachmittag und sich auf alles legte, auch frisch gewaschene Autos. Und auf einmal, da war die Freude ganz meinerseits.

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