Gaspreise: Sinnvoll, einen Fünfziger draufzulegen  - nur wenige haben es bisher getan

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Und was kosten die Kilowattstunden am Ende des Jahres? Die Stadtwerke in Gmünd und Aalen raten zur Erhöhung der monatlichen Abschlagszahlungen.
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Wie die Stadtwerke in Aalen und Gmünd angesichts der hohen Preise fürs Erdgas mit der Frage der Kunden umgehen: Was muss ich draufzahlen?

Schwäbisch Gmünd. Wer 100 Euro zahlt, sollte einen knappen Fünfziger drauflegen: 45 Prozent beim Gas, 15 Prozent mehr für die Stromkosten, um so viel raten die Gmünder Stadtwerke ihren Kunden im Schnitt, jetzt ihre Vorauszahlungen zu erhöhen, sagt Marketing-Chef Steffen König. Damit die Kunden sich den Schock ersparen, am Jahresende wegen der stark gestiegenen Energiepreise viele hundert Euro nachzahlen zu müssen.

Denn die Preisentwicklung ist eindeutig: Es wird teurer. Bei den Stadtwerken Aalen ist der nächste Termin der Preiserhöhung schon klar. Ab 1. September steigt zum Beispiel in der Grundversorgung der Preis für Kleinverbraucher (bis 4000 Kwh im Jahr) von 13,55 Cent auf 15,50 Cent je Kilowattstunde. Wann bei den Gmünder Stadtwerken die nächste „Preisanpassung“ fällig werde, stehe noch nicht fest, sagt König. Die Diagramme der aktuellen Marktpreise, die König vor sich liegen hat, sprechen eine klare Sprache: Es geht steil nach oben. Nicht nur beim Gas, auch bei den Strompreisen.

Selbst wenn die Marktpreise – was keiner erwartet – sänken, zunächst würde es für die Kunden beider Stadtwerke teurer: Denn beim Aalener wie beim Gmünder Energieversorger hat die Mehrzahl der Leute längerfristige Verträge; dadurch kommen die Preiserhöhungen mit Zeitverzögerung an.

Steffen König hat Zahlen: Im häufigsten Tarif seines Unternehmens (Ostalb Spar Plus, ab 7058 Kwh Jahresverbrauch) kostet die Kilowattstunde Gas derzeit 12,08 Cent. Der tagesaktuelle Gaspreis lasse sich im Internet finden: „Da sind es 25,9 Cent.“

Darum hat Christoph Trautmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Aalen, den Kunden geraten, die monatliche Abschlagzahlung zu erhöhen. „Seien Sie nicht so blauäugig zu glauben, einer wird's schon richten“, so der Appell des Stadtwerkechefs. Auch die Gmünder Stadtwerke raten dazu: „Es hilft nicht, wenn wir die Augen verschließen.“

Die Kunden reagieren: „Etwa die Hälfte aller Anfragen, die uns aktuell erreichen, drehen sich um die Frage, ob der angesetzte Abschlag verändert werden muss“, sagt Nicole Stillhammer, die stellvertretende Pressesprecherin der Aalener Stadtwerke. Man gebe keine festen Werte vor: „Die Kunden erhalten jeweils eine individuelle Empfehlung zur Abschlagsanpassung.“ Auch bei den Gmünder Stadtwerke-Kunden variiere die Empfehlung - 45 Prozent fürs Gas, 15 Prozent beim Strom - etwas, sagt König. Wie viele der Aalener Kunden entsprechend reagiert haben, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, so Stillhammer. Bei den Stadtwerken Gmünd ist es eine Minderheit: Knapp 15 Prozent der Kunden seien es, die bisher ihren Abschlag erhöht haben, sagt König.

Und was sagen die beiden Stadtwerke einem Kunden, der seine letzte Jahresabrechnung vor sich liegen hat und wissen will, wie denn die nächste im Vergleich dazu ausfallen wird? „Eine pauschale Aussage, wie sich die Rechnung von 2021 zu 2022 verändern wird, ist nicht möglich“, sagt Stillhammer. Das liege an individuellen und unterschiedlichen Verträgen der Kunden. Sie könne ein Beispiel nennen: „Für Kunden in der Grundversorgung befinden beträgt die Preissteigerung von 2021 zu 2022 rund 35 bis 40 Prozent.“

Auf noch etwas längere Sicht, schon auf die Gaskosten 2023 schauend, führt Steffen König die Einschätzung von Klaus Müller an, dem Chef der Bundesnetzagentur. König: „Zwei bis dreimal so hoch als in der Vergangenheit werden die Endverbraucherpreise sicher sein.“

Die Service-Nummer zum Thema Abschlagszahlungen bei den Stadtwerken Gmünd: Tel. (07171) 603-8111 (Mail: kundenservice@stwgd.de). Die Fachleute der Stadtwerke Aalen erreicht man unter Tel. (07361) 952-255 und: service@sw-aalen.de.

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