Hier schmeckt's

Gasthaus "Zum Stern" in Metlangen: Kimme, Korn und Kulinarik

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Chantalle und Christian Mack sitzen in der Gaststube ihres Restaurants "Zum Stern".
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Chantalle und Christian Mack kochen ihre Wertevorstellung. Total regional, alles wird verwertet, oft ist es selbst geschossen. Eine ganz besondere Philosophie des Essens.

Gmünd-Metlangen

Den Klassiker auf der Speisekarte im Restaurant „Stern“ gibt es nicht. Den kann es auch gar nicht geben. Denn Küchenmeister Christian Mack und seine Frau Chantalle schreiben ihre Speisekarte jede Woche neu … jede Woche. Was auf dem Teller landet, ist nicht nur der Jahreszeit geschuldet. Beim Fleisch, vor allem beim Wild, hängt es auch davon ab, was die beiden Jäger oder deren Netzwerk gerade erlegt hat.

Wer den Stern betritt, kommt eigentlich zu Besuch. Der kleine Wintergarten, der der Gaststube vorangestellt ist, ist vor allem im Frühling sehr beliebt. In der Gaststube gibt es einen kleinen Tresen. Helles Holzmobiliar und helle Wände machen den Raum größer, als er ist. 80 Plätze kann Familie Mack anbieten. Eigentlich könnten innen und außen mehr Gäste Platz nehmen, aber Christian Mack ist der einzige Koch. „Ich kann nur das servieren, was mein Mann auch kochen kann“, sagt Chantalle Mack. Das passt sehr gut zur Philosophie der 43-Jährigen und des 45-Jährigen. „Wir kochen hier unsere Wertevorstellung“, sagt sie. Dazu gehört, dass das Tier komplett verwertet wird. Neben Filet stehen auch Innereien auf der Karte – und Hirnsuppe. Kein Fleischstück hat eine längere Anreise in Macks Küche als 30 Kilometer. Wenn beispielsweise die Nachfrage nach dem Wildschwein sehr groß sein sollte und das Fleisch verzehrt wurde, ist es eben nicht mehr zu bekommen. Dann muss der Gast etwas anderes wählen.

Diese Liebe zum Produkt trifft einen Nerv. An den vier Öffnungstagen des „Stern“ (Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonntag) sollte man besser telefonisch reservieren (07171-9994010). „Gibt es noch etwas vom gestrigen Tagesessen?“, fragt ein Gast. Kurze Nachfrage in der Küche, kurzes Nicken. Passt. Wer kein Fleisch isst, muss nicht verzagen: Eine vegetarische Empfehlung steht im „Stern“ immer auf der Karte.

Macks arbeiten nur mit Aushilfen, sei es in der Küche oder im Service. Die Kinder helfen zuweilen auch mit. Die Atmosphäre ist sowieso sehr familiär. Das Team ist eingespielt. „Wer bei uns serviert, der kennt sich aus“, sagt Chantalle Mack; „und der kann später überall im Service arbeiten“. Das Personal kennt die Karte aus dem Effeff, ist extrem zuvorkommend und lebt die Macksche Philosophie: Alles was möglich ist, wird auch möglich gemacht.

Saltim Bocca vom Wildschwein auf Grillgemüse mit Rosmarinkartoffeln.

Auf dem Teller liegt Saltim Bocca vom Wildschwein mit Grillgemüse und Rosmarinkartoffeln. Auf der Karte steht soga, von welcher Jagd das Tier ist. Es kommt aus Metlangen. Der Geschmack ist famos. So also schmeckt die Region. Den Gaumen freut's. Auch die hausgemachte Panna Cotta mit Erdbeersalat und Erdbeersorbet trägt die persönliche Handschrift des Küchenmeisters.

Die Klepperlestrasse führt direkt am Restaurant vorbei. Die ehemalige Bahnverbindung zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen ist ein beliebter Rad- und Wanderweg. Nicht selten machen Radler im Biergarten Station, der mit einem geschützten Spielplatz ausgestattet ist. Eine kleine Frischluft-Bar mit Grill lädt zur zünftigen Pause. "Wenn es zeitlich passt und das Wetter stimmen, kommen Grill und Freiluft-Tresen zum Einsatz. Wildschwein-Bratwurst als Stärkung für Touristen.

Beliebt ist auch das Bauernhofeis vom Bergfeldhof aus Börtlingen. Wer einfach nicht genug bekommen kann, kann einen Blick in den großen Kühlschrank werfen und, natürlich, selbstgemachte Wurstwaren kaufen.

Man muss wieder kommen zum Stern nach Metlangen. Denn die Kulinarikkünste vom rotbäckigen Küchenmeister Christian Mack können Woche für Woche neu erlebt werden. Dafür schreiben seine Frau und er schließlich jede Woche eine neue Speisekarte.

Hier schmeckt’s

Besonders beliebt: Wenn Christian Mack sein Cordon Bleu auf der Speisekarte hat, sollte man rechtzeitig am Tisch sitzen.

Das Schmankerl: Die alte deutsche Küche mit Innereien wie Leber oder Hirnsuppe.

Das teuerste Essen: Variiert je nach Karte. Bei unserem Besuch war es das Saltim Bocca vom Wildschwein für 20,50 Euro, Kalbsfilet kostet 28,80 Euro.

Das günstigste Essen: Bunter Salatteller für 4,50 Euro, die Tellersülze gibt es 7,50 Euro.

Sitzplätze: 50 innen, im Wintergarten zehn, draußen 70 Plätze, wobei zum Essen die Belegungsgrenze bei 70 bis 80 Gäste liegt.

Öffnungszeiten ( Küchenzeiten ): Mittwoch, Donnerstag, Freitag 11.30 bis 14 Uhr und 17 bis 21 Uhr, Sonntag 11.30 bis 15 Uhr und 17 bis 21 Uhr.

Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonntag 11 bis 15 Uhr und 16.30 bis 23 Uhr.

Die Philosophie der Küche im "Stern" steht auch in der Speisekarte: total regional.
Selbstgemachte Panna Cotta mit Erdbeersalat und Erdbeersorbet.

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