Gebündelte Initiativen fürs Hardt

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Noch trennt die Oberbettringer Straße das Hardt in Nord und Süd. Nach der städtebaulichen Umgestaltung sollen an der Stelle Fußgänger problemlos queren können. Ein Grünes Band verbindet dann auch optisch.

Was Vereine, Stadt und Wohnungsbauunternehmen auf die Beine stellen. Bis Mitte des Jahrzehnts ein neues Gesicht und neuer Anziehungspunkt.

Schwäbisch Gmünd

Der Bürgerverein Starkes Hardt hat den „Sonnenhügel“ entdeckt und will ihn in den kommenden Jahren zum begehrenswerten Wohnort mitentwickeln. Das neue Herz des Hardt schlägt genau dort, wo im vergangenen Jahrhundert Kasernen das Bild bestimmten. Celestino Piazza, Geschäftsführer der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW) sieht dort in den kommenden Jahren mehr als 600 neue Wohnungen entstehen.

Und Oliver Glass, Vorsitzender des Vereins Starkes Hardt, sieht die zentrale Aufgabe im Zusammenwachsen des nördlichen und südlichen Hardt. Die Oberbettringer Straße soll das Stadtquartier nicht länger trennen. „Wir schaffen das durch den Bau eines neuen Platzes mit viel Grün“, sagt Oliver Glass. An der Nahtstelle soll möglichst ein Café platziert werden, die Bushaltestellen könnten etwas zur Seite rücken, eine Engstelle eingebaut werden. Das soll den Verkehr einbremsen und einen problemlosen Fußgängerverkehr zwischen Nord und Süd ermöglichen. Die baulichen Voraussetzungen möchte Oliver Glass durch gesellschaftliche Ereignisse ergänzen. Hardtfest im Sommer und Hocketse im Herbst sind nach Corona wieder gesetzt.

Größer als der Marktplatz

Zusammenwachsen soll das Hardt auch durch Begegnungen auf dem zentralen Platz. „Ob er wirklich Europaplatz betitelt wird, steht noch nicht fest“, so der Vorsitzende. Sicher ist aber, „dass die Fläche sogar ein wenig größer ist als der Gmünder Marktplatz“. Oliver Glass will in den nächsten Jahren, wenn die neu gebauten Wohnungen bezogen sind, auf die Neubürger zugehen, vielleicht neue Mitglieder und Aktive für den Verein Starkes Hardt gewinnen. Dazu wird er Vereine und Kirchen mit ins Boot nehmen, gemeinsame Aktivitäten schaffen.

Wie sich das Hardt verändert, verdeutlichen die Aktivitäten der Wohnungsbauunternehmen. „Für unser Projekt ‚Wohnen auf dem Sonnenhügel‘ haben wir die erste Bodenplatte geschaffen“, sagt Celestino Piazza. In sechs Gebäuden entstehen insgesamt 42 Wohnungen. Die VGW will wie schon an anderen Standorten eine Mischung aus Eigentumswohnungen und Mietwohnungen. 22 Einheiten bleiben im Besitz des städtischen Wohnungsbauunternehmens.

2023 fertig

Den Baustart vor Augen hat die Firma Brutschin Wohnbau aus Waiblingen. „Wir möchten im September loslegen und die geplanten Vorhaben gleichzeitig voranbringen“, sagt Sven Andrä. Im Mittelpunkt steht ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, vielleicht mit einem Bäcker im Erdgeschoss. Um das Gebäude sind vier weitere Wohnhäuser gruppiert. So entstehen rund 100 neue Eigentumswohnungen, dazu Tiefgaragenplätze. Sven Andrä rechnet mit einer Fertigstellung im dritten oder vierten Quartal 2023.

Im gleichen Zeitraum ist die VGW an weiteren Standorten auf dem Hardt aktiv. Von einer „außergewöhnlichen Architektur“ spricht Piazza in Zusammenhang mit der Neubebauung auf dem ehemaligen GOA-Areal. Auf einem Lebensmittelmarkt will er dort bis zu 14 Wohnungen platzieren, vielleicht auch eine Zahnarztpraxis. Der fächerförmige Bau soll ganz besonders die Sonne einfangen. Los gehen könnte es 2023. Noch ist dort eine Abteilung des DRK mit ihren Fahrzeugen drin. Dafür wird an der Weißensteiner Straße Platz geschaffen.

Neuer Kindergarten

Nördlich der Oberbettringer Straße geht das VGW-Engagement weiter. In der Nachbarschaft der Grundschule Hardt soll Ende 2022 ein Neubau auf dem bisherigen Gelände eines Lebensmittelmarkts entstehen. Der Kindergarten Peter und Paul, inzwischen von der Stadt übernommen, wird dort sein neues Domizil erhalten. Im Erdgeschoss könnte außerdem das Büro des Stadtteilzentrums sein, außerdem Räume für das Familien- und Nachbarschaftszentrum. In den Etagen darüber sollen vor allem seniorengerechte Wohnungen eingerichtet werden. Mit diesem Gebäude möchte Piazza auch den Übergang von Süd nach Nord verbessern, mit einem grünen Band an die neue Hardt- Mitte anknüpfen.

Im nordöstlichen Teil des Hardt, ganz in der Nähe des Berufsschulzentrums, liegt neben VGW-eigenen Wohngebäuden auch der VGW-Bauhof. Der soll nun in einen Neubau in der Krähe im Gmünder Westen umziehen. Die freie Fläche dient weiterem Wohnbau. „Damit können wir dort die Quartiersqualität anheben“, sagt Piazza. 25 bis 30 Wohnungen sind möglich. Unterstützung kommt an der Stelle auf dem Hardt auch von der Stadt selbst.

Ein Landschaftspark

Sie will – die Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt - am nordöstlichen Ende des Hardt einen Familien- und Freizeitpark schaffen, dessen südliches Ende bis an die Oberbettringer Straße reicht. Plätze für sportliche Aktivitäten sind ebenso vorgesehen wie Spazierwege, unter anderem eine barrierefreie Verbindung zwischen Barnsleyer Straße und dem Waldrandweg im Norden. Der Landschaftspark dockt an den südlichen Bereich des Hardt an, schafft dadurch eine weitere Verbindung.

Damit können wir dort die Quartiersqualität

Celestino Piazza,, VGW-Geschäftsführer

Thema auch im Bau- und Umweltausschuss

Schwäbisch Gmünd. Der Bau- und Umweltausschuss befasst sich an diesem Mittwoch um 16 Uhr im CCS mit dem Thema Hardt und dem Bau des Familien- und Freizeitparks. Die Einrichtung soll rund 812 000 Euro kosten und parallel zu den Wohnungsbauvorhaben umgesetzt werden.

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