Gespür für gepflegtes Grün

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Gute Rahmenbedingungen in Hussenhofen: Die ehrenamtlichen Grünpfleger bringen Erfahrungen aus ihren Hausgärten mit. Mit Rasenmähen kennen sie sich aus. Am Remsufer warten weitere Arbeiten auf sie.

In Hussenhofen engagieren sich Bürger für schöne Remsgärten. Seit der Remstal-Gartenschau Ziel vieler Spaziergänger.

Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen

Der Ort ist die neue Flaniermeile Hussenhofens, vielleicht auch der Generationentreff. Das Remsufer an der Lichtensteinstraße bietet seit der Umgestaltung für die Remstal-Gartenschau 2019 nicht nur etwas fürs Auge, ist mit seinen Bänkchen und dem Spielplatz auf der gegenüberliegenden Uferseite ein Ort für Jüngere und Ältere.

„Leider hat im vergangenen Jahr das Gras die rund 300 Meter lange Uferanlage überwuchert“, sagt Ortsvorsteher Josef Heissenberger. Er anerkennt, dass die Stadt dort zwei Mal gemäht hat, möchte aber Besuchern ein dauerhaft gepflegtes Remsufer anbieten können und ist mit diesem Wunsch nicht allein. Dietmar Mück und Ulrich Weber, in Hussenhofen vielfältig ehrenamtlich engagiert, überlegen nicht lange. „Wir machen das“, sagen sie auf die Anfrage des Ortsvorstehers und denken gleich an ihren Bekanntenkreis. Dort können sie weitere sechs Interessierte ansprechen, denen das Ortsbild Hussenhofen einen persönlichen Einsatz wert ist.

Bei einem Rundgang entlang der Uferanlage wird auch gleich deutlich, was es alles zu tun gibt. Das Gras hat inzwischen Bodendecker überwuchert, die zur Remstal-Gartenschau gepflanzt wurden. Die werden jetzt entfernt, weil sie so nicht mehr zu pflegen sind. Dafür soll es in der Anlage bunt werden: „Wir erhalten von der Stadt Blühstauden, die dann Jahr für Jahr wieder kommen werden“, sagt Josef Heissenberger und schätzt die gute Kooperation mit Ramona Baur, Abteilungsleiterin im Baubetriebsamt. Die Stadt habe auch zugesagt, den jeweils anfallenden Grünschnitt abzuholen.

Die ehrenamtlichen Grünpfleger bringen Erfahrungen aus ihren Hausgärten mit. Mit Rasenmähen kennen sie sich aus. Am Remsufer warten weitere Arbeiten auf sie. Das wird beim Rundgang deutlich. Josef Heissenberger und Dietmar Mück bücken sich nach Getränketüten und Verpackungen, die Besucher zurückgelassen haben. „Vor allem an Wochenenden bleibt so manches zurück“, weiß Dietmar Mück, der auch ehrenamtlicher GOA-Müllpate ist. Der Einsatz für die Gesellschaft ist für beide unverzichtbar. Dietmar Mück ist aktiver Musiker beim Gesang- und Musikverein Cäcilia Hussenhofen. Ulrich Weber kennt „seinen“ Stadtteil in allen Facetten, ist 24 Jahre lang Ortschaftsrat und war lange Abteilungskommandant der Feuerwehr.

Anpacken am Remsufer kann auch Spaß machen. Immerhin wurden zur Remstal-Gartenschau über 300 Rhabarber-Setzlinge an der Südseite der Rems gepflanzt. Sie tragen so schöne Namen wie „Champagne“, „Goliath“, „Holsteiner Edelblut“ oder „Vierländer Blut“ und bringen zwei Jahre nach der Gartenschau den vollen Ertrag. „Es hat schon mal ein kleines Rhabarber-Fest gegeben“, sagt der Ortsvorsteher. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen. Und die weiteren Erträge der Remsufer-Bepflanzung lassen Ideen reifen: Zwölf junge Bäume stehen dort, sie tragen im Spätsommer und Herbst Apfel, Zwetschge und Mirabelle. „Wir könnten vielleicht ein Erntefest mit dem Kindergarten machen“, meint Josef Heissenberger. Der Platz hinter dem Bezirksamt, mit dem südlichen Remsufer durch einen Fußgängersteg verbunden, war schon bei der Gartenschau ein beliebter Treffpunkt und könnte das in kleiner Form weiter sein.

Aufwertung des Stadtteils

Auch ohne Fest kommen die Spaziergänger, nutzen die Uferflächen und genießen den Ausblick, auch den Durchblick, durch den offenen Bilderrahmen mit Blick auf die Rems, die Remsinsel mit den Weidenbäumen und auf die Ortsbebauung. Ruhebänke ergänzen das Ensemble. Entlang der Uferpromenade gibt es einige wenige private Flächen, gepflegt von den Anwohnern der gegenüberliegenden Häuser. Vor der Gartenschau gab es noch mehr von den „Kleingärten“ am Ufer. Anwohner, so weiß der Ortsvorsteher, sind oft auch Gießpaten für die Anlage. Ein kleiner kiesbedeckter Platz am südlichen Ende des Fußgängerstegs könnte Ort für einen Wasseranschluss sein. „Während der Gartenschau haben manche mit ihrem privaten Wasser öffentliches Grün gegossen“, erinnert sich Josef Heissenberger. Er schätzt das neue Engagement am Remsufer, „die gepflegte Anlage bedeutet eine Aufwertung des Stadtteils“.

Wir machen das.“

Dietmar Mück und Ulrich Weber,, Grünpaten

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