Gibt's bald Pop-up-Plätze in den Schmiedgassen?

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„Lebenswerte Altstadt“ sieht anders aus: 5000 bis 6000 Fahrzeuge sind täglich in den Schmiedgassen unterwegs. Auf lange Sicht soll es zwei neue Fußgängerbereiche geben - für Autos soll nur die Fahrt zum Parkhaus des City Centers freibleiben.
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Nicht lange planen, sondern machen: Wie die Stadt die Lebensqualität in der Gegend um die Schmiedgassen verbessern will - und zwar schnell.

Schwäbisch Gmünd

Einfach machen statt lange planen: Nach dieser Devise will die Stadt im Frühsommer mit der Umgestaltung der Schmiedgassen beginnen. „Ich bin Feuer und Flamme, hier etwas auszuprobieren“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. Warum nicht einfach einen „Pop-up-Platz“ machen, findet der OB.

Ideen, wie man die Schmiedgassen aufwerten kann, waren Thema bei einem Digitaltreffen der städtischen „Steuerungsgruppe“ am Dienstagabend, in der neben OB Arnold und Baubürgermeister Julius Mihm Experten der Stadtverwaltung und Vertreter der Fraktionen vertreten sind. Das Ziel ist klar: weniger Verkehr, mehr Platz für Menschen auf Straßen und Plätzen. Die Schmiedgassen sollen der Honiggasse ähnlich werden. „Lebenswerte Altstadt“ ist der Oberbegriff. Drei Plätze hat der Baubürgermeister im Blick, die zu grünen Orten werden können. „Damit es eine Gegend wird, wo man gerne wohnt“, so Mihm. Den Arnold‘schen Arbeitstiteln nach sind das Frey-Platz, Fernsehplatz und Frauenplatz - also die Flächen vor der Bäckerei Frey, beim ehemaligen Fernsehgeschäft Zepf und beim Brunnen des Künstlers Fritz Nuss am östlichen Ende der Hinteren Schmiedgasse.

Baubürgermeister Julius Mihm schlägt drei Schritte vor, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen (siehe Kasten). Der erste Schritt wäre schnell möglich, weil es keine Bauarbeiten braucht, sondern nur Änderungen in der Verkehrsregelung - und es gäbe weniger Parkplätze. „Für mich ist das ein Kardinalpunkt: der Parksuchverkehr“, so Mihm. „Wenn wir uns darum nicht kümmern, dann verfehlen wir das Ziel.“ Die „Ehrenrunden“ dürfe es nicht mehr geben.

Der Ist-Zustand in den Schmiedgassen lässt sich an den Verkehrszahlen gut ablesen. Derzeit fahren an einem Tag zwischen 5000 und 6000 Fahrzeuge durch die Schmiedgassen. Nach dem dritten Schritt, bei dem jeweils eine Hälfte der beiden Schmiedgassen komplett zum Fußgängerbereich würde, blieben nach Mihms Berechnung nur noch maximal 1800 Fahrzeuge am Tag übrig – dort, wo man von der Ausfahrt des City-Center-Parkhauses stadtauswärts fährt. „Die Zu- und Abfahrt des Parkhauses müssen wir freihalten“, so Mihm.

Es soll schnell gehen. „Ein langer Planungsprozess wäre der falsche Weg“, findet Mihm. Ende Mai oder Anfang Juni wolle man die Pläne in größerer Runde mit den Anwohnern diskutieren, kündigt OB Arnold an. Die will der OB gerne beteiligen: „Lasst die Leute die Sachen rausstellen.“ Es sei einfach wichtig, „dass wir zur Tat schreiten und etwas ausprobieren, experimentieren“. Und Mihm fügt hinzu: „Wir evaluieren selber, sammeln Rückmeldungen, so dass man immer nachjustieren kann.“

Auch für Rad- und Busverkehr bringt die angedachte Umgestaltung Veränderungen. Für Radfahrer müsse die „nicht gelungene“ Verkehrsführung geändert werden, so Mihm. Komplizierter dürfte die Umgestaltung für den Busverkehr werden, denn Busse müssten in die Remsstraße verlagert werden. Arnold: „Wenn wir die nächste Stufe erklimmen wollen, brauchen wir auch eine Lösung für die Busse.“ Unter anderem, so Arnold, einen neuen Haltepunkt auf Höhe von Mode Röther.

Lasst die Leute die Sachen rausstellen.“

Richard Arnold, Oberbürgermeister

Der Plan: drei Schritte für die Schmiedgassen

Verkehr reduzieren: „Wir würden große Bereiche der Vorderen und Hinteren Schmiedgasse deutlich verkehrsreduziert ausweisen“, so Baubürgermeister Julius Mihm. Und das Parkplatzangebot würde eingeschränkt. „Das ginge ohne Umbauten.“

Fußgängerbereich beim Schwanen: Schritt zwei: Ein Teil der Vorderen Schmiedgasse, beim Gasthaus Schwanen und der Bäckerei Stemke, würde zur Fußgängerzone. Die Folge: Am Kalten Markt käme eine Einbahnregelung.

Fußgängerzone beim Kronprinzen: In Schritt drei, so schlägt Mihm vor, könnte ein Teil der Hinteren Schmiedgasse bis zur Einmündung Bürgerstraße zur Fußgängerzone werden. Die Folge wären „deutlich geringere Verkehrszahlen“, so Mihm.

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