Gibt's genügend Flächen für die Landwirtschaft?

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Gmünds OB und Waldstetter Gemeinderat diskutieren über Produktion von Lebensmitteln.

Gmünd / Waldstetten. Gibt es in und um Gmünd - und nicht nur in und um Gmünd - genügend Flächen zur Produktion von Lebensmitteln? Diese Frage diskutierten Oberbürgermeister Richard Arnold und der Waldstetter CDU-Gemeinderat Michael Weber am Mittwoch. Die beiden waren aufeinander getroffen, weil die zwischen Gmünd und Waldstetten vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft über vier Änderungen des Flächennutzungsplanes zu entscheiden hatte.

Hutwiesen in Weiler in den Bergen. Auf diesem Gelände am Ortseingang von Weiler sollen ein neues Feuerwehrhaus und ein Bezirksamt entstehen. Der Bebauungsplan wird zurzeit erstellt. Es geht dabei um eine Fläche von 12 000 Quadratmetern. Aktuell sei dies noch eine landwirtschaftliche Fläche, sagte der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Gerhard Hackner. Sie muss für den Bau des Feuerwehrhauses und des Bezirksamtes umgewidmet werden. Die Gmünder Stadträte und die Waldstetter Gemeinderäte mit Martin Mager als stellvertretendem Bürgermeister stimmten zu.

Strutfeld in Bargau. In diesem Gewerbegebiet in Bargau geht es um den Bau der Prodi-Werkstatt der Stiftung Haus Lindenhof. Sie bietet 90 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz. Wegen eines Fehlers bei der Auslegung mussten die Räte die Abstimmung wiederholen. Sie fiel einstimmig aus.

Gügling-Nord IV. Anders die Erweiterung des Gewerbegebietes Gügling-Nord IV. Dort baut das Unternehmen Weleda für etwa 60 Millionen Euro einen nachhaltigen Logistik-Campus. Dafür erwirbt das Unternehmen 68 000 Quadratmeter, 10  150 Quadratmeter davon werden bebaut. Er sehe das kritisch, sagte Michael Weber und begründete dies mit der Kalt- und Frischluftzufuhr ins Remstal. Ohnehin: Gehe es mit dem Flächenverbrauch so weiter, dann sei man bald um jeden Quadratmeter froh, den man für Ernährung nutzen könne, sagte der Waldstetter CDU-Gemeinderat und Landwirt.

Er wolle dem Eindruck entgegenwirken, dass es keine Fläche gebe, sagte dazu Oberbürgermeister Richard Arnold. Er verwies auf „genügend Flächen in Herdtlinsweiler“. Diese könnten nur aufgrund von gesetzlichen Vorgaben nicht agrarindustriell genutzt werden. Vielleicht, meinte dazu Weber, müsse man dann einmal auf die Politik zugehen. Dem stimmte Arnold zu, nicht ohne nochmal zu bekräftigen, dass es „mitnichten so ist, dass man wegen Weleda keine Lebensmittel produzieren kann“. Weber solle mal zwischen Weiler und Degenfeld schauen, „was einmal Landwirtschaft war und was heute noch Landwirtschaft ist“. Flächen also gebe es genügend, die Frage sei vielmehr, zu welchem Preis die bewirtschaftet würden und wer dies dann mache. „Wir haben tatsächlich unendlich viel Flächen“, sagte dazu Alexander Hamler (BL). Gmünd werde beim Flächenverbrauch sensibler. Doch Gmünd sei froh, dass Weleda in Gmünd baut. Aktuell habe das Unternehmen 1000 Arbeitsplätze, mit dem Gügling würden es noch mehr, sagte der OB.

Straßdorf-Süd. Auf mehr als 300 Jobs bei der Bäckerei, die sich in Straßdorf-Süd ansiedeln will, verwies Hackner. Aktuell sitzt das Unternehmen noch in Bettringen. Der Umwidmung der Fläche für die Bäckerei stimmten alle Räte außer Sebastian Fritz (Linke) zu. ⋌Michael Länge

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