Glaube gefragt: Sind die Fußballgehälter in Millionenhöhe gerechtfertigt?

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Symbolbild

Romanus Kreilinger, Referent des katholischen Dekanats Ostalb, über die Bezahlung von Fußballstars.

Wenn ein Fußballstar durch eine kleine Geste bei einer Pressekonferenz den Aktienwert eines Soft-Drink-Unternehmens um Milliarden verändern kann, dann ist sein Gehalt in Millionenhöhe zumindest aus seiner Sicht und der seines Arbeitgebers „gerechtfertigt“. Ist auch eine Aufwandsentschädigung für Kreisliga-Kicker gerechtfertigt, obwohl sie nur ihrem Hobby nachgehen? Während des Corona-Lockdowns wurden Supermarkt-Kassierer*innen, Pflegekräfte und Postzusteller*innen beklatscht und eine „gerechtere“ Bezahlung gefordert. Als klar wurde, dass dann höhere Preise für Lebensmittel, Krankenkassen und Porto zu bezahlen sind, ist die Forderung leider schnell wieder vergessen worden. Was eine gerechte Bezahlung ist, scheint also sehr subjektiv beurteilt zu werden. Ein wenig Objektivität bietet uns die Bibel im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16). Ein Gutsbesitzer gibt auch Schwächeren eine Arbeitsstelle und jedem das zum Leben Notwendige, ganz gleich wie viel und wie lange sie arbeiten. Er zahlt so viel Lohn, wie zum Leben nötig ist. Er gibt ihnen damit nicht nur Arbeit und Lohn, sondern auch Lebenssinn und Bedeutung. Er macht deutlich: Der Mensch ist mehr wert als er leistet. Wenn dies für alle Menschen gilt, dann brauchen wir nicht neidisch klären, welcher Lohn für welche Leistung gerechtfertigt ist.

Romanus Kreilinger,
Dekanatsreferent

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