Gleichberechtigt, das ist die Zukunft

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Bernd Müller
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Bernd Müller über den Antrag, Gmünd zu einer Tempo-30-Stadt zu machen.

Ein Blick in die Zukunft, mitten in Gmünd: eine Innenstadt ohne Autos, nur mit Fußgängern, Radfahrern und fahrerlosen Roboterfahrzeugen. Zu sehen auf der Leinwand im Peter-Parler-Saal. Es sind keine esoterischen Spinner, die die animierten Bilder anschauen, es ist das Publikum beim 9. Gmünder Forum Mobilität - Bürger, Politiker, Wirtschaftsleute. Das Verkehrskonzept für Innenstädte, das die 9000-Mitarbeiter-Firma EDAG eben präsentiert, soll 2030 marktreif sein.

Ob es so kommt, wie sich Technologie-Firmen den Verkehr der Zukunft vorstellen? Das weiß keiner. Aber es gibt eine Prognose, die nicht sehr gewagt ist: Die autogerechte Stadt der 60-er und 70-er-Jahre wird der Vergangenheit angehören. Technische Entwicklungen und das politische Ober-Ziel Klimaschutz geben die Richtung vor: Es wird, es muss eine größere Vielfalt bei den Verkehrsmitteln geben, und die braucht zur Entfaltung mehr Gleichberechtigung.

Wer das 50-km/h-Privileg der Autos einschränkt, macht es für Bürger attraktiver und sicherer zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Roller unterwegs zu sein. Praktische denkende Stadt-Menschen, Kommunalpolitiker in Paris, Barcelona, Brüssel, haben das erkannt und fast überall Tempo 30 eingeführt. Ihre Kollegen in Ulm und Freiburg wollen diesen Gestaltungsspielraum auch für ihre Städte. Es ist an der Zeit, das in Gmünd auch anzugehen; der Antrag der fünf Stadtratsfraktionen kommt zur rechten Zeit.Das Auto hat große Stärken, die ihm so schnell kein anderes Verkehrsmittel nachmachen kann - aber das gilt nicht für die Innenstadt. Bernd Müller

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