Gmünd und Aalen führen eine Testpflicht in den Kitas ein

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Erzieherinnen und Erzieher der Gmünder Kitas - im Bild die Villa Kunterbunt - müssen künftig in Innenräumen FFP2-Masken tragen. Für Kinder gibt es eine Testpflicht. Mit diesen Maßnahmen wollen Gmünd und Aalen die Inzidenzzahlen senken.
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Richard Arnold und Thilo Rentschler wollen mit gleichen Maßnahmen Inzidenzzahlen senken. DRK bietet täglich Tests auf dem Marktplatz.

Schwäbisch Gmünd

Gmünd und Aalen wollen mit den gleichen Maßnahmen die Inzidenzen in den beiden großen Städten des Ostalbkreises senken. Dazu gehören eine Testpflicht in den Kindertagesstätten, eine Maskenpflicht für Erzieherinnen in Innenräumen sowie verstärkte Kontrollen der Corona-Maßnahmen und Quarantäneanordnungen. Dies erklärten Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold und Aalens Stadtoberhaupt Thilo Rentschler am Dienstag in einer Pressekonferenz. Sie begründeten dies mit der Inzidenzzahl. Diese lag in Gmünd am Dienstag bei 307 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen, in Aalen bei 318. „Wenn die Zahlen in beiden Städten nach unten gehen, tut das dem Landkreis insgesamt gut“, sagte Arnold. Mit dem im Bund verabschiedeten Infektionsschutzgesetz greife ab 100 die Notbremse. Ab 150 gebe es weitere Einschränkungen für den Handel, ab 165 Fernunterricht für Schulen und ab 200, 250 oder 300 drohten Ausgangsbeschränkungen bei Tag, verdeutlichte Gmünds OB. Dabei spiele es keine Rolle, ob man dies gut oder schlecht finde, dies sei quasi ein Naturgesetz. Ziel sei, unter den Inzidenzwert 100 zu kommen, „um das gesellschaftliche Leben zurückzubekommen“.

Aktuell gibt es in den Kitas nur Notbetreuung. Diese liegt in Gmünd bei mehr als 50 Prozent, und damit bei etwa 1400 Kindern, in Aalen schwankt sie zwischen 30 und 50 Prozent. Die Kitas, sagte Rentschler, seien keine Hotspots an sich. Doch wenn das Virus in eine Einrichtung komme, sei die Gefahr groß, dass dies Kreise ziehe. Deshalb führen Gmünd und Aalen ab sofort Testpflicht für die Kinder ein. Die Erzieherinnen müssen in Räumen eine Maske tragen. Diese Maßnahme sei ihnen nicht leicht gefallen, sagte dazu Arnold. Er habe jedoch mit allen Erzieherinnen gesprochen, „die allermeisten begrüßen das“. Gleichzeitig dienten die Maßnahmen, die ab kommenden Montag streng gehandhabt werden, dazu, „Notbetreuung zuverlässig zu gestalten“.

Dass die Disziplin in der Bevölkerung insgesamt nachlasse, spüren beide Stadtchefs. Um unter den Schwellenwert zu kommen, werden Gmünd und Aalen nun verstärkt kontrollieren. Dies reiche von Lebensmittelgeschäften über Treffen im Freien bis zur Kontrolle von Quarantänen. Von 270 Neuinfektionen kämen 244 aus privatem Umfeld, nannte Arnold aktuelle Zahlen. Das Erste seien Appelle. Fruchten diese nicht, kämen Bußgelder, die in Gmünd bei 150 Euro beginnen. Stichproben machen die Städte beim Einhalten der Quarantäne. Manche, sagte Arnold, sähen dies wie „ein Stück Urlaub“. In Gmünd kostet ein Verstoß gegen eine verordnete Quarantäne 250 Euro.

Zudem bitten Arnold und Rentschler Landrat Dr. Joachim Bläse, für Glaubensgemeinschaften eine Verfügung zu erlassen, die die zulässige Personenzahl in religiösen Einrichtungen an deren Fläche festmacht. Sie bitten Vereine, am 1. Mai und am Vatertag am 13. Mai auf Feste zu verzichten. Und sie fordern Betriebe auf, Testangebote von Blaulichtorganisationen zu nutzen.

Gmünds DRK weitet seine Angebote aus, sagte dazu DRK-Geschäftsführer Steffen Alt. Künftig testet das DRK - neben Testungen nach Voranmeldung im Schießtal mittwochs von 17 bis 20 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr - täglich von 10 bis 14 Uhr auf Gmünds Marktplatz. Ohne Voranmeldung und kostenlos.

Maskenpflicht ist uns nicht leicht gefallen.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

Was der Landrat zur Pressekonferenz der Städte sagt

Landrat Dr. Joachim Bläse prüfe, ob und welche Beschränkungen für Glaubensgemeinschaften über die von Bund und Land verfügten Regelungen hinaus sinnvoll seien, sagte am Dienstag Kreissprecherin Susanne Dietterle. So reagiert Bläse auf die Bitte der Städte Gmünd und Aalen, eine weitere Verfügung für Glaubensgemeinschaften zu erlassen. Die christlichen Kirchen hätten der Inzidenz über 200 wegen bereits auf Gottesdienste in Kirchen verzichtet, auch die großen muslimischen Gemeinden hätten trotz Ramadan freiwillig auf das tägliche Abendgebet verzichtet, sagte Dietterle. Landrat Bläse wird an diesem Donnerstag die anderen 40 Kommunen im Kreis bitten, sich den Maßnahmen von Gmünd und Aalen anzuschließen. mil

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