Gmünd und Waldstetten wollen Land sparen

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In der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft von Gmünd und Waldstetten wurden Änderungen im gemeinsamen Flächennutzungsplan besprochen.
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Vorratsgebiete sollen reduziert werden. Diskussion um Flächenverbrauch.

Schwäbisch Gmünd/Waldstetten. Gmünd und Waldstetten müssen die Flächen, die sie bebauen möchten, reduzieren. Da waren sich Vertreter der beiden Kommunen am Dienstag in der Sitzung der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft einig.

Waldstetten möchte nur noch je ein „Wohnbaugebietle“ für die Teilorte und zwei für den Hauptort bereithalten. Das sagte Bürgermeister Michael Rembold. Die Stadt Gmünd will die Gebiete im Flächennutzungsplan nach Kriterien wie Ökologie, Ökonomie oder Soziales bewerten und eine Art Ampelsystem für die Nutzbarkeit und den Wert dieser Flächen aufstellen. Diese Methode stellten die beiden Amtsleiter Gerhard Hackner und Franka Zanek vor. Als weiteres Kriterium wird dazu „Land- und Forstwirtschaft“ aufgenommen. Diesen Vorschlag der Gmünder Stadträte Andreas Benk (Linke) und Ina Neufeld (Grüne) befürwortete Oberbürgermeister Richard Arnold ausdrücklich. Bisher, sagte er, seien ökonomische Aspekte dominant gewesen.

Wertvoller Boden

Grund für diesen Kurswechsel sind aktuell viel diskutierte Themen wie Flächenversiegelung und auch die Sorgen vieler Landwirte um ihre Äcker. Man müsse sich überlegen, ob man Landwirtschaft hier noch haben will, sagte der Waldstetter Landwirt und Gemeinderat Michael Weber (CDU) provokant. Die bisher im gemeinsamen Flächennutzungsplan als künftige Wohn- oder Gewerbegebiete für die beiden Kommunen vorgesehenen Flächen seien eindeutig zu groß.

Um Flächen, die für Gebäude oder dazugehörige Nutzung verbraucht werden, ging es konkret in weiteren Punkten der Sitzung. Zum Beispiel bei der Erweiterung von Gügling Nord IV. Dort, so erläuterte Gerhard Hackner, wollen Weleda, Bosch und Leicht bauen. Weleda plane ein Hochregallager nach nachhaltigen Kriterien, so solle der Lehm aus dem Bauaushub für die Mauern verwendet werden - ein „Vorzeigeprojekt“, wie Richard Arnold schwärmte. Dieser Einschätzung stimmte Andreas Benk zu. Aber Bosch plane dort Parkplätze und Leicht einfach ein sehr großes Gebäude. Deshalb werde er diesem Plan nicht zustimmen. Auch Michael Weber versagte die Zustimmung, mit dieser Erweiterung des Gewerbegebiets gingen fast 15 Hektar fruchtbarer Boden verloren. Richard Arnold und Michal Rembold argumentierten, dass bei Leicht der Abzug aus der Region im Raum stand, wenn die Firma diesen Bauplatz nicht bekomme. Leicht sei der größte Arbeitgeber in Waldstetten, erinnerte er. Bei drei Enthaltungen wurde das Vorhaben letztlich angenommen.

Einstimmig genehmigt wurde die Erweiterung des Bargauer Gewerbegebiets Strutfeld. Auf dem 1,2 Hektar großen Gelände, das derzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird, möchte die Stiftung Haus Lindenhof eine Prodi-Werkstatt mit Arbeitsplätzen für Menschen mit psychischer Behinderung bauen, erläuterte Gerhard Hackner. Außerdem will sich ein ortsansässiger Betrieb dort erweitern.

37 Wohnungen

Noch in einem früheren Stadium steht das Verfahren, den Wasen in Waldau zu erweitern. Gerhard Hackner erläuterte, dass dort etwa 0,8 Hektar als Wohnbauflächen freigegeben werden sollen, um darauf bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. 37 Wohnungen, teils in Mehrfamilienhäusern, sollen dort entstehen. Das Gremium akzeptierte dies einstimmig. Wolfgang Fischer

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