Gmünds Stadtwerke - von der Bundespolitik überholt

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Weniger Mehrwertsteuer auf Gas.

3,05 Cent mehr plus Mehrwertsteuer: Wie sich die Gasumlage auf die Preise in Gmünd auswirkt.

Schwäbisch Gmünd. Vier Tage nachdem die Bundesregierung die Höhe der Gasumlage bekanntgab, haben die Gmünder Stadtwerke am Donnerstag ihre neuen Preise zum 1. Oktober in Form einer Amtlichen Bekanntmachung veröffentlicht. Um 3,05 Cent wird der Preis je Kilowattstunde steigen - plus Mehrwertsteuer.

Die neue Preistabelle ist allerdings in der Spalte der Bruttopreise, also mit eingerechneter Mehrwertsteuer, am selben Tag zu einer überholten geworden. Der Grund: Bundeskanzler Olaf Scholz hat verkündet, dass die Regierung die Mehrwertsteuer auf den Gaspreis befristet von 19  auf 7 Prozent senken werde.

Stadtwerke müssen neu rechnen

Die Gmünder Stadtwerke müssen nun wieder neu rechnen. Es gilt sinngemäß der Satz, den die Stadtwerke vorsorglich auf dem Preisblatt vermerkt hatten: „Sollte im Nachgang seitens des Gesetzgebers die Mehrwertsteuer auf die Gas-Umlage entfallen oder reduziert werden, werden wir diese selbstverständlich rückwirkend anpassen.“ Nun soll die Steuer nicht nur für die Umlage verändert, sondern der reduzierte Steuersatz auf den ganzen Gaspreis Anwendung finden. „Sobald es eine gesetzliche Grundlage gibt, wird das von uns angepasst“, sagt Stefan Greiner von den Stadtwerken.

Eins zu Eins umgesetzt

Unberührt von den fälligen Steuerneuberechnungen bleibt dies: Es ist keine weitere Erhöhung der Bezugspreise enthalten. Die Kosten je Kubikmeter steigen exakt um den Wert der neuen Umlage, das sind 3,05 Cent pro Kilowattstunde, die dem Arbeitspreis zugeschlagen werden. „Wir setzen es Eins zu Eins um“, sagt Stefan Greiner. Der Grundpreis bleibe gleich.

3,05 Cent pro Kilowattstunde

Der Erhöhungsbetrag von 3,05 Cent pro Kilowattstunde setzt sich aus drei Komponenten zusammen: der Sicherungsumlage (2,419 Cent/kWh), einer ebenfalls neu eingeführten Speicherumlage 0,059 Cent/kWh) und einer Bilanzierungsumlage (0,57 Cent/kWh). Alle Werte gelten netto, also plus Mehrwertsteuer.

Info: In Deutschland gilt bei der Mehrwertsteuer in der Regel ein Satz von 19 Prozent, der Gesetzgeber kann diese für einzelne Waren auf sieben Prozent. Die nun angekündigte Steuererleichterung soll für den Zeitraum der Gasumlage gelten, also bis Ende März 2024.

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