Größter Wunsch: Bald wieder den Enkeln die Haare wuscheln

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Das Jubelpaar - Renate und Hermann Müllner - ist bis heute glücklich miteinander.

Mit Humor, einem festen Zusammenhalt und gegenseitigem Vertrauen haben die Müllners stolze 60 Jahre gemeinsam in Harmonie gemeistert.

Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen

An sein Heimatdorf erinnert Hermann Müllner, der am 23. März 1937 in Erdberg in Tschechien geboren wurde, nur noch die Geburtsurkunde. Mit acht Jahren wurde er mit seinen beiden Brüdern, der Mutter und der Oma aus seinem Geburtsort vertrieben. „Ich bin ein echter Hussenhofer“, bekräftigt Hermann Müllner schmunzelnd, denn in der neuen Heimat fand die Familie Müllner beim Bauer Kleesattel eine „gute Unterkunft“ .

Sofort nach Beendigung der Schule begann Hermann eine Gipserlehre in Hussenhofen. Das dort Gelernte konnte der junge Hermann hervorragend beim Bau des Eigenheims für seine Familie in der Lichtensteinstraße anwenden.

Am 2. September 1939 wurde Renate in Hussenhofen in der Hauptstraße in die Familie Hägele hineingeboren und wuchs dort mit zwei Brüdern und zwei Schwestern auf. Das erste Mal „bewusst“ gesehen haben sich die Beiden auf einem Gartenfest im Hussenhofen. „Weitere Treffen mussten in aller Heimlichkeit stattfinden“, erinnert sich das Paar lachend. Denn obwohl schnell klar gewesen sei, „wir bleiben für immer zusammen“, gab es doch „Gegenwind“ von Renates Papa Paul, der Sorge hatte, dass Hermann sein Mädel mit in seine alte Heimat nimmt.

Völlig unbegründet „Hussenhofen ist und bleibt meine Heimat“, meint Hermann, der nicht nur seinem Ausbildungsbetrieb bis zum Ruhestand treu geblieben ist. Stolze 60 Jahre spielte Hermann Müllner im Musikverein die große Trommel. 50 Jahre, bis zum Ausbruch der Pandemie, sang er im Gesangverein Cäcilia Hussenhofen. Und für die Freiwillige Feuerwehr war Hermann oft derjenige, der als erster zum Einsatz eilte. „Ich habe ja in Hussenhofen gearbeitet“.

Am 15. April 1961 ging es für Renate und Hermann zum Standesamt und anschließend in die katholische Kirche in Hussenhofen. Die Hochzeitsfeier war überwältigend: Der Musikverein spielte auf, das ganze Dorf war eingeladen, die Festgesellschaft nutzte sämtliche örtlichen Lokale. „Es waren überall feiernde Menschen zu sehen“, erinnert sich Renate und lachend.

Wie sehr Hermann in Hussenhofen verwurzelt ist, erklärt Renate: Mitte der 60er Jahre seien die Bauplätze im Stadtgebiet rar gewesen. Ein Angebot, in einem anderen Stadtteil zu bauen, wies Hermann trotzdem kategorisch zurück. „Er wollte lieber warten, bis ein Platz in Hussenhofen frei ist“. 1965 und damit ein Jahr nach der Geburt der ersten Tochter Beate, war es so weit. Der Hausbau in der Teckstraße konnte beginnen und 1969 machte die Geburt von Tochter Petra das Familienglück perfekt.

1980 nach der Familienpause begann Renate im Fuggerle einen Postschalter zu bedienen und blieb dort bis 1998. Glücklich zeigen sich die Müllners über ihren „sehr guten und engen Freundeskreis“ der im Laufe der Jahrzehnte durch ihr vielfältiges Engagement in den Vereinen, der Mithilfe bei Gartenfesten wie dem Sträublesfest, gewachsen ist.

Unvergesslich bleibt auch die Zeit der der Ausflüge und Wanderungen mit dem Musik- oder Gesangsverein. Organisierte Studienreisen der katholischen Kirche führten die Müllners in viele Länder dieser Erde. Das persönliche Glück aber besteht im engen Familienzusammenhalt. Die ganze Familie mit zwei Töchtern und Schwiegersöhnen, fünf Enkelkindern und „einer wundervollen Urenkelin“ wohnen eng beieinander. Die 60 gemeinsamen Jahre seien wie im Flug vergangen meint Renate, die goldene Hochzeit wurde mit einem Familienausflug „mit Kind und Kegel“ in Tirol gefeiert. Die diamantene Hochzeit fällt trotz Erstimpfung von Renate und einer überstandenen Covid-Infektion von Hermann bescheidener aus. „Wir hoffen auf den Sommer“, meint Renata, die dann als erstes ohne Kontaktbeschränkung „allen Enkeln einmal durch die Haare wuscheln“ möchte.

Treffen

Renate und Hermann Müllner

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