Biblische Entdeckertour auf dem Osterweg

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Auf dem Osterweg in Großdeinbach: vorne das letzt Abendmahl mit Jüngern und Jesus aus Ästen, dahinter die Initiatoren (v. l.): Pfarrer Jochen Leitner, Religionspädagogin Susanne Leitner, Colette Sonnenhut und Gemeindereferentin Evi Seyschab.

Bis 11. April können Spaziergänger sich im Wald bei Großdeinbach auf einen Osterweg mit 13 Stationen begeben. Gelebte Ökumene mit pfiffigen Ideen.

Schwäbisch Gmünd-Großdeinbach

Beim Spaziergang im Wald bei Großdeinbach gibt's jetzt jede Menge Inspiration und Aufforderungen zum Mitmachen für alle Generationen. Dies Dank des ehrenamtlichen Engagements von rund 30 Personen, die gemeinsam und dennoch coronakonform den Passionsweg bildhaft an 13 Stationen dargestellt haben.

Die zündende Idee kam aus dem evangelischen Pfarrhaus und wurde gern von katholischen Gemeindemitgliedern aufgegriffen. "Eigentlich hat niemand abgesagt", freut sich der evangelische Pfarrer Jochen Leitner darüber, dass die Idee sofort auf fruchtbaren Boden fiel. Pfiffige Ideen zur individuellen Gestaltung der unterschiedlichen Stationen sind dabei herausgekommen. Etwa das Passamahl aus dem Lukas-Evangelium, an das nun ein kleines Modell aus Holz und Moos erinnert. Oder der kleine Esel, der sich im Wald versteckt und gefunden werden möchte - Symbol für Jesu Einzug in Jerusalem.

Zum Lesen und Hören

An den Stationen des insgesamt 1,5 Kilometer langen Osterwegs finden sich Erläuterungstexte aus der Bibel für Erwachsene und Kinder. Zudem kann mit dem Handy ein QR-Code abgelesen werden – so gibt's die Audioversion zum Hören. Ein bisschen Zeit sollte man also in den Spaziergang investieren.

Die Natur spielt mit

Bei der Station "Jesus wäscht den Jüngern die Füße" hat sich auch die Natur beteiligt. Denn neben einer kleinen Waldquelle findet sich ein irdener Krug als Symbol für die Station. Auf dem Osterpfad, der über Forstwege führt, geht es auch um den Garten Getsemani, in dem Jesus betet. An einer anderen Station wird dargestellt, wie Jesus durch Judas verraten und gefangen genommen wird. Hier entdeckt etwas besonderes, wer durch das "rote Auge" blickt.

Leitner und seine Frau, Diakonin und Religionspädagogin Susanne Leitner, konnten die katholische Gemeindereferentin Evi Seyschab gleich für die Idee des Osterwegs begeistern. Egal, wen man angesprochen habe, jeder habe sofort zugesagt, eine Station zu kreieren, sagt die Gemeindereferentin von der Seelsorgeeinheit Limes. "Wir haben viel Kontakt", bekräftigt Pfarrer Leitner, "man erreicht gemeinsam mehr". Er beschreibt: "Alle, die mitgemacht haben, waren mit Lust, Fleiß und Kreativität" am Werk." Auch er selbst legte Hand an. Denn am Freitag, als noch dicke Schneeflocken herabrieselten, schlug er die Pfosten für die Texte in den Boden. "Der war matschig. So ging's besser", schmunzelt Leitner.

Mit von der Partie war bei der Präsentation des Weges am Samstag auch Ehrenamtskoordinatorin Colette Eisenhut. Sie machte sogleich auf ein neues Projekt aufmerksam: Nach Beendigung des Osterwegs wird in der katholischen Seelsorgeeinheit Limes zwischen Großdeinbach und Lindach ein Trauerweg zur Erinnerung an die Corona-Toten installiert.

"Eine tolle Idee, hier sind auch sonst immer einige Leute unterwegs", zeigte sich die Familie Menzner begeistert, die an diesem Vormittag vorbeischaute. Gleich machten sich die Kinder auf die Suche nach dem Esel und der Vierjährige angelte sich eine Bastelanleitung für einen Stockesel aus der Blechdose. Der wird dann zuhause gebastelt. Der Osterweg ist also nachhaltig angelegt. Wobei die Bastelanleitung nicht das Einzige ist, was man für sich mitnehmen kann.

Der Osterweg startet im Wald unterhalb des Parkplatzes bei der Großdeinbacher Grundschule.

Erste Spaziergänger haben gleich am Samstag die Aktionen entlang des Osterwegs ausprobiert.

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