Großdeinbacher Osterweg: 13 Stationen, die nachdenklich machen

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Der Großdeinbacher Osterweg: dreizehn Stationen, eingebettet in die Natur, die zum Nachdenken anregen und manchmal auch neue Sichtweisen zeigen. Pfarrer Leitner beging den Weg mit der vierten Klasse der Grundschule.
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Aufgrund der positiven Rückmeldungen hat Pfarrer Leitner zusammen mit Gemeinde, Gemeinderat und vielen helfenden Händen einen neuen Weg mit biblischen Inhalten gestaltet.

Schwäbisch Gmünd-Großdeinbach

Da ist er wieder, der Großdeinbacher Osterweg. Mit spannenden Stationen, die in 13 Etappen die biblische Ostergeschichte illustrieren, den Bogen zum Heute schaffen mit Aussagen, die biblische Inhalte ins Jahr 2022 bringen. Zu begehen ist er bis Sonntag, 24. April.

Gleich die erste Station lässt Kinderherzen höher schlagen. „Jesus zieht in Jerusalem ein“. In der Kiste unter dem Stationsbild liegen Blätter mit einer Eselsmaske und einem Mandala-Eselsbild zum Ausmalen. Dazu die Aufforderung „Geh aufmerksam den Weg“. Man soll die Menschen, die Jesus auf dem Weg zujubeln, zählen. Des Rätsels Lösung ist unter dem Sonnenstein zu finden.

Pfarrer Jochen Leitner geht mit der vierten Klasse der Grundschule den Osterweg. Der Esel aus grauen Plastikblumentöpfen wird bestaunt, dann der Sonnenstein gesucht. Einige Fixe haben mitgezählt und sind auf die richtige Summe gekommen. „Nachgeguckt oder selbst gezählt?“, fragt der Pfarrer. Empörte Antwort: „Natürlich selbst gezählt!“.

Jesus feiert das Passamahl

An Station drei wird es bunt. „Jesus feiert das Passamahl“, wurde von der vierten Klasse bestückt. Bunt bemalte Teller auf einem Tisch, mit zahlreichen Gedanken zum Thema „Ich lade ein“. Sie haben nachgedacht, diese Viertklässler, wen und weshalb man jemanden einladen soll. „Ich lade meine Familie ein, weil sie nicht so oft zusammenkommt“, „Kranke, damit wir miteinander essen und ich versuchen kann, sie zu versorgen“, „Meinen Opa, der sehr traurig und krank ist. Und eine Ukrainerin, die kein richtiges Zuhause mehr hat“, „Jemand Fremdes, vielleicht ist er arm und hat kein Zuhause mehr. Jemand Fröhliches soll jemand Trauriges einladen.“, „Meine Klasse ein letztes Mal, bevor sich unsere Wege am Ende des Schuljahres trennen. Auf meinem Teller werden aus einem Weg drei Wege, die sich dann wieder vereinen.“

„Gebet in der Stille zum Mitnehmen“ gibt es an der Station „Jesus stirbt“. Eine Holzskulptur „Weinender Mensch“ vor einem Kreuz, über das eine Tarnuniform, alt und zerschlissen, geworfen ist. Am Kreuz wie ein Blutstropfen geformt die Erinnerung, dass hier ein SS-Schießplatz war.

Vom Leid zur Hoffnung

Die Grablegung wurde überraschend interpretiert. Der Weg der Verzweiflung endet auf der anderen Seite eines alten Zeltes in einem tröstlichen Gedicht. Viele kleine Basaltpflastersteine, beschrieben mit widrigen Eigenschaften, führen im Gras zu einer schwarzen Tür mit Botschaften, die das Leben zerstören. Lupft man die Tür, kommt man ins Licht: Diese Türseite ist in strahlendem Gelb mit Positivem bemalt, Pflastersteine sind mit mutmachenden Wörtern beschrieben. Weitere Kieselsteine zeigen unterschiedliche Botschaften auf der Ober- und Unterseite.

„Das große Versprechen“ nennt sich die 13. Station. Dabei handelt es sich um eine achteckige Bank, die einen neu gepflanzten Baum umkreist. Sie lädt zu einem Rundumblick mit neuen Aussichten und Perspektiven ein.

Das ist das Besondere am Großdeinbacher Osterweg: Er lädt ein zum Wandern von Station zu Station, macht nachdenklich, „zwingt“, eigenen Gedanken nachzugehen. Er ist anregend, weil er zu neuen Sichtweisen einlädt, eingebettet in Frühlingslandschaft, frischer Luft und Vogelgesang, in Stille.

Gute Resonanz von letztem Jahr

Die vielen positiven Rückmeldungen, die Pfarrer Jochen Leitner zum vergangenen Osterweg erhielt, inspirierten Gemeinde und Gemeinderat, neue Ideen einzubringen. Am ökumenischen Osterweg haben etwa 50 Menschen mitgewirkt, als „Paare, Familien, Klasse 4 und Spielgruppe!“, so Leitner. Ein Waldweg von etwa drei Kilometern, der bergauf und bergab steigt, auch für Kinderwagen geeignet ist. Start und Ziel ist der Parkplatz in der Albert-Schweitzer-Straße in Großdeinbach.

Jemand Fröhliches soll jemand Trauriges einladen.“

Gedanke zum Thema„Einladen“, Osterweg Großdeinbach

Der Osterweg in Großdeinbach

Der Großdeinbacher Osterweg ist ab sofort, bis Sonntag, 24. April, geöffnet.
Der Flyer und die Bibeltexte der Stationen sind im Internet zu finden, bei der Homepage der evangelischen Gemeinde unter www.grossdeinbach-evangelisch.de/osterweg.

Großdeinbacher Osterweg

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