Leiden gegen das Dunkel

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Zum Mitmachen und Mitdenken: Der erste Großdeinbacher Osterweg bietet 13 Stationen – nicht nur für Kinder.

Der erste Großdeinbacher Osterweg mit 13 Stationen des Passions- und Ostergeschehens für die Welt von heute.

Schwäbisch Gmünd-Großdeinbach

Der erste Großdeinbacher Osterweg ist eine Gemeinschaftssache – "aufgebaut" von Mitgliedern der evangelischen Kirche und der katholischen Seelsorgeeinheit Limeshöhe. "Der Osterweg befindet sich in einem wunderschönen Stück Natur", verspricht der Flyer. Ein Spaziergang über gut zweieinhalb Kilometer bis zum Ausgangspunkt zurück, der Erwachsenen und Kindern das biblische Geschehen nahe bringt.

Der Weg beginnt am Parkplatz der Grundschule. An 13 Stationen wird das Passions- und Ostergeschehen für alle Sinne erfahrbar. Mit Texten und Inszenierungen, die das Gesehene eindrücklicher machen. Die Texte sind für Erwachsene in Augenhöhe auf Tafeln angebracht, die kindgerechten viel niedriger, dazu ein QR-Code für die Hörtexte. Ein spannender Weg, weil man sehen, hören, etwas suchen, entdecken, ausprobieren und ein Samentütchen mit nach Hause nehmen kann.

Gschwend als Gschwend

"Auslöser für den Osterweg war für meine Frau und mich der Gschwender Krippenweg", erzählt Pfarrer Jochen Leitner. Er sprach in seiner Gemeinde davon und sofort machten sich zwei Ortskundige daran, Möglichkeiten für den Osterweg zu suchen. Bezirksamt und Waldbesitzer gaben ihre Erlaubnis, denn die Gruppe sorgt für regelmäßige Kontrollen. "Bisher klappt es super!", so Leitner. Geöffnet ist der Osterweg seit dem 20. März und hat bereits viele Besucher angezogen.

Gleich zu Beginn des Wegs gibt es eine Bastelvorlage passend zu Jesu Einzug auf einem Esel in Jerusalem für ein Steckenpferd mit Eselskopf. An einer anderen Station gibt's eine Malvorlage zur Meditation.

Eindrucksvoll Station 8: ,"Jesus wird verspottet". Ein Platz, der das Licht zwischen den Bäumen nur streifenweise einfallen lässt. Zwei hohe Stämme, zurückgesetzt vom Weg, mit weißen Texttafeln auf dem einem, am zweiten ein kardinalrotes Gewand mit geflochtenem Zweigreifen in Brusthöhe. Darüber schief gehängt der Text "Was für ein König".

Was die Gemeinde selber lebt, das lebt!

Jochen Leitner, Pfarrer

Zwischen den Stämmen wird es dunkler, "Wer bin ich unter dem Kreuz" heißt es auf einem "Wegweiser", der auf einen schmalen Pfad vom breiten Weg wegführt. Hier bekommen Begriffe wie Soldat oder Pharisäer tieferen Inhalt, gibt es unter anderem Anstöße für Antworten auf die Frage, wie ein aufgeklärter, vernünftiger Mensch an einer Religion, an einem Gott festhalten kann, der solche Grausamkeiten zulässt.

Realitätsnah rüberbringen

Drei Kreuze stehen im Wald mit der tröstlichen Botschaft "Hier kannst du alles ablegen", sinnbildlich umzusetzen mit weißen Steinen, die am Boden liegen. An einem lichteren Ort ein langes rotes Tuch am Baumstamm mit dem Gekreuzigten. Station 11 zeigt symbolisch die Grablegung an einem Platz, erhöht vom Weg, mit einer grünen Grasfläche.

Der Osterweg wird besonders eindrücklich durch die Worte der Passionsgeschichte, die von der umgebenden Natur und dem natürlichen Licht verstärkt werden. Erst geht es immer weiter in den Wald hinein, dann mit dem Pfad zur Auferstehung hinauf ins Freie und Lichte, begleitet von den Texten, die Diakonin Susanne Leitner ausgewählt und mit einfühlsamer klarer Stimme eingesprochen hat.

Den Impuls zu diesem ersten Osterweg gab der evangelische Pfarrer Jochen Leitner. Die Aufgaben für Stationen und Ausschilderung wurden von Mitgliedern der Gemeinde übernommen. Bei Familie Leitner liefen alle Informationen zusammen, die Form, Layout und Aufbau koordinierte. Für Jochen Leitner gilt: "Was die Gemeinde selber lebt, das lebt!" Der Osterweg soll die Geschichte und die Geschehnisse für die Allgemeinheit realitätsnah rüberbringen. "Deshalb Erläuterungen und Erklärungen, damit es durchdringen kann." Die Leidensgeschichte am Kreuz als Spiegel der Grausamkeit und menschenverachtender Gewalt in der Welt. "Die Auferstehung zeigt, dabei wird's nicht bleiben", so Leitner, "Gott wird das Dunkel nicht übermächtig werden lassen."

Weitere Osterwege in der Region

Waldhausen, Osterweg um den Kirnbach;

Evangelische Stadtkirche Lorch, Osterweg 2021 (vom 2. bis 5. April)

Michaelskirche Spraitbach und Nikolaikapelle Ruppertshofen, Bodenbild "Komm und Sieh" - 13 Minuten Hören, Sehen, Staunen (bis 11. April)

Garten von St. Ulrich Heubach, Stationenweg mit Ostergeschichte (5. April, ab 11 Uhr)

Gschwender Osterweg, Wanderparkplatz zwischen Gschwend und Rotenhar (bis 11. April)

Afra-Kirche Täferrot, Den Kreuzweg Jesu erlebbar gemacht (bis 5. April) gkg

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