Grüne fordern mehr Verzicht bei der Beleuchtung

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Schön anzusehen, aber vielleicht doch verzichtbar? Das beleuchtete Rokokoschlösschen im Stadtgarten.
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Die Stadt Gmünd lotet die Spielräume aus - wegen Gasmangel und städtischer Finanzlage.

Schwäbisch Gmünd. Der Kreisverband Schwäbisch Gmünd der Grünen begrüßt, dass das Land Baden-Württemberg die Beleuchtung des Klosters Lorch und des Wäscherschlosses abgestellt hat. Dies geht aus einem offenen Brief hervor, den Sabine Zilligen, Dario Thiem und Alexander Schenk an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Raums Gmünd geschickt hat. Die Grünen fordern die Bürgermeister von Bartholomä, Böbingen, Durlangen, Eschach, Göggingen, Gschwend, Heubach, Iggingen, Leinzell, Lorch, Mögglingen, Mutlangen, Ruppertshofen, Schechingen, Schwäbisch Gmünd, Spraitbach, Täferrot und Waldstetten auf, die Beleuchtungen ihrer kommunalen Gebäude auf den Prüfstand zu stellen.

Um Energie zu sparen, habe Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz veranlasst, die Beleuchtungen von Denkmälern der Staatlichen Schlösser und Gärten abzustellen. Erfordere es die Verkehrssicherheit, solle die Intensität und Dauer begrenzt werden. Seit zwei Jahres dürften nach dem Naturschutzgesetz des Landes Gebäude der öffentlichen Hand von April bis September nicht beleuchtet werden, um Insekten zu schützen. Von Oktober bis März gelte ein Beleuchtungsverbot ab 22 Uhr. Ausnahmen seien die öffentliche Sicherheit oder eine herausragende Bedeutung der Bauwerke zum Beispiel für den Tourismus.

Gmünds Stadtsprecher Markus Herrmann bekräftigte, was er im GT-Gespräch schon vor eineinhalb Wochen gesagt hatte: dass die Stadt eine Arbeitsgruppe habe, die die Spielräume fürs Energiesparen auslote. Diese Anstrengungen seien aus zweierlei Sicht von besonderer Bedeutung: Zum einen helfen die Sparmaßnahmen, möglichst eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden, zum anderen verschaffen sie dem städtischen Haushalt Entlastung. Deshalb stünden die Anregungen des genannten offenen Briefes bei der Stadt „nicht erst jetzt akut, sondern schon seit geraumer Zeit im Mittelpunkt der Bemühungen“. So seien in vergangenen Jahren alle Bereiche immer wieder kritisch durchleuchtet und verbessert worden, zum Beispiel mit Blick auf den Ersatz von alten Geräten. Zudem habe die Stadt mit den Stadtwerken die Technik auf stromsparende LED umgestellt, Stück für Stück bei Straßenbeleuchtungen oder auch bei der Weihnachtsbeleuchtung. Bei der Fassaden- und Gebäudebeleuchtung sei die Ausleuchtung zum Teil ein Baustein des Lichtkonzepts für die Fußgänger- und Innenstadtbeleuchtung und damit der verkehrsrelevanten Sicherheitsaspekte. Deshalb prüfe hier die Arbeitsgruppe noch. Angesichts der inzwischen schon stark eingesetzten Stromspartechnik wirke sich jedoch eine Abschaltung häufig „nur marginal auf das Einsparen von Energie aus“. Hier müsse sorgfältig abgewogen werden.

„Darüber hinaus sind wir auch bei Gebäuden, die nicht in städtischer Obhut sind, in Gesprächen und Abstimmungen mit den jeweiligen Trägern zu diesen Fragestellungen“, sagte Herrmann. Wie weit dann die Ergebnisse der Spar-Arbeitsgruppe in konkrete Abschaltzeiten mündeten, werde man dann erst sehen.

Die Gemeinde Waldstetten habe keine Gebäude beleuchtet, sagte die Leiterin des Ortsbauamtes, Maren Zengerle. Deshalb stelle sich diese Frage nicht. Waldstetten jedoch fahre bei einem Teil der Straßenbeleuchtung schon mit reduzierter Leistung. Dies will die Gemeinde ausbauen und die Leistung bei Straßenbeleuchtung, wo immer möglich, auf 50 Prozent verringern.

Schechingens Bürgermeister Stefan Jenninger sagte, die Gemeinde habe die Außenbeleuchtung des Rathauses bereits Ende Juli abgestellt. Auch die Kirche werde nach Rücksprache mit der Kirchengemeinde nicht mehr beleuchtet. Michael Länge

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