Hämmerer: Das bedeutet den Tod für viele Gastronomen

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Archivfoto: Tom
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Dehoga-Kreischef Hämmerer zum Teil-Lockdown. Was aus Gmünds Weihnachtsmarkt wird.

Böbingen. Der Ostalb-Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Dagobert Hämmerer, befürchtet, dass viele Gastronomen im Ostalbkreis die nun von der Bundeskanzlerin und den Länderchefs verordnete erneute Schließung ihrer Lokale ab 2. November nicht überstehen. "Das bedeutet den Tod für viele", sagte Hämmerer am Mittwochabend im Gespräch mit dieser Zeitung.

Viele Gastronomen hätten im ersten Lockdown im Frühjahr investiert und dafür Kredite aufgenommen, blickt Hämmerer zurück. Nach der Wiederöffnung im Frühsommer hätten sie begonnen, die Kredite zurückzuzahlen. Gleichzeitig hätten sie alle Vorschriften umgesetzt: durch getrennte Ein- und Ausgänge Begegnungen der Gäste ausgeschlossen, Wände zwischen den Tischen aufgestellt, zwischen den Tischen auf einen Abstand von 1,50 Metern geachtet und Desinfektionsmittel bereitgestellt. "Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen", sagt Hämmerer. Und nun würden die Gastronomen dafür bestraft. "Klar, es gibt schwarze Schafe", räumt Hämmerer ein. Doch die Mehrheit habe sich an die Vorschriften gehalten.

Dass die Gastronomen mit 75 Prozent vom Umsatz des Monats November 2019 entschädigt werden sollen, begrüßt Hämmerer. Doch keiner wisse, wann und wie lange es dauere, bis die Gastronomen das Geld bekommen. Hämmerer hofft, dass diese Entschädigung schnell bei den Unternehmern ankommt.

Dass es diese Ausgleichszahlungen geben soll, begrüßt auch Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf. Ohne diese Ausfallprämie von bis zu 75 Prozent der November-Umsätze 2019, sagte er, drohe "tausenden Betrieben unverschuldet das Aus".

Dagobert Hämmerer verweist zudem auf viele Gastromen, die in Heizpilze und Zelte investiert haben. Mehrere Gasthäuser in Gmünd haben sich so auf die ohnehin schwierigen Monate vorbereitet, die ihnen bevorstehen. Die Außenbewirtung sei mit der Schließung im November vorbei, sagt Hämmerer. Der Dehoga-Vorsitzende der Ostalb-Gastromen fürchtet auch um das Weihnachtsgeschäft. Er weiß, dass die jetzigen Maßnahmen auch dazu dienen sollen, weihnachtliche Zusammenkünfte zu ermöglichen. Doch er ist skeptisch: "Warten wir ab, was in zwei Wochen ist", sagt er. Dann treffen sich Kanzlerin und Ministerpräsidenten erneut. Hämmerer diskutierte die neue Situation am Mittwochabend mit den anderen Dehoga-Kreisvorsitzenden im Land. Diese Zeitung wird darüber berichten.

Was der Teil-Lockdown für den Gmünder Weihnachtsmarkt bedeutet, konnte Stadtsprecher Markus Herrmann am Mittwochabend noch nicht sagen. Gmünd hatte einen Weihnachtsmarkt in Kombination mit der Eisbahn und Gastronomen auf dem Marktplatz entwickelt. Dieser Weihnachtsmarkt sollte am Donnerstag, 26. November, starten. Im November aber geht gar nichts", sagt Herrmann. Ob der Markt im Dezember beginnt, will die Stadt mit allen Beteiligten im Lauf dieser Woche diskutieren.

Die Dehoga im Ostalbkreis hat etwa 350 Mitglieder. In den Hotels und Gaststätten gibt es etwa 2500 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter und etwa 4700 geringfügig Beschäftigte.

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