Herzenswege-Ehrenamtler stellen sich vor

+
Herzenswege

Der Verein ist eine wichtige Anlaufstelle für Senioren, die einsam sind oder existenzielle Sorgen haben.

Schwäbisch Gmünd. Unkompliziert hilft der Förderverein Herzenswege älteren Menschen, die von Armut bedroht sind und – wie jetzt bei der Energiepreispauschale – von der Politik nicht berücksichtigt werden. „Wir dürfen die Senioren nicht vergessen“, sagt Bärbel Blaue. Zusammen mit 17 Ehrenamtlichen ist sie für die Herzenswege aktiv und damit eine wichtige Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren, die einsam oder von Altersarmut bedroht sind. Bei einem Besuch im Wahlkreisbüro der Grünen Landtagsabgeordneten Martina Häusler berichtete sie zusammen mit ihrer Kollegin Evi Ulmer über die oft verborgene Not älterer Menschen: „Frieren und Hunger ist auch bei uns ein Thema“, kennt sie auch im Gmünder Raum Fälle, wie man sie nur in ärmeren Ländern vermutet.

Klassisch nennt sie den Fall älterer Frauen: früher Haushalt, heute keine oder eine kleine Rente. Wenn dann noch die Haltung hinzukomme, „man geht nicht aufs Sozialamt“, fehle schnell das zum Leben Nötige. Manchmal sei es aber auch einfach nur Unwissenheit und Unkenntnis. Ein Glücksfall ist es in solchen Fällen, wenn die Betroffenen auf die Herzenswege aufmerksam werden, wo schnell und unbürokratisch geholfen werden kann und die Hilfe von Behörden in die Wege geleitet wird.

In der Politik sieht Bärbel Blaue, die lange im Amt für Familie und Soziales gearbeitet hat, Senioren nicht immer gut berücksichtigt und nennt als Beispiel die 300 Euro Energiepreispauschale, die im September alle Beschäftigten bekommen sollen. Rentner, die keine steuerpflichtigen Einkünfte haben, gehen leer aus. Sie nennt auch das 365 Euro-Ticket, das derzeit im Gespräch ist – für ihre Zielgruppe müsste es ein verbilligtes Angebot geben, da ältere Menschen in der Regel nur noch eingeschränkt mobil sind; das 9 Euro-Ticket etwa sei gut angenommen worden. Sie und Evi Ulmer monieren, dass fünf Prozent mehr Rente nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei, wenn man eh schon wenig bekomme. Auch müsse unbedingt vermieden werden, dass bei einer möglichen Rentenerhöhung nicht eine andere Leistung im Gegenzug wegfalle.

Die Herzenswege sind mehr als direkte Hilfe und Unterstützung – sie bieten auch Gemeinschaft: Einmal im Monat lädt das Team ins Herzenscafé ein, das nächste findet am 26. September im Café Margrit statt. Bis zu 40 Menschen folgen gerne den Einladungen, freuen sich Bärbel Blaue und Evi Ulmer über die gute Resonanz. Und sie sind froh, dass ihr Verein breite Unterstützung erfährt: „Vielen ist es ein Herzensanliegen, ältere Menschen zu unterstützen.“ Sie bekommen Spenden von Privatleuten und von Firmen, außerdem spenden Zahnärzte regelmäßig Zahngold, und die Stadt unterstützt den Verein mit Freikarten.

Ein Geschenk sind die Herzenswege auch auf der anderen Seite, nämlich bei den Ehrenamtlichen: „Für andere da zu sein, zu helfen, die Dankbarkeit und das Glück von Menschen zu erleben, die beschenkt werden, ist auch für einen selbst ein Geschenk“, erklärt Evi Ulmer.

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Kommentare