Hilfe für die Stadt, die keine Feuerwehr hat

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Obroshnye in der Ukraine
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Schwäbisch Gmünd will ein gebrauchtes Löschfahrzeug der Feuerwehr ins ukrainische Obroshyne schicken.

Schwäbisch Gmünd. Es gibt keinen Schulbus mehr und keine Feuerwehr, seit der Krieg begonnen hat: Der ukrainischen 7600-Einwohner-Stadt Obroshyne will Schwäbisch Gmünd dabei helfen, beides wieder zu bekommen. Das hat der Sozialausschuss des Gmünder Gemeinderats am Mittwoch beschlossen.

Bei der Gmünder Feuerwehr ist schon ein älteres Löschfahrzeug ausgesucht worden, das von Gmünd an die nahe Lwiw (Lemberg) gelegene ukrainische Stadt übergeben werden soll. Das Fahrzeug habe einen vom TÜV geschätzten Restwert von 8500 Euro, so Bürgermeister Christian Baron. Auf dem „TLF 24/50“, das 5000 Liter Wasser an Bord nehmen kann, sollen voraussichtlich im Oktober sieben neue Feuerwehrleute aus Obroshyne mindestens eine Woche lang ausgebildet werden. „Ich denke, das ist eine nachhaltige Hilfe“, meinte Baron.

Die Lösch-Azubis sind neue Freiwillige, die sich zusammengetan haben, damit Obroshyne wieder eine Feuerwehr hat – die bisherigen Hauptamtlichen sind im Kriegseinsatz. Das gilt auch für den Schulbus, der zum Transport von Verwundeten eingesetzt wird, wie Inga Adam, die Koordinatorin des Hilfsprojekts, berichtete.

Während das Feuerwehrfahrzeug schon ausgesucht ist, müssen die weiteren Fahrzeuge noch angeschafft werden. Geplant ist, zwei gebrauchte Busse für insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler, ein weiteres kommunales Fahrzeug und Notstromaggregate in die Ukraine zu bringen.

Klar ist, dass die Gmünder organisieren und koordinieren, aber nicht die Kosten dafür tragen müssen. Die Gesellschaft Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt über das Programm „Sondermittel für die Ukraine“ zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rund 120 000 Euro für jede deutsch-ukrainische Solidaritätspartnerschaft zur Verfügung – also auch für die zwischen Gmünd und Obroshyne.

Auch für das Feuerwehrfahrzeuge stehe Förderung in Aussicht, sagt Bürgermeister Baron – durch den Kleinprojektefonds von „Engagement Global“. „Dann müssten wir nur noch knapp 1000 Euro finanzieren“, so Baron. Auch um den Transport in die Ukraine muss sich Gmünd nicht kümmern, die Ukrainer um deren Bürgermeister Ivan Halych haben angeboten, das selbst zu bewerkstelligen. Bernd Müller 

Das Löschfahrzeug „TLF 24/50“.

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