Hussenhofen und Zimmern setzen auf Lärmschutz

  • Weitere
    schließen

Ortschaftsrat Hussenhofen einstimmig für „Gügling Nord IV“. Wünsche an die Stadt.

Schwäbisch Gmünd. Der Bebauungsplan „Gügling Nord IV“ nimmt eine weitere Hürde: Der Ortschaftsrat Hussenhofen stimmt dem Vorhaben einstimmig zu. Der Gemeinderat kann in seiner nächsten Sitzung die Satzung endgültig beschließen.

Bei „Gügling Nord IV“ geht es vor allem um die Ansiedlung von Gmünder Unternehmen: Die Weleda will dort auf gut sechs Hektar einen Campus errichten. Auch die Firma Bosch hat, so schildert es Gerhard Hackner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Interesse an diesem Standort, und die benachbarte Firma Leicht könnte dort ihre Fläche erweitern. Insgesamt umfasst der neue Bauabschnitt eine Fläche von 16,6 Hektar. „Mit viel Grünflächen und Schneisen in Richtung Wald.“ So werde auch der Kaltluftaustausch ungehindert funktionieren. Gerhard Hackner informierte die Räte in Hussenhofen, dass nur 54 Prozent der Flächen wirklich bebaut werden dürfen.

Drei Fragenkomplexe, die im Ortschaftsrat Hussenhofen beim Aufstellungsbeschluss zur Sprache kamen, sind nach Einschätzung von Ortsvorsteher Josef Heissenberger jetzt geklärt. Es geht um eine mögliche Hochwassergefahr durch Oberflächenwasser, um den ökologischen Ausgleich und die Befahrbarkeit der angrenzenden landwirtschaftlichen Wege mit überbreiten Fahrzeugen.

Ortschaftsrat Thomas Kaiser spricht die Lärmemissionen durch die Firmen an. So könnten Hussenhofen und Zimmern betroffen sein, wenn Unternehmen im Norden und Osten der jeweiligen Gelände Freiflächen für Rangierarbeiten und Containerbewegung nutzten. Er schlägt deshalb vor, den Erdaushub zur Modellierung des Geländes zu verwenden. So könnte ein natürlicher Lärmschutzwall geschaffen werden. Gerhard Hackner schätzt diesen Vorschlag und sieht Möglichkeiten, einen solchen Wall gleich entsprechend für die Begrünung zu nutzen.

Die Befahrbarkeit mit landwirtschaftlichen Maschinen, im Gremium wurden etwa Mähdrescher mit 7,5 Metern Breite genannt, sei auf jeden Fall gesichert, so Gerhard Hackner. „Wir werden ja keine Schikanen einbauen.“ Ein großes Regenrückhaltebecken am nordwestlichen Rand der neuen Baufläche soll dafür sorgen, dass Wasser nach einem Starkregen langsam abfließen kann. Für den ökologischen Ausgleich nutzt die Stadt verschiedene Flächen, alle sind im eigenen Besitz. Etwa am Scheuelberg, in Weiler und in den Mühlwiesen. Auch der Artenschutz ist berücksichtigt. Allein die Umsiedlung von Eidechsen koste rund 180 000 Euro.

100 Millionen Euro Investitionen?

Ortsvorsteher Josef Heissenberger und die Räte sehen keine Alternative zur Erweiterung des Gügling. Unternehmen am Standort Schwäbisch Gmünd zu halten, sei außerordentlich wichtig. Weleda, so Gerhard Hackner, komme auch deshalb besondere Bedeutung zu, weil es sich nicht um ein Unternehmen der Autozuliefer-Industrie handle. Er rechnet unmittelbar nach der Erschließung von „Gügling Nord IV“ mit Investitionen von rund 100 Millionen Euro durch die Firmen. Kuno Staudenmaier

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL