900 000 Euro Mehrkosten für die Sanierung der Mozartschule

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Soll bald barrierefrei sein: das Bezirksamt Hussenhofen.
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Explosionsartige Preisentwicklung im Handwerk treibt die Kosten in die Höhe. Bezirksamt bald barrierefrei.

Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen. Der Baufortschritt am Anbau und dem Mensabereich der Mozartschule nimmt Gestalt an, hier entstehe etwas Gutes und Schönes für Lehrende und Schüler, sagte Ortsvorsteher Josef Heissenberger auf der Sitzung des Ortschaftsrates von Hussenhofen, Zimmern und Hirschmühle am Dienstag. Bis zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr soll der Anbau bezugsfertig sein.

Der Leiter des Gmünder Amtes für Gebäudewirtschaft, Christian Joswig musste allerdings eine bittere Pille hinterher schieben. Für die Vergabe der acht Gewerke, die nun für den Baufortschritt und die Aufstockung des Gebäudes erforderlich sind, wurden die abgegebenen Angebote um die geschätzten Baukosten in Höhe von 422  000 Euro überschritten. Auch bei der Mozartschule seien die explosionsartigen Preisentwicklungen, insbesondere bei den Baumaterialien angekommen, führte Joswig aus. Allein die Zimmerarbeiten liegen über 200 Prozent und damit 250 000 Euro über dem veranschlagten Budget. Über alle Gewerke gerechnet liege der Baupreisindex von 2020 gerechnet über zwei Jahre bei 25,7 Prozent. Joswig rechnet bei den momentanen Preissteigerungen bis zum Jahresende mit mit weiteren 475 000 Euro, bei einer bis dahin noch zu vergebenden Summe von rund 3.8 Millionen Euro. Aufsummiert liegen die Mehrkosten dann bei rund 900 000 Euro. Die nicht im Finanzplan der Stadt enthaltenen 422 000 Euro Mehrkosten sollen aus dem Topf „Sanierung Grundschule“ finanziert werden.

Eine grundsätzliche Gefahr, dass die Sanierung der Grundschule nicht finanzierbar ist, sieht Joswig nicht, man müsse allerdings über Art und Umfang noch einmal ins Gespräch treten. Trotz der hohen Kosten empfahl Joswig dem Gremium die Empfehlung zur Vergabe an den Gemeinderat der Stadt zu erlassen, um mit der Sanierung den Zeitplan einhalten zu können. Dieser Empfehlung folgte der Ortschaftsrat, Betonarbeiten zur Schaffung eines Aufzugs, Fensterbauarbeiten für die großzügige Verglasung an den Süd- und Nordseiten, Zimmerarbeiten, Flachdachabdichtung, Gerüst- und Flaschnerarbeiten sowie Estricharbeiten als Grundlage für das neue Stockwerk und die dazugehörigen Bodenbelagsarbeiten sollen für gesamt 1,095 Millionen Euro vom Gmünder Gemeinderat vergeben werden.

Hussenhofen als Ausnahme

Die Gesamtkonzeption zur barrierefreien Umgestaltung sämtlicher Bezirksämter der Stadt wurde aus finanziellen Gründen vorerst auf Eis gelegt, im Zuge der Sanierungsmaßnahmen an der Ortsdurchfahrt von Hussenhofen soll hier eine Ausnahme gemacht werden, erklärte der Amtsleiter, wobei das Augenmerk auf einen „überschaubaren finanziellen Aufwand“ gelegt werde. Es seien Möglichkeiten einer Rampe überprüft worden, diese Variante scheitere aber am Denkmalschutz unter dem das Gebäude wie auch das Treppengeländer stehe. Nach Rücksprache mit dem Denkmalamt sei es möglich, die Betontreppe abzubrechen, das Geländer müsse aber erhalten werden. Überprüft wurde außerdem die Möglichkeiten zur Schaffung eines Lifts. Jetzt sehen die Planungen den Abbruch der Treppe und die Schaffung einer neuen, flacheren Treppe mit fünf statt vier Stufen vor, die nicht nur etwas verbreitert wird sondern auch das Podest an der Eingangstür kompensiert, um so einen ebenen Zugang zu schaffen.

Vor dem Bezirksamt sollen die beiden Bäume und die Straßenlampen versetzt werden. Es besteht anschließend die Möglichkeit, den Platz mit Blühflächen aufzuwerten. ⋌Andrea Rohrbach

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