Alois Sachsenmaier bringt Farbe ins Leben

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zum 90. Geburtstag

Der Gründer des gleichnamigen Malerbetriebs ist 90. Auch künstlerisch tätig.

Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen. Engagierte Handwerker, die sich oft über ihren Beruf hinaus einsetzten, trugen ihren Teil zum Wiederaufbau nach dem Krieg und zum folgenden Wirtschaftswunder bei. Auf eine glänzende Nachkriegskarriere kann Alois Sachsenmaier zurückblicken, der an diesem Mittwoch seinen 90. Geburtstag feiert. Der Malermeistergründete schon in den 1950er-Jahren sein eigenes Unternehmen, engagierte sich im Ehrenamt über Jahrzehnte für seine Branche.

In der Garage fing alles an

Die Kreativität des Malerberufs hat ihn früh fasziniert, 1946 entschloss sich Alois Sachsenmaier zu einer Malerlehre in einem Gmünder Unternehmen. Dem Lehrbetrieb blieb er nach erfolgreicher Gesellenprüfung noch bis zum Start seiner Meisterausbildung treu. 1953 begann für ihn die Meisterschule in Stuttgart, ein Jahr später war er Meister im Maler- und Lackiererhandwerk. Auf eigenen Beinen zu stehen, das hatte sich Alois Sachsenmaier schon immer gewünscht. 1954 legte er in einer Garage in Iggingen mit der Selbstständigkeit los, ein Lehrling war damals auch schon zur Stelle.

Wie bei manchen Betriebsgründungen war die Garage schon bald zu klein. In der Waldstraße in Hussenhofen fand erden passenden Ort für Wohnhaus und Betriebsgebäude. 1962 wurde dortgestartet, mittlerweile zählten schon zwei Gesellen und zwei Lehrlinge zur Firma. Schon zwei Jahre später wurde er zum stellvertretenden Obermeister der Malerinnung Schwäbisch Gmünd gewählt, die Wahl zum Innungsobermeister folgte.

Viele Jahre stellte Alois Sachsenmaier seine Erfahrung als Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses in den Dienst der Kreishandwerkerschaft, ehe er sich 1999 aus seinen Ehrenämtern zurückzog. Dafür engagierte er sich beim Innungschor, den „Maler-Singers“. In den 80er-Jahren gehörte er zwei Wahlperioden lang dem Ortschaftsrat seines Heimatortes an. Sein Rat wurde außerdem im Beirat der IKK und der Volksbank geschätzt. Die Innung ernannte ihn zum Ehrenobermeister. 2005 erhielt er seinen goldenen, 2015 den diamantenen Meisterbrief.

Mit dem Malerhandwerk ist Alois Sachsenmaier verwurzelt, der künstlerische Umgang mit der Farbe kam in den vergangenen Jahrzehnten dazu. Seine Malereien in Acryl stellte er unter anderem im Rathaus Iggingen aus. In der Gemeinde hinterlässt Alois Sachsenmaier weitere künstlerische Spuren, hat sich mit einem Gemälde im Eingang zum Kindergarten „Gänsegärtlein“ verewigt.

Zur Stelle ist er auch, wenn ihn die Gemeinde braucht. So hat er seine handwerklichen Fähigkeiten bei der Restaurierung der Denkmale auf dem alten Friedhof in Hussenhofen eingebracht. Ein großes Kruzifix und drei Grabkreuze wurden damit der Nachwelt erhalten.

Heute freut sich Alois Sachsenmaier über die Entwicklung seines Unternehmens. Sohn Axel Sachsenmaier legte 1994 die Meisterprüfung ab, übernahm 1997 den elterlichen Betrieb und führt ihn bis heute erfolgreich weiter.kust

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