Amazon und Schoell wollen ins Benzfeld

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Die Hermann Schoell GmbH (unten im Bild) hat an ihrem Firmensitz keine Möglichkeit zur Erweiterung. Das Unternehmen würde gernein der Nähe, auf dem freien Grundstück im Benzfeld an der B 29 (oben), ein Gebäude für Logistik bauen.
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Die Hermann Schoell GmbH will sich nahe des Firmensitzes in Hussenhofen erweitern – auf der Fläche, für die auch der Internetverkaufskonzern Amazon Interesse bekundet hat.

Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen

Die Beschläge-Großhandlung Hermann Schoell GmbH mit Sitz in Hussenhofen will sich vergrößern. Der perfekte Platz dafür wäre das Grundstück im nahe gelegenen Gewerbegebiet Benzfeld, sagt Firmeninhaber Philipp Schoell. Konkret die Wiese zwischen der Fleiga, dem aktuellen Rohbau einer Autowerkstatt und der B 29. Für dieses 18 770 Quadratmeter große Grundstück zeigte allerdings auch der Internetverkaufskonzern Amazon Interesse, der dort ein Verteilzentrum errichten will. Diese Pläne stellten Amazon-Vertreter Gmünder Stadträten bei ihrem Besuch im Logistikzentrum des Online-Händlers in Pforzheim im Juli 2020 vor. Der Entwickler für das Projekt habe Interesse bekundet und die Rahmenbedingungen abgesteckt, aber bisher noch keine Bauvoranfrage gestellt, sagt Stadtsprecher Markus Herrmann auf Nachfrage dazu.

Interesse an dem Grundstück hat auch Philipp Schoell für seine Fachgroßhandlung für Fenster-, Tür- und Möbelbeschläge bei der Stadtverwaltung angemeldet, wie er selbst erzählt. Vor zwei Jahren, im Februar 2019, habe er die Anfrage gestellt. Denn die Hermann Schoell GmbH ist an ihrem jetzigen Standort zwischen Hauptstraße, Rems und Evangeliums-Christengemeinde "eingekastelt" und habe dort keine Möglichkeit zur Erweiterung. Doch lediglich 150 Meter entfernt könnte im Benzfeld das Gebäude für Logistik und Verkauf entstehen, der aktuelle Standort soll als Bürogebäude bestehen bleiben. "Diese Nähe brächte ungemeine Vorteile", sagt Philipp Schoell. Für das Vorhaben benötige er 10 000 bis 11 000 Quadratmeter Fläche.

Aktuell könne er neue Geschäftschancen nicht so vorantreiben, wie er es gerne würde, weil der Platz dafür fehle. Wenn eine Erweiterung möglich wird, sei geplant, zu den aktuell 50 Mitarbeitern nach und nach weitere 30 bis 40 einzustellen.

Diese Nähe brächte ungemeine Vorteile.

Philipp Schoell, Firmeninhaber

Zur Frage nach dem Zeitplan sagt Philipp Schoell: Er würde den neuen zweiten Standort gerne zum Jahreswechsel 2022/2023 eröffnen, damit der Umzug in den Handwerkerferien liege.

Er sei mit der Stadtverwaltung auch im Gespräch wegen eines Standorts auf dem Gügling, zudem gebe es Möglichkeiten in Brainkofen. Doch die Nähe zum aktuellen Firmensitz sei dort eben nicht gegeben. Und: "Ich verstehe nicht, weshalb Amazon nicht auf den Gügling ziehen kann" – ein Unternehmen, das "viel Verkehrsbelastung,, wenig Arbeitsplätze und wenig Gewerbesteuer für die Stadt bringt", betont Philipp Schoell.

Oberbürgermeister Richard Arnold habe die Stadträte über das Interesse der Hermann Schoell GmbH informiert, sagt Markus Herrmann dazu, es liefen Gespräche für mehrere Standorte. Letztlich sei dies eine politische Entscheidung.

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