Das hölzerne Klassenzimmer

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Das Dach fehlt noch: Rainer Feuerle, Fabian Wolf, Bernd Arnold, Julius Mihm und Ulrich Weik (v.l.) bei der Baustellenbesichtigung.
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Die Aufstockung der Mozartschule ist seit Beginn der Bauarbeiten eine immense Herausforderung.

Gmünd-Hussenhofen. Würde es in den fünf neuen Klassenzimmern der Mozartschule schon Unterricht geben, könnten gelangweilte Schüler direkt in den Himmel starren und träumen. Denn die Decke fehlt noch. Unabhängig davon gehen die Bauarbeiten an der Schule zügig voran. Das neue Stockwerk, das auf dem Bestandsgebäude entsteht, ist mittlerweile deutlich zu erkennen.

Die Aufstockung an der Mozartschule ist seit dem Start der Bauarbeiten vor den Osterferien eine immense Herausforderung. Nicht nur für die Bauunternehmen und die Planer, sondern auch für Lehrkräfte und Schüler. Grund hierfür ist, dass während des Schulbetriebs gearbeitet werden muss. Stand jetzt funktioniert‘s.

Ein Besuch der Baustelle machte nun deutlich, welche Maßnahmen hierfür im Vorfeld getroffen werden mussten. So erzählt etwa Fabian Wolf, Chef des gleichnamigen Bauunternehmens, dass man bei der Baustelleneinrichtung zunächst die Staubschutzwände aufstellen musste. Was bedeutet, dass dort, wo sich einst die Sitzstufen im Eingangsbereich der Schule befanden, nun eine Holzabtrennung zwischen dem Treppenhaus und besagten Stufen erfolgt ist.

Bei der Baustellenbesichtigung durfte einen Blick hinter diese Holzwände geworfen werden. Baubürgermeister Julius Mihm, Architekt Ulrich Weik, Fabian Wolf und Bernd Arnold vom Amt für Gebäudewirtschaft präsentierten zusammen mit Rainer Feuerle von der Firma Holzbau Rieg dort beispielsweise einen Aufzugschacht, der sich vom Keller bis hoch in die Aufstockung zeigt. Der künftige Aufzug überspringt so die „Splittlevel“ der Bestandsstockwerke, erklärt Fabian Wolf, und ist somit ein Garant für die Barrierefreiheit im Gebäude. Direkt daneben wird dann eine neue Treppenanlage erstellt. Durch die Nutzung der neuen Außentreppe gelangt man beim Besuch auf der Baustelle in den Bereich der Aufstockung. Das vorhandene Flachdach wurde demontiert – für die Stärkung der Statik im unterliegenden Geschoss gab es vier Stahlstützen.

„Sehr zufrieden“ über den Baufortschritt zeigt sich Bürgermeister Mihm. Zumal die Gemeinderäte der Stadt Schwäbisch Gmünd die Arbeiten erst im März dieses Jahres vergeben hatten. Und trotzdem: „Bis zum Jahresende ist alles fertig“, stellt Architekt Weik fest. Auch wenn er einräumt, dass dies eine mutige Aussage ist. Denn momentan gibt’s überall Lieferengpässe beim Baumaterial.

Auf einer Fläche von 650 Quadratmetern werden sich zu den fünf neuen Klassenzimmern auch noch Besprechungs-, Betreuungs- und Beratungsräume hinzugesellen. Die Kosten der Aufstockung liegen bei 1,5 Millionen Euro. Großes Augenmerk legt Julius Mihm hierbei darauf, dass die Aufstockung komplett in Holzbauweise erfolgt. „Thema Nachhaltigkeit“, erklärt er. Die Bauweise ist eine leichte Holzkonstruktion aus Holz-Fertigwänden als Pfosten/Riegelkonstruktion und flächigen Massivholz-Trägern. „Das hat es in dieser Form vor zehn Jahren noch nicht gegeben“, merkt Gmünds Baubürgermeister an. So entspreche die Aufstockung mehr dem Nutzungsbedürfnis, verweist er darauf, dass die unterliegenden Geschosse in Beton erstellt sind, was typisch für die 70er Jahre war. „Im Kontrast spielt die Musik.“

Wiederum das Holz in der Aufstockung beschert ein angenehmes Raumklima und guten Schallschutz. Auch die Fassade wird in Holz erstellt. Analog zum „Süd-Gebäude“. Für die Aufstockung werden rund 155 Kubikmeter Holz verbaut, wie Rainer Feuerle feststellt. Und vergleicht: Beim Gemeinschaftshaus im Himmelsgarten bei Wetzgau werden 25 Kubikmeter Holz verarbeitet.

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