Mensa-Essen wie bei Mama

+
Das Essen von Koch Tobias Mödinger (links) und seinem Küchenteam kommt bei den Schülern der Mozartschule gut an. Rektor Alexander May (rechts) ist sehr dankbar, dass seine Schule im Erdgeschoss des Anbaus eine „so schöne neue Mensa“ bekommen hat. Foto: Tom
  • schließen

In der neuen Mensa der Mozartschule bekommen Schüler ohne Vorbestellung täglich ein Essen für 2,50 Euro. Warum dieser Service hier funktioniert.

Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen

Die Mozartschule in Hussenhofen hat eine neue Mensa, ein altbewährtes Konzept und jede Menge Esser. Rund 900 Mahlzeiten kommen in dem vor zwei Wochen eingeweihten Saal im Erdgeschoss der Gemeinschaftsschule pro Woche durch die Essensausgabe. An diesem Freitag gibt es Salat, Rosmarinkartoffeln mit Sour Cream und zum Nachtisch Prinzenrolle. Aber auch Fisch und Fleisch standen diese Woche auf dem Speiseplan.

Alle Lebensmittel sind „halal“, erklärt Rektor Alexander May, sie entsprechen also den muslimischen Speisevorschriften. Schweinefleisch ist somit tabu. Wenn es Fleisch gibt, bieten Tobias Mödinger, der seit Oktober Küchenchef in der Mozartschule ist, und sein Team stets eine vegetarische Variante an. Ganz auf vegetarische Kost umzusteigen, wie es die Stadt Freiburg beschlossen hat, sei hier kein Thema, sagt Alexander May: „Wir wollen einen ausgewogenen Essensplan anbieten.“ Dazu gehöre einmal pro Woche Fisch, einmal Fleisch und viel Gemüse. Der Rektor legt auch wert darauf, dass jeder satt wird: „Es ist wie bei Mama, wer noch Hunger hat, bekommt einen Nachschlag.“

Ob die Schüler in der Mensa essen wollen, können sie oder ihre Eltern spontan entscheiden. Bis kurz vor der Essenszeit sind Buchungen möglich, sagt Alexander May und erklärt, wie das funktioniert, ohne dass Speisen weggeworfen werden müssen: Die Küchenmitarbeiter bereiten alles frisch zu und geben nur die bestellten Essen hinaus. So können sie Reste einfrieren und wiederverwenden. Oft bleibe aber gar nichts übrig, weil das Angebot von den insgesamt 420 Schülern sehr gut angenommen wird, berichtet Alexander May. Montags bis donnerstags gehen je rund 200 Essen pro Tag weg, freitags um die 100, obwohl da niemand Mittagschule habe. Die Schüler seien glücklich über die neue Mensa, erzählt der Rektor, einer habe strahlend zu ihm gesagt, er fühle sich „wie in einer amerikanischen Highschool“.

Schulessen sollen bezahlbar sein

Die neue Mensa bietet gut 120 Plätze. Die Schüler essen zu den Pausenzeiten ab 11.30, 12.30 und 13.15 Uhr. Pro Mahlzeit bezahlen sie 2,50 Euro. Kann die Mozartschule den Preis trotz steigender Lebensmittelkosten halten? Vorerst schon, antwortet Alexander May. Das sei ihm auch wichtig, denn viele Familien stünden wegen der explodierenden Preise unter großem finanziellen Druck. Da solle wenigstens das Schulessen bezahlbar bleiben. Wer staatliche Leistungen wie Sozialhilfe oder Wohngeld bezieht, kann sich das Mensa-Essen der Kinder über das Programm Bildung und Teilhabe finanzieren lassen.

Zahlt die Mozartschule drauf angesichts der 2,50 Euro pro Mahlzeit? Der Preis decke die Lebensmittelkosten, antwortet der Rektor. Die Schule komme mit dieser Kalkulation jedoch nur deshalb hin, weil die Stadt die Energie- und Personalkosten trage - wie im Übrigen bei allen anderen Mensen auch, meint er.

So funktionieren die Mensa der Mozartschule und andere Gmünder Mensen

2,50 Euro pro Essen, spontan entscheiden, ob man in der Mensa speist oder nicht - das funktioniert an der Mozartschule, aber nicht überall.

In den anderen Gmünder Mensen kostet ein Essen für Grundschüler 3,40 Euro, in der Sekundarstufe 3,70 Euro. Und an den meisten Schulen müssen Eltern oder Schüler derzeit die Mahlzeiten drei Wochen im Vorfeld bestellen. Das liege an den Lieferschwierigkeiten für manche Lebensmittel und daran, dass möglichst wenig auf dem Müll landen soll, erklärt Klaus Arnholdt, Leiter des Amts für Bildung und Sport. Ziel sei aber, dass Schüler an allen Schulen spontan in der Mensa essen gehen können. So versuche es die Stadt nun am Parler-Gymnasium, an der Klösterle- und an der Rauchbeinschule und will dies möglichst auf alle Mensen ausweiten. Doch das System der Schulessen sei im September erst umgestellt worden und müsse sich nun einspielen. Zuvor hatten Caterer die Mensen beliefert, nun erstellt die Stadtverwaltung die Speisepläne selbst und organisiert den Wareneinkauf, um so mehr regionale, saisonale und kindgerechte Angebote machen zu können. Fertige Spätzle oder gewaschenes Gemüse etwa werden dann vor Ort im Dampfgarer zubereitet. Was übrig bleibe, müsse entsorgt werden. Auf die frische Zubereitung der Speisen seien diese Ausgabe-Schulküchen nicht ausgelegt.

Anders als die neue Schulküche der Mozartschule im Anbau Süd, der insgesamt 2 Millionen Euro gekostet hat. Denn an dieser Ganztagsschule werde seit jeher selbst gekocht, erklärt Klaus Arnholdt. Angefangen habe dies mit dem Engagement von Müttern in der Küche der Turnhalle. Rektor Alexander May pflege dieses historisch gewachsene Konzept. Und weil es gut funktioniere, sollte es mit der neuen Mensa nicht geändert werden, sagt Klaus Arnholdt. Ähnlich wie am Scheffold-Gymnasium und an der Adalbert-Stifter-Realschule, wo sich ein Mensaverein mit der Stadt um die Schulverpflegung kümmert.⋌⋌jul

Zurück zur Übersicht: Hussenhofen

Kommentare