„Ich werde eine halbe Stunde mehr einplanen“

  • Weitere
    schließen
+
So bleibt's bis Oktober: In den ersten Wochen läuft es für Busfahrgäste und Anwohner noch wie gewohnt, dann müssen auch sie lange Umwege in Kauf nehmen wegen der Sanierung der Herlikofer Straße.
  • schließen

Fast 10 000 Fahrzeuge täglich sind betroffen: Was die Sanierung der Herlikofer Straße für Pendler und Anwohner mit sich bringen wird.

Schwäbisch Gmünd

Ich fahr jetzt mal los und schaue, wie weit ich komme“, sagt Kirsten Wachholz. Es ist Montagmorgen, und Wachholz, die am Herlikofer Berg wohnt, macht sich auf, einen Weg suchen: von zuhause in die Stadt. Klar ist: Die Straße zwischen Kiesäcker und Ortseingang Herlikofen ist seit diesem Montag gesperrt. Unklar ist Kirsten Wachholz, was das für sie bedeutet: Eine direkte Info von der Stadt, was sich für die Anwohner ändert, habe sie nicht bekommen. „Es ist etwas nebulös, ein Flyer wäre ganz praktisch gewesen.“

Thomas Hägele von der Verkehrsabteilung des Gmünder Ordnungsamts kann die Sache aufklären: „Für Anlieger ist die Zufahrt von beiden Seiten möglich.“ Persönlich informiert habe man alle Anwohner der Herlikofer Straße, nicht aber die am Herlikofer Berg.

Wenn die Bauarbeiten im Zeitplan bleiben, dann hat die noch komfortable Situation für die Anwohner bis Mitte Mai Bestand. In den ersten Wochen wird nur am mittleren Straßenstück gearbeitet, das parallel zum Wohngebiet verläuft. So lange müssen auch die Nutzer der Busverbindungen zwischen Herlikofen und Gmünd nicht mit Behinderungen rechnen. Bis einschließlich 19. Mai, so die Information auf der Stadtbus-Homepage, läuft der Busverkehr wie gewohnt weiter, der bisherige Fahrplan bleibt in Kraft. Der Busverkehr wird durch die Schwarzwaldstraße geführt.

Ab Mai der untere Teil

Danach beginnt der zweite Bauabschnitt: „Ab Mitte Mai bis etwa Juli ist dann die Zufahrt von Gmünd nicht möglich“, erklärt Markus Hägele. In Phase drei werde die Zufahrt nach Herlikofen komplett gesperrt sein, so Hägele. Bis Ende Oktober, so die Planung, soll die Sanierung fertig sein.

Das Mittelstück der Straße, an dem die Bauarbeiten diese Woche starten, erfordert den größten Aufwand. „Das liegt an den Setzungen und Rutschungen durch den Knollenmergel“, sagt Jürgen Musch. Dort setzen die Bagger nun als erstes an. Bis zu drei Meter tief werde dort der Boden abgetragen, erzählt Hans Hippele, Bauingenieur vom Büro VTG-Straub. „Dort werden die Fundamente gebaut, die wiederum werden durch sieben bis acht Meter tiefe Mikropfähle im Untergrund gesichert.“ „Mikro“ deshalb, weil Bohrung und Betonpfähle nur rund 10 Zentimeter Durchmesser haben.

Es wird Kontrollen geben

Von der Sperrung und Umleitung, die von Iggingen auf die B29 führt, sind viele tausend Menschen betroffen. Die aktuellste Verkehrszählung, die der Stadt vorliegt, ist von 2018: „Da waren es 8000 Fahrzeuge in 24 Stunden, nach der Prognose sind es nun knapp 10 000“, sagt Jürgen Musch vom Gmünder Tiefbauamt.

Sollten trotz der Verbotsschilder Autos oder LKW versuchen in den ersten Wochen bis Mitte Mai noch durchzufahren, müssen sie mit Kontrollen rechnen, betont Thomas Hägele.

Noch kein Notbusfahrplan

Wie sich der Busverkehr während der Vollsperrung ab Mai ändert, war am Montag von Stadtbus Gmünd noch nicht zu erfahren. Es wird auf jeden fall einen so genannten Notbusfahrplan geben. Sicher ist, dass Pendler von und nach Gmünd erheblich mehr Zeit für ihre Fahrten brauchen müssen. Die Anwohner des Herlikofer Bergs genauso: „Ich werde wohl eine halbe Stunde mehr einplanen“, sagt Kirsten Wachholz.

2018 waren

Jürgen Musch, Tiefbauamt

Problemstellen gehören dem Land

Der erste Tag: Am Montag blieb es noch ruhig für die Anwohner, der Baustellenlärm wird in den nächsten Tagen einsetzen. „Wir haben die Absperrungen vorgenommen und Baumaschinen hergebracht“ , sagt Bauingenieur Hans Hippele vom Planungsbüro VTG Straub.

Die Navis: ...müssten ihren Nutzern Bescheid geben von der Sperrung, weil die im Landesinformationssystem eingespeist sind. Vielleicht lässt sich dann so etwas vermeiden: „Als wir in Degenfeld die Straße saniert haben, mussten immer wieder LKW rückwärts vom Ort bis zum Furtlepass zurückfahren“, so Hippele.

Stadt und Land: 2,6 Kilometer ist die Baustelle insgesamt lang, für die oberen 1,4 Kilometer ist das Land zuständig - also den Bereich, wo die aufwendigsten Sanierung notwendig sind.

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL