Ideenschmiede für die Kultur

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Ein Gemeinschaftsprojekt Kulturschaffender aus dem Jahr 2018: "Wir sind die nebelfreie Stadt."
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Welche Ideen in die erste Regionalkonferenz Kultur von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingebracht wurden.

Ostalbkreis

Solokünstler, Vereine, Entscheider wie Bürgermeister – sie alle saßen am Samstag in dieser Zusammensetzung vermutlich wohl erstmals an einem Tisch. Wenn auch an einem digitalen. Die Regionalmanagerin Kultur Ines Mangold-Walter hatte zur ersten Regionalkonferenz geladen. Sie selbst, Moderator Stefan Hallmayer, Intendant des Theaters Lindenhof, und die Leiter der Foren lenkten bei der Hybridveranstaltung die Geschicke aus dem Kulturbahnhof, dem Kubaa, live.

Von dort aus begrüßt zunächst auch Landrat Dr. Joachim Bläse die rund 100 Teilnehmer an den Bildschirmen zuhause. Aber auch die zugeschaltete Staatssekretärin Petra Olschowski: "Sie war Impulsgeberin für diese Idee. Nun soll sie miterleben, was es heißt, wenn man im ländlichen Raum in Kulturstrukturen investiert", sagt Bläse. 42 Städte und Gemeinden habe der Kreis. Und es gebe viel Interesse an Kultur und sehr viele Kulturschaffende.

Beispiele dafür gibt es durch Beiträge des Vereins Sandtogehter und des Liedermachers Uli Kretschmer und bereits eingangs mit einem Trailer des Theaters der Stadt Aalen. Szenen aus dem Bürgerprojekt "Wir sind das Härtsfeld" sind zu sehen, aber auch Ausschnitte der "Romeo und Julia"-Inszenierung zur Kubaa-Eröffnung.

Vernetzt geht es besser

Anknüpfungspunkte für die Staatssekretärin. Sie könne sich noch gut an die Aufbruchsstimmung bei der Premiere erinnern. Die Kombination der unterschiedlichen Sparten sei beispielhaft für die Kulturarbeit, wie man sie heute verstehen sollte, so Olschowski. Mit der digitalen Regionalkonferenz könne man auf Möglichkeiten zurückgreifen, die die Krise erschlossen hätten. Daraus ergebe sich aber auch die Frage, wie sich Kultureinrichtungen neu aufstellen könnten. Die Kultur sein im ländlichen Raum weniger strukturiert, lebe vor allem vom Engagement des Einzelnen. Stoße dadurch aber auch an ihre Grenzen. "Hieraus ergibt sich, dass wir Strukturen schaffen müssen, die weniger abhängig sind vom Einzelnen, aber dem Engagement des Einzelnen Raum geben."

In einem zweiten Impulsvortrag referierte die Kulturwissenschaftlerin Dr. Beate Kegler über das Projektbeispiel "Heimatkarawane. Unter dem Titel "Kunsttriennale – Welche Chancen bietet die Vernetzung von Kulturschaffenden für unsere Raumschaft?" blickte Dr. Anselm Grupp, Leiter Kultur-, Presse- und Touristikamt Stadt Ellwangen zurück. Schon vor 25 Jahren sei Vernetzung das Thema gewesen, etwa bei der Initiative "Kulturdelta Süd". Heute habe man aber durch die Digitalisierung viel bessere Möglichkeiten.

Um Möglichkeiten der Vernetzung ging es anschließend in vier Foren, mit bis zu 25 Teilnehmern. Die Ergebnisse:

Vereine und ehrenamtliche Initiativen: Man wünsche sich Mitstreiter für das ehrenamtliche Engagement, Unterstützung bei Nachwuchsgewinnung, ein Netzwerk, in dem Künstler aus den verschiedensten Sparten gelistet sind, Workshops, um sich auch künstlerisch zu verbinden aber auch eine Bündelung der Bürokratie, mehr Unterstützung durch die Presse und finanzielle Hilfen von Kommunen.

Beteiligung: Wichtig sei: schnelle und unbürokratische Zusammenarbeit auf allen Ebenen, aber auch das Ziel, mehr Vielfalt im Publikum zu schaffen. Solokünstler dürfen nicht unter den Tisch fallen, wenn es um Förderungen geht. Diese solle man flexibler handhaben können. Das Regionalmanagement solle den Mut für verschiedenen Beteiligungsformate haben und hierfür auch Raum schaffen.

Netzwerke: Neue Orte bespielen, etwa auch bei einer Triennale, neue Formate, etwa mit Geflüchteten schaffen, aber auch generationen- und spartenübergreifend. Kooperationen von Ehrenamt und Hauptamt eingehen. Einen Kulturführerschein für Jugendliche anbieten, diese beispielsweise in einem Bauwagen das Angebot für niederschwellige Treffen schaffen.

Digitalisierung: Neue digitale Strukturen schaffen, etwa auch für Konzerte, Schwimmen, wenn man ins Wasser geworfen wird, Neues einfach ausprobieren. Es sei bereits alles im Fluss, das zeige auch die aktuelle Veranstaltung: "Wo müssen wir weitermachen", bilanziert Arne Fiedler, Leiter des Forums.

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