Im Schießtalsee wird eine Trennwand eingezogen

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Der See soll in ein Biotop und einen naturnahen Badebereich unterteilt werden.

Schwäbisch Gmünd. Der Schießtalsee soll aufgewertet werden – zum einen für Badegäste des Freibads, zum anderen für die Natur. Das sagte Oberbürgermeister Richard Arnold in der Mittwochsausgabe der Gmünder Tagespost. Wie genau dies geschehen soll, erläuterten er und Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Ernst dem Gemeinderat am Mittwochabend.

Der See, der seit 1950 als Freibad genutzt wurde, entwickelte sich zu einem wichtigen Lebensraum, zum Beispiel für Amphibien und den Eisvogel. Seit rund 20 Jahren jedoch, so Arnold, ist der See für Badegäste gesperrt. Und auch für die Pflanzen- und Tierwelt ist die Wasserqualität nicht mehr zuträglich. Das Problem, sagt der OB, bringen der Pfaffenbach und der Sulzbach mit sich, die beide in den See münden: zum einen viele Sedimente, zum anderen Nährstoffe aus landwirtschaftlichen Flächen. Um dies zu beheben, habe die Stadtverwaltung zweieinhalb Jahre lang ein Konzept ausgetüftelt und nun zusammen mit dem Nabu, dem Arbeitskreis Naturschutz Ostwürttemberg, dem Landesnaturschutzverband und dem Bezirksfischereiverein einen „bahnbrechenden“ Antrag auf Förderung bei der Stiftung Naturschutzfonds gestellt. Wenn sie zustimmt – was sich Ende des Jahres entscheiden wird – müsste die Stadt noch 91 000 der 915 000 Euro Kosten für die Renaturierung des Sees übernehmen.

Diese Renaturierung soll nach dem gleichen Prinzip ablaufen wie im künstlichen See im Himmelsgarten. Dazu soll der See mit einer Trennwand der Länge nach geteilt werden in einen renaturierten Teil, der später als Biotop fungiert, und einen etwas kleineren Natur-Badesee. In diesem Badeteil soll Schilf am Ufer angelegt werden. Die Schwimmer können dort auf Fische oder Amphibien treffen.

Peter Ernst erläuterte, dass der Natur-See auch als Rückhalteraum bei Starkregenereignissen dienen soll. Zehn Prozent der gesamten Seefläche würden mit Pflanzen bestückt, die Algen zurückdrängen, aber auch Krankheitserreger vernichten sollen.

Richard Arnold führte bereits sehr konkrete Daten an: Sollte die Stiftung bis Jahresende über den Förderantrag positiv entscheiden, soll der „neue“ See zum Muttertag 2023, am 14. Mai, eröffnet werden. Falls nicht, werde die Eröffnung um ein Jahr verschoben. Arnold wies darauf hin, dass das Bud-Bad zu seinen 2215 Quadratmetern Wasserfläche durch die See-Renaturierung knapp 15 000 Quadratmeter hinzubekommen würde. Das sei ein Gewinn für die ganze Region.

Die Stadträte reagierten erfreut auf diese neue Perspektive für den Schießtalsee, hatten jedoch auch noch Fragen dazu. Karin Rauscher (FWF) wollte wissen, ob die Überdüngung, die durch die Bäche in den See geschwemmt wird, anhalte. Gabriel Baum konnte dazu aus seiner beruflichen Erfahrung bei der LEL antworten: Die Düngeverordnung sei erst jüngst wieder verschärft worden. Klar sei, dass Bio-Landwirtschaft das Problem verringern würde. Eigentlich, so OB Arnold, dürfte es keine Überdüngung geben. Ja, antwortete Arnold auf die Frage von FDP/FW-Fraktionssprecher Dr. Peter Vatheuer, ob auch andere Möglichkeiten zur Aufwertung des Sees geprüft worden seien. BL-Stadtrat Alexander Hamler schlug, auch als Mitglied des gleich beim Freibad angesiedelten Tauch-Teams Gmünd, vor, den See für Taucher zu öffnen. Die Taucher seien sicher bereit, bei der Reinigung zu helfen.

Da der Bezirksfischereiverein Schwäbisch Gmünd an dem Projekt beteiligt ist, sollte Ina Neufeld (Grüne) wissen, ob sich Angelhaken und Badende im gleichen Gewässer vertragen. Peter Ernst konnte sagen, dass dort nicht geangelt wird. Der Bezirksfischereiverein nutze den See ausschließlich zur Aufzucht von Fischen. Wolfgang Fischer

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Rubriklistenbild: © Tom

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